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Damp Lifestyle statt Dry January Warum du gar nicht ganz auf Alkohol verzichten musst

Frau genießt ein Glas Wein: Damp Lifestyle, der achtsame Umgang mit Alkohol
© Drobot Dean / Adobe Stock
Körper und Geist profitieren immens davon, wenn wir hin und wieder eine Alkoholpause einlegen. Das ist dir zu restriktiv? Dann ist der flexible "Damp Lifestyle" vielleicht genau das Richtige für dich.

Du legst gerade einen "Dry January" ein, also einen alkoholfreien ersten Monat des Jahres? Super, denn dem Körper tut es auf jeden Fall gut, eine Zeit lang auf Alkohol zu verzichten – schließlich sorgen die Drinks dafür, dass unser Gehirn schneller altert, wir schlechter schlafen und sich unser Risiko für viele Krankheiten, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs, erhöht.

Damp Lifestyle: Mäßigung und Achtsamkeit statt Komplett-Verzicht

Möglicherweise ist es dir aber auch zu viel, einen Monat lang gänzlich auf Bier, Wein und Co. zu verzichten. Dann könnte der sogenannte Damp Lifestyle etwas für dich sein. "Damp" heißt auf Englisch so viel wie feucht oder klamm und meint in diesem Fall: Du lebst nicht komplett trocken, also ganz ohne Alkohol, sondern trinkst nur sehr wenig und bewusst.

Das Thema "Damp Lifestyle" hat auf der Social-Media-Plattform TikTok seinen Anfang gefunden, wo mehr und mehr Menschen erklären, dass sie nur wenig Alkohol trinken – aber nicht komplett darauf verzichten möchten. Das Ganze passt zum Trend "Sober Curious Movements", bei dem vor allem Vertreter:innen der Gen Z dem Thema Nüchternheit und Alkoholverzicht neugierig gegenüberstehen, damit experimentieren und schauen, wie viel oder wenig Trinken ihnen persönlich guttut.

Eine der Vorreiterinnen des fast-trockenen Lifestyles ist Hana Elson, die auf ihrem TikTok-Kanal von ihren Erfahrungen mit Alkohol und dem moderaten Trinken berichtet. Neben dem Begriff Damp Lifestyle spricht sie aktuell etwa auch von einem "Dry-ish January", was so viel heißt wie "quasi-trockener Januar".

Wie funktioniert der Damp Lifestyle?

Wie genau jede Person ihren Damp Lifestyle gestaltet, bleibt dabei ihr überlassen. Für die eine mag es sinnvoll sein, sich nur zu besonderen Anlässen den Lieblingscocktail zu gönnen, für den anderen gibt es vielleicht etwas häufiger einen Drink, dafür aber nur solche mit niedrigem Alkoholgehalt, also etwa Bier oder eine Weinschorle. Auch genug Wasser zwischendurch zu trinken, gehört zu einem achtsamen Umgang mit Alkohol.

Es geht vor allem darum, die eigene Beziehung zu Alkohol zu reflektieren und etwa zu überlegen, ob wirklich zu jedem Restaurantbesuch unbedingt ein Glas Wein gehören muss. Oder es geht um das Maß, und du überlegst, ob es beim nächsten Bar-Abend wirklich mehrere Longdrinks mit viel Alkohol sein müssen – oder ob vielleicht auch ein oder zwei Bier oder Cider reichen.

Wie ist deine persönliche Beziehung zu Alkohol?

Das Kernstück des Damp Lifestyle ist das achtsame Trinken. Dazu gehört es auch, dir Fragen zu stellen wie: Warum trinkst du? Hast du das Gefühl, Alkohol zu brauchen? Wie fühlst du dich, wenn du trinkst? Wie fühlst du dich am nächsten Tag – hast du einen Kater? Und wie geht es dir psychisch damit: Kennst du das Gefühl der "Hangxiety", also einem ängstlich-gestressten Grundgefühl, gepaart mit einem Kater?

Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen können dir Aufschluss darüber geben, wie es dir mit dem Trinken wirklich geht und wie gut es dir tut (Spoiler: Vermutlich nicht besonders, denn zumindest ein Zuviel an Alkohol fühlt sich selten gut an).

Finde deinen ganz persönlichen Damp Lifestyle

Basierend auf den Antworten kannst du als Nächstes schauen, wie du weitermachst. Vielleicht beginnst du deinen Damp Lifestyle mit einer zeitlich begrenzten Verzichtsphase, um danach auf einen moderaten Umgang mit Wein und Co. umzusteigen. Oder du stellst klare Regeln für dich auf, wann und wie viel du trinkst. Möglicherweise ist dir das auch schon zu restriktiv, und du möchtest dein moderates Trinken lieber etwas freier und flexibler gestalten.

Wie auch immer du es angehst und wie dein persönlicher Damp Lifestyle am Ende aussehen wird: Sich bewusst anzuschauen, wie der eigene Umgang mit Alkohol aussieht und ob Trinken uns wirklich guttut, ist in jedem Fall eine gute Idee.

Verwendete Quellen: bustle.com, eatthisnotthat.com, TikTok

Brigitte

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