Das passiert mit deinem Körper, wenn du weniger als sechs Stunden schläfst

Guter Schlaf ist unverzichtbar! Aber was passiert mit unserem Körper, wenn wir mal ein paar Tage weniger gut schlafen? Schlafforscher Ingo Fietze verrät es.

Klar – guter Schlaf ist enorm wichtig, um gesund zu bleiben. Das wissen wir eigentlich alle. Aber müssen wir gleich in Panik verfallen, wenn wir zeitweise mal nicht gut oder einfach zu wenig schlafen? Der Oberarzt für Innere Medizin und Schlafforscher des Interdisziplinären Zentrums der Berliner Charité, Ingo Fietze, kennt die Antworten auf diese und weitere Fragen. Er gibt unter anderem Schlaf-Seminare für Manager – und bringt Ende 2019 ein Buch über das Thema Schlafmangel heraus. Nun hat er der WirtschaftsWoche dazu ein Interview gegeben.

Sechs Stunden Schlaf? Bye bye, Konzentration! 

Die meisten Menschen schlafen sieben bis acht Stunden pro Nacht– diese Zeit reicht ihnen, um am Tag fit und leistungsfähig zu sein. Kommen sie nicht auf diese Zeit, kann sich das schnell bemerkbar machen: Wer nur eine Nacht weniger als sechs Stunden schläft, schneidet in Konzentrationstests schlechter ab. Fietze betont, dass guter Schlaf für Berufe, in denen die mentale Leistungsfähigkeit zählt, daher noch wichtiger ist als für körperlich anstrengende Berufe. 

Es gibt zwar auch Menschen, die sogenannte "Kurzschläfer" sind und sich schon nach fünf bis sechs Stunden ausgeruht fühlen, die sind aber eine Ausnahme. Das gleiche gilt für "Langschläfer" – die betroffenen Menschen brauchen jede Nacht neun bis neuneinhalb Stunden Schlaf. So oder so: Ob wir genug geschlafen haben, erkennen wir daran, dass wir uns ausgeruht fühlen, schnell in die Gänge kommen und nicht unter immer wiederkehrender Müdigkeit am Tag leiden.

Es gibt 7 Beschwerden, die du ganz einfach mit der richtigen Schlafposition los wirst

Was macht schlechter Schlaf mit meiner Gesundheit?

Neben den Konzentrationsstörungen, die bereits nach einer Nacht mit wenig Schlaf auftreten können, werden die Risiken für mögliche Erkrankungen laut Fietze Risiken mit der Zeit höher. Mal zwei Monate lang schlechter zu schlafen, merkt man vielleicht "nur" daran, dass man gereizter ist als sonst und allgemein tagsüber mehr unter Müdigkeit leidet. Schläft man aber jahrelang quasi pausenlos schlecht, kann das die Wahrscheinlichkeit für folgende Krankheiten erhöhen:

  • Herzkreislauferkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes (hier erfährst du, was es heißt, zuckerkrank zu sein)
  • Krebserkrankungen

Lebe nach deiner inneren Uhr

Hier stehen auch die Führungskräfte in der Verantwortung: Mitarbeiter sollten ihrem individuellen Schlafbedürfnis nachgehen können, um bestmögliche Arbeit zu leisten. Die sogenannten Lerchen, die früh schlafen gehen und entsprechend früh aufstehen, sind nun einmal anders leistungsfähig als die sogenannten Eulen, deren Biorhythmus sie lange wach hält und die entsprechend länger schlafen können sollten. Hier kann Gleitzeit Abhilfe schaffen.

Und wie wird mein Schlaf nun erholsam?

Ingo Fietze rät, vor allem nicht gleich panisch zu werden, wenn man mal zwei oder drei Nächte nicht so gut geschlafen hat. Das setzt den Körper nur unter Stress und wirkt wie eine selbsterfüllende Prophezeiung: Ich gehe mit dem Gedanken ins Bett, dass ich bestimmt wieder nicht gut schlafen kann – und dann passiert genau das. Außerdem hält der Schlafforscher Einschlafrituale wie Entspannungstechniken oder Atemübungen für sinnvoll. 

Du willst dich mit anderen über Gesundheitsthemen austauschen? Dann schau doch mal in unserer BRIGITTE Community vorbei!

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.