Alkohol und Crystal Meth auf dem Vormarsch

Der neue Drogenbericht der Bundesregierung bestätigt, dass immer mehr Menschen der Droge Crystal Meth verfallen. Auch die Zahl der Alkoholiker steigt. Immerhin gab es bei den Jugendlichen positive Zahlen zu vermelden.

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler hat den neuen Drogen- und Suchtbericht vorgestellt. Er informiert über die aktuelle Datenlage und die Anti-Drogenpolitik der Bundesregierung von Januar 2013 bis Anfang 2014. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

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Crystal Meth breitet sich in Deutschland aus

Schon seit einigen Jahren warnen Suchtexperten vor Crystal Meth, nun bestätigten die Zahlen, dass die Droge auf dem Vormarsch ist. Im letzten Jahr stellten Drogenfahnder 77 Kilogramm sicher– so viel wie nie zuvor. Die Zahl der neuen Konsumenten stieg um sieben Prozent auf 2.746. Allerdings gab Marlene Mortler auch zu, dass man bislang nur wenig über die Droge und ihre Verbreitung wisse, da es an Daten aus der Szene fehle. Die Bundesregierung plane, mehr über die Folgen des Crystal-Meth-Konsums aufzuklären. Crystal Meth ist ein Methamphetamin, das um ein Vielfaches stärker wirkt als andere synthetische Drogen wie Speed oder Ecstacy. Es wirkt leistungssteigernd und macht sehr schnell abhängig. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass der SPD-Politiker Michael Hartmann angeblich Meth konsumiert haben soll.

Die Zahl der Alkoholiker steigt

Laut Drogenbericht gibt es immer mehr Alkoholiker in Deutschland. Rund 1,8 Millionen Menschen sind alkoholabhängig, vor acht Jahren waren es noch 1,3 Millionen. Weitere 1,6 Millionen Erwachsene trinken zu viel, auch wenn sie nicht als süchtig gelten. Alarmierend sei auch, wie viele junge Menschen sich regelmäßig in einen Vollrausch trinken: Laut Robert-Koch-Institut sind das 54 Prozent der jungen Männer und 36 Prozent der jungen Frauen (18 bis 29 Jahre). Auch das "Koma-Saufen" unter Jugendlichen ist nach wie vor ein Problem: Mehr als 26.600 10- bis 20-Jährige wurden 2013 wegen Alkoholkonsums in einer Klinik behandelt.

Quelle: Statistisches Bundesamt Destatis, 2014

Besonders gefährdet: Kinder aus Suchtfamilien

Die Leidtragenden bei einer Alkoholsucht sind nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Angehörigen, vor allem Kinder. In Deutschland leben etwa 2,65 Millionen Kinder und Jugendliche mit mindestens einem Elternteil zusammen, das alkoholkrank ist. Zwischen 30.000 und 60.000 Kinder haben Eltern, die von illegalen Drogen abhängig sind. Kinder aus suchtbelasteten Familien sind besonders gefährdet, sich körperlich und psychisch nicht gesund zu entwickeln. Studien zufolge ist ihr Risiko, später selbst süchtig zu werden, zweieinhalb bis sechsmal so hoch wie bei anderen Kindern.

Sucht bei Jugendlichen: Rauchen ist uncool

Insgesamt kann die Bundesregierung aber erfreuliche Zahlen über das Suchtverhalten bei Jugendlichen vermelden. So gibt es immer weniger Kinder und Jugendliche, die rauchen. Der Zigarettenkonsum der unter 12- bis 17-Jährigen hat sich von 27, 5 Prozent (2001) auf 12 Prozent (2012) mehr als halbiert. Nur noch jeder zehnte Teenager greift zur Zigarette. Auch der Anteil der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol trinken, ist gesunken, von rund 18 Prozent auf 13,6 Prozent. Die Bundesdrogenbeauftragte führt diese Zahlen auf die Aufklärungsarbeit zurück.

Tabak bleibt Suchtproblem Nummer 1

Auch wenn junge Leute weniger rauchen, ist die Zahl der Nikotinsüchtigen immer noch hoch. 5,6 Millionen Deutsche sind laut Drogenbericht abhängig von Zigaretten. Eine Studie des Robert-Koch-Institut ergab, dass 29,7 Prozent der 18- bis 79-Jährigen rauchen, 23,7 Prozent von ihnen täglich und sechs Prozent gelegentlich. Männer rauchen mit 32,6 Prozent häufiger als Frauen, bei denen nur 27 Prozent täglich oder gelegentlich rauchen. Etwa 110.000 Todesfälle pro Jahr müssten in Deutschland unmittelbar auf das Rauchen zurückgeführt werden, so Mortler.

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