Druck auf den Ohren: So wirst du ihn los

Druck auf den Ohren ist zwar eher harmlos, aber lästig. Hier erfährst du, wie das Phänomen entstehen kann und wie du den unangenehmen Ohrendruck loswirst.

Wie entsteht Druck auf den Ohren?

Das Ohr ist ein extrem empfindliches Organ und reagiert entsprechend sensibel auf Luftdruckschwankungen. Aber wie kommt es zum klassischen Druck auf den Ohren? Zunächst sollte man sich den Ohraufbau ansehen, um diese Frage zu beantworten: Das elastische Trommelfell, das tief im Gehörgang liegt und das Ohr luftdicht verschließt, übermittelt Schallschwingungen an die Organe des Mittel- und Innenohrs. Verändert sich der Luftdruck (z. B. beim Abheben eines Flugzeugs), sind die Druckverhältnisse im Ohr und außen nicht mehr gleich. Dadurch wölbt sich das Trommelfell und drückt gegen das Innenohr – es fühlt sich an, als würde das Ohr zugehen. 

Gefährlich ist Druck auf den Ohren nicht, aber er wird oft als unangenehm empfunden. Kinder sind vom Ohrendruck häufiger betroffen, aber auch bei Erwachsenen kann er entstehen. Um den Ohrendruck wieder loszuwerden, ist ein Druckausgleich nötig.

Welche Ursache ist für Druck auf den Ohren verantwortlich?

Es gibt verschiedene Ursachen für Druck auf den Ohren. Dazu zählen:

  • Luftdruckveränderung (z. B. beim Fliegen oder Tauchen)
  • Infektionen (z. B. mit Erkältungserregern)
  • Pfropfenbildung im Ohr (oft begleitet von nachlassender Hörleistung)
  • Stress – diese Ursache kann zu einem Hörsturz oder Tinnitus führen
  • Beginnende Schwerhörigkeit (z. B. altersbedingt)

Druck auf den Ohren als Symptom

Häufig ist das Druckgefühl im Ohr auch ein Symptom für andere Erkrankungen. Dazu zählen:

  • Erkältung
  • Mittelohrentzündung (alles über Mittelohrentzündung-Symptome erfährst du hier)
  • Hörsturz
  • Gehörgangsentzündung
  • Paukenerguss (bei Kindern, oft begleitet von schlechterem Hören. Dabei sammelt sich Flüssigkeit in einem Hohlraum des Mittelohrs.)

Wie werde ich Druck auf den Ohren wieder los?

Zuständig für die Belüftung und den Druckausgleich im Ohr ist die Ohrtrompete ("Eustachische Röhre" oder "Tuba auditiva"), die das Mittelohr mit dem Rachenraum verbindet. Wenn wir beispielsweise schlucken oder gähnen, öffnet sie sich und lässt Luft hindurch. Verändert sich der Außendruck, hat die Ohrtrompete aber Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich. Um den Druck auf den Ohren loszuwerden, müssen wir also die Arbeit der Ohrtrompete unterstützen – das geht am besten je nach Ursache.

Frau zeigt auf Ohr

Druckausgleich bei Erkältungen

Durch das Anschwellen der Schleimhäute bei Erkältungen kommt es zum Druck auf den Ohren. Dieser sollte möglichst schnell behandelt werden– denn ist das Ohr einmal zu, können Viren und Bakterien leichter eine Mittelohrentzündung auslösen. Um den Ohrendruck loszuwerden, müssen die Schleimhäute in der Nase abschwellen. Dazu nutzen wir am besten abschwellendes Nasenspray oder inhalieren den Dampf von Kamillentee.

Druckausgleich im Flugzeug

Empfindliche Ohren lassen sich mit Ohrenstöpseln vor einer Druckveränderungen schützen, denn diese mindern sanft den Druck aufs Trommelfell. So lassen sich auch Ohrenschmerzen nach der Landung verhindern. Ansonsten gibt es verschiedene Techniken, um den Druck auf den Ohren zu mindern:

  • Valsalva-Manöver: Der Mund wird geschlossen, die Nase zugehalten. Dabei versucht man, auszuatmen.
  • Tonybee-Manöver: Der Mund wird geschlossen, die Nase zugehalten. Dabei versucht man, mehrmals zu schlucken.
  • Der Mund wird weit geöffnet und der Kiefer bewegt. 
  • Man schluckt oder kaut (z. B. Kaugummi) bewusst.

Durch diese Techniken öffnet sich die Ohrtrompete und das Trommelfell bewegt sich – was man als leichtes Knacken im Ohr wahrnehmen kann. Dadurch sollte der Druck auf den Ohren nachlassen.

Ständiger Druck auf dem Ohr – welche Behandlung hilft?

Ist die Ohrtrompete sehr eng, wird die Belüftung des Ohrs gestört, was für dauerhaften Ohrendruck sorgen kann ("Tubenventilationsstörung"). Eine entsprechende Diagnose kann und sollte der HNO-Arzt durch Untersuchungen stellen. Denn die schlechte Belüftung sorgt für feuchtwarmes Klima im Innen- und Mittelohr – der perfekte Nährboden für Viren und Bakterien, die eine Mittelohrentzündung auslösen können. Um das Risiko zu vermindern, kann die Ohrtrompete mit einem kleinen Eingriff als Therapie erweitert werden.

Lesetipp: Hier verraten wir noch, was gegen Wasser im Ohr hilft, was Rauschen im Ohr bedeutet, was ein Paukenerguss ist und die beste Tinnitus-Behandlung.

Du möchtest dich mit anderen über Gesundheitsthemen austauschen? Dann schau doch mal in unsere BRIGITTE Community!

Wer hier schreibt:

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.