Endometriose: Die Symptome rechtzeitig erkennen

Endometriose ist eine gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Doch oft dauert es Jahre bis zur Diagnose - auf welche Symptome sollte ich achten?

Was ist eine Endometriose?

Bei einer Endometriose gelangt Gewebe der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) in den Bauchraum und siedelt sich dort an - häufig am Bauchfell, an den Eierstöcken und der Eileiter, in der Darmwand oder der Blase.

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Chronische Erkrankung

Als "Chamäleon" gilt die Endometriose, weil sie schwer berechenbar ist: Wie stark die Schmerzen sind, hängt nicht unbedingt von Größe und Menge der Herde ab - viele Frauen spüren ihre Endometriose gar nicht. Auch warum manche Endometrioseherde weiterwachsen, andere aber lange Zeit ruhen, ist den Medizinern immer noch ein Rätsel.

Klar ist nur: Die Krankheit ist chronisch, sie klingt meist erst mit dem Abfall der weiblichen Hormone in den Wechseljahren ab. Und kein Experte weiß genau, warum die Gebärmutterschleimhaut überhaupt dort wächst, wo sie nichts zu suchen hat.

Symptome

Die Wucherungen sind gutartig, verursachen aber oft massive Schmerzen, meist während der Regel. Denn sie reagieren wie die normale Schleimhaut in der Gebärmutter auf die weiblichen Geschlechtshormone, vor allem auf Östrogene. So kommt es zyklusabhängig zum Anschwellen des Gewebes und führt während der Menstruation zu Krämpfen und häufig zu Blutungen - und damit oft zu brennenden Schmerzen im ganzen Unterbauch.

Betroffene

Rund zehn Prozent aller Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren sind betroffen, etwa die Hälfte davon mit oft sehr schmerzhaften Beschwerden. Dennoch dauert es im Schnitt volle sechs Jahre, bis eine Endometriose-Patientin endlich die richtige Diagnose gestellt bekommt.

Für viele Betroffene sind starke Regelschmerzen schon seit der ersten Periode eine monatlich wiederkehrende Plage. Doch dieses Warnsignal wird oft ignoriert: "Es herrscht immer noch der Glaube, die Menstruation müsse weh tun, das sei kein Grund, sich 'anzustellen'", sagt Prof. Andreas Ebert, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des Endometriose-Zentrums am Berliner Humboldt-Klinkum.

Bei welchen Beschwerden muss ich zum Arzt?

  • Schmerzen während der Regel und beim Geschlechtsverkehr.
  • Ziehen im Bauch, das in der zweiten Zyklushälfte schlimmer wird.
  • Durchfall und Darm- und Blasenkrämpfe während der Regel.
  • Auch ungewollte Kinderlosigkeit kann ein Alarmsignal sein, bei etwa 30 Prozent der Fälle ist eine Endometriose die Ursache.

Wie wird Endometriose behandelt?

Die Tastuntersuchung beim Gynäkologen und Auffälligkeiten im Ultraschall (zum Beispiel blutgefüllte Zysten) können den Verdacht einer Endometriose erhärten. Letzte Klarheit gibt nur eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), bei der dann die Herde gleich entfernt werden sollten. Dessen Untersuchung im Labor bringt dann letzte Sicherheit.

Sie vollständig zu erkennen und zu beseitigen ist oft kompliziert - die Operateure sollten besonders erfahren sein, wie etwa an speziellen Endometriose-Zentren. Genauso wichtig wie der Eingriff selbst ist die ambulante Begleitung danach.

Meist werden dafür sogenannte GnRH-Analoga (hormonähnliche Substanzen) verschrieben, um die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone für drei bis sechs Monate ganz zu stoppen. Das Unangenehme daran: Schon junge Frauen fallen in eine Art "Wechseljahre auf Zeit"- diese Nebenwirkung lässt sich nur durch die parallele Einnahme niedrig dosierter Hormonpräparate mildern.

Ist eine Schwangerschaft trotz Endometriose möglich?

Kurz nach einer Endometriose-OP und der Hormontherapie besteht die größte Chance auf eine Schwangerschaft. Für Frauen ohne Kinderwunsch ist eine langfristige Behandlung mit Gestagenen, den Gegenspielern der Östrogene, oder mit einer gestagenbetonten Pille oft eine gute Option, die Endometriose in den Griff zu bekommen.

Alternative Heilmethoden

Frauen mit Endometriose müssen oft mit chronischen Beschwerden leben.

  • Günstig für das hormonelle Gleichgewicht sind pflanzliche Präparate mit Mönchspfeffer.
  • Ein heißes Bad, in das man zehn Tropfen ätherisches Öl und einen Becher Sahne gibt, eignen sich gut für die Entkrampfung des Unterleibes. Geeignete Öle sind Bergamotte (beruhigend, krampflösend), Geranium (belebend) und Zypresse (entstauend).
  • Bei Unterleibskrämpfen hilft ein heißer Heublumensack, der auf den Bauch gelegt wird (Apotheke).
  • Auch ein Tee aus Gänsefingerkraut tut speziell während der Regel gut, weil er die Gebärmuttermuskulatur entkrampft. Dazu einen Teelöffel Kraut mit einer Tasse heißem (nicht kochendem) Wasser aufbrühen und nach zehn Minuten durch einen Sieb gießen.
  • Alles, was bläht, kann die Unterleibsschmerzen verschlimmern: Frisches Hefegebäck, Zwiebeln, Kohl und Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen sollte vermieden werden. Salz sollte man zumindest in der zweiten Zyklushälfte sparsam benutzen, denn es fördert Wassereinlagerungen im Beckenraum, die das Druckgefühl im Bauch verstärken.

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