Wasser fürs Baby: Mutter vergiftet unwissentlich Tochter

Eine Kleinigkeit, die wir alle schon mal gemacht haben, kann Babys das Leben kosten. Diese traurige Erfahrung musste jüngst eine Mutter aus Georgia machen.

Eine unfassbar traurige Geschichte, ausgelöst durch eine vermeintliche Kleinigkeit: Lauren F. aus Georgia hat ihre Muttermilch mit Wasser gestreckt und so unwissentlich ihre Tochter Nevaeh vergiftet. Dabei wollte sie nur besonders fürsorglich sein: Lauren produzierte selbst nicht genug Milch und war besorgt, dass ihr Kind nicht genug Flüssigkeit bekam. Geld für Milchpulver hatte die Familie nicht. Daher mischte die 25jährige die Muttermilch mit Wasser - eine fatale Entscheidung, die ihr Kind das Leben kostete.

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Verdünnte Muttermilch - wieso ist das gefährlich?

Normalerweise ist es doch nicht weiter schlimm, Getränke zu verdünnen - das haben wir schließlich schon alle einmal gemacht. Für Babys ist aber der hohe Wasseranteil lebensgefährlich. Durch die Verdünnung trank Nevaeh doppelt so viel Wasser wie Muttermilch. So bekam ihr Körper nicht ausreichend viele Nährstoffe, und ihr Wasser-Elektrolyt-Haushalt fiel rapide ab. Sie verlor nicht nur gefährlich schnell an Gewicht - auch ihre Nieren wurden völlig überlastet, und ihr Gehirn schwoll stark an.

Zu viel Wasser zu trinken, ist auch für Erwachsene lebensgefährlich, wenn die Menge so groß ist, dass Natrium und Elektrolyte zu schnell vom Körper abgebaut werden. Für Babys ist diese Gefahr noch um ein Vielfaches höher.

Trotzdem ist laut einer Studie des Cincinnati Children Hospital Medical Centers die Praxis des "Milchstreckens" in den USA bei Familien mit niedrigem Einkommen sehr verbreitet. Mehr als ein Viertel der untersuchten Familien verdünnte Mutter- und Flaschenmilch, oder gaben dem Kind insgesamt seltener zu trinken, um Kosten zu sparen. Auch wenn diese Kinder dafür nicht immer mit dem Leben bezahlen müssen - die Entwicklung ihrer Gehirne nimmt dabei großen Schaden.

Kein Wasser für Babys, die jünger als sechs Monate sind

Experten empfehlen daher sogar, Kindern, die jünger als ein halbes Jahr sind, überhaupt kein Wasser zu trinken zu geben. Nur mit Milch kann bei so kleinen Babys das Risiko einer Wasservergiftung komplett vermieden werden.

Die Eltern der kleinen Nevaeh sahen zwar, wie ihre Tochter immer stärker abnahm, gingen aber nicht mit ihr zum Arzt. Als der Körper des Babys schließlich aufgab, wog das zehn Wochen alte Kind weniger als bei der Geburt. Beide Elternteile standen schließlich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht - ein trauriger Schlusspunkt hinter einem Unglück, das so leicht hätte vermieden werden können.

heh
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