Feldenkrais: Endlich mehr Weiblichkeit

Einfach mal die eigenen Bewegungen und sich selbst neu entdecken – das geht mit der Feldenkrais-Methode. Sie werden erstaunt sein, wie sich Ihre Haltung und Ausstrahlung verändern.

Stopp mal! Haben Sie heute schon eine Pause gemacht? Wahrscheinlich nicht, denn zwischen Job, Familie, Sport und Hobbys bleibt meist keine Zeit. Schon gar nicht für einen ruhigen Moment mit sich selbst.

Genau da setzt Feldenkrais an, das sanfte Bewegungskonzept, das westliche und östliche Methoden verbindet. Feldenkrais - klingt irgendwie altbacken? Stimmt, die Methode hat der Judomeister Moshe Feldenkrais schon vor 50 Jahren entwickelt. Warum sie uns auch heute noch ganz viel bringt:

1. Weil wir anmutig wie Elfen aussehen

Ziel beim Feldenkrais ist es, Bewegungen zu finden, die ohne besondere Anstrengung ausgeführt werden. Langsam tastet man sich heran: Wie fühlt sich die Bewegung leicht an? Kann ich sie vielleicht auch anders machen und mich dadurch besser fühlen? Ganz allmählich wird man so sensibler für sich selbst und den eigenen Körper, die Bewegungen werden geschmeidiger, die Haltung besser. Das sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch prima an.

2. Weil es sinnlich und sexy macht

Feldenkrais hilft dabei, dass wir uns wieder besser spüren und unsere weibliche Seite zulassen – also unserer Intuition zu folgen und unserem Bedürfnis nach Harmonie. Denn mal ehrlich, im Alltag leben wir doch eher männlich: Ständig versuchen wir, stark und erfolgreich zu sein. „Feldenkrais betont das weibliche Prinzip: Man nutzt seine Körperintelligenz und findet so eine Leichtigkeit und Gelassenheit, die weiblich und attraktiv macht“, sagt der Feldenkrais-Lehrer Dirk Steinkamp.

3. Weil es Schmerzen lindert

Durch bewusst wahrgenommene, intelligente Bewegungen sollen eingefahrene Bewegungsmuster ohne großen Kraftaufwand verändert und Verspannungen gelöst werden. Feldenkrais hilft zum Beispiel bei Wirbelsäulenleiden, Knieschmerzen, verspannten Schultern und chronischem Schmerz.

4. Weil es die Körpersprache verbessert

Feldenkrais sorgt nicht nur für eine gute Motorik, auch die Körpersprache und die nonverbale Kommunikation klappen deutlich besser. Tänzer, Musiker oder Turner können daher von Feldenkrais profitieren. Der Feldenkrais-Lehrer Dirk Steinkamp zum Beispiel unterrichtet Argentinischen Tango mit Feldenkrais (www.feldenkrais-tango.de).

Angewohnheit mit fatalen Folgen: Junge ernährt sich jahrelang nur von Pommes

Drei Übungen – ganz weiblich, ganz stark

1. Beckenschaukel und Atemwippe

Check-In: Sie sitzen auf dem vorderen Drittel eines Stuhls und spüren dabei in sich hinein: Wie rund oder gestreckt ist Ihr Rücken? Ist das Becken eher nach vorne oder nach hinten gekippt? Wohin atmen Sie – in den Bauch oder in den Brustkorb? Los geht’s: 1. Kippen Sie das Becken mehrmals sanft nach vorne und hinten. Rücken und Kopf runden sich und richten sich auf. Beobachten Sie die Leichtigkeit der Bewegung und die Atmung. 2. Schicken Sie Ihre Atmung sanft nur in den Bauch, ins Becken und in den unteren Rücken und wiederholen Sie einige Atemzüge. 3. Schicken Sie Ihre Atmung mehrmals sanft nur in den Brustkorb. In welche Richtung bewegen sich die Schultern dabei? 4. Lassen Sie das Becken sanft nach vorne und hinten kippen, wobei sich der Rücken rundet und aufrichtet. Atmen Sie mit der Aufrichtung ein, mit dem Rundwerden aus. 6. Gleiche Bewegung, umgekehrte Atmung: Atmen Sie mit der Rundung ein, mit der Aufrichtung aus. Check-Out: Nehmen Sie Ihre spontane Sitzposition wahr: Wie rund oder gestreckt ist der Rücken? Wie aufrecht oder gebeugt fühlen Sie sich? Ist das Becken eher nach vorne oder hinten gekippt? Wo ist Raum für die Atmung? Wo befinden sich die Füße?

So oft: 5 bis 10 Wiederholungen für jede Bewegung; nach jedem Schritt eine kurze Pause einlegen und bequem hinsetzen

Das bringt’s: Gelassenheit, innere Ruhe, ein bewegliches Becken und eine weibliche Ausstrahlung

2. Flexibler Rumpf Check-In: Sie liegen auf dem Rücken: Welche Bereiche Ihres Körpers haben Kontakt mit dem Boden? Wie lang fühlen Sie sich rechts und links? Lassen Sie den Kopf nach rechts und links rollen: Wie leicht fühlt sich das an? Los geht’s: 1. Legen Sie sich auf den Bauch, der Kopf ist nach rechts gedreht, die Hände liegen neben dem Kopf, die Beine sind lang. Ziehen Sie das rechte Knie langsam neben das Becken. Wo in der Wirbelsäule und im Brustkorb können Sie nachgeben, damit die Bewegung einfacher wird? 2. Legen Sie die rechte Hand auf die linke Hand und beide Hände unter ihren Kopf. Die linke Wange ruht auf der rechten Hand. Heben Sie sanft den Kopf mithilfe der rechten Hand und des rechten Arms. Mit jeder Wiederholung beteiligen sich mehr Teile des Rückens. 3. Schritte 1 und 2 wiederholen, jedoch mit der linken Seite, der Kopf ist nach links gedreht, in Verbindung mit linkem Knie und linker Hand. Check-Out: Sie liegen auf dem Rücken. Welche Bereiche Ihres Körpers haben jetzt Kontakt mit dem Boden? Wie lang fühlen Sie sich rechts und links? Wie fühlt es sich jetzt an, den Kopf sanft nach rechts und links rollen zu lassen? Stehen Sie auf. Wie ist Ihr Stand? Wie groß oder klein fühlen Sie sich? Wie beweglich ist Ihr Rumpf? Ihr Hüftschwung? So oft: 5 bis 10 Wiederholungen für jede Bewegung; zwischen den Schritten eine kurze Pause einlegen Das bringt’s: einen beschwingten Hüftschwung und bewegliche Schultern, Weichheit und Flexibilität, Stärke im Rücken

Balance im Stehen Check-In: Sie stehen auf beiden Füßen. Wie geerdet fühlen Sie sich? Stellen Sie sich auf ein Bein. Wie stabil sind Sie? Oder ist es wackelig? Was geschieht, wenn Sie sich dabei umschauen? Oder die Augen schließen? Los geht’s: 1. Im Stand die Füße hintereinander auf einer imaginären Linie aufstellen. Jetzt in Zeitlupe das Gewicht verlagern, vom vorderen auf den hinteren Fuß und zurück. 2. Falten Sie Ihre Hände und legen Sie die gefalteten Hände auf den Kopf. Drehen Sie Kopf, Arme, Schultern einige Male sanft nach rechts und links. Was macht Ihre Atmung? Was geschieht mit der Balance? 3. Drehen Sie Kopf, Arme und Schultern etwas nach links und bleiben Sie dort an einer bequemen Stelle. Lassen Sie nun die Augen langsam nach rechts und links rollen und die Atmung dabei ruhig fließen. 4. Füße wieder hintereinander aufstellen und den Schwerpunkt erneut einige Male langsam in Zeitlupe zwischen dem hinteren und vorderen Fuß hin und her verlagern. Wie fühlt sich das jetzt an? 5. Wiederholen Sie die Schritte 1 bis 4 spiegelverkehrt, also mit dem anderen Fuß vorne. Check-out: Stehen Sie auf mit beiden Füßen parallel. Wie geerdet fühlen Sie sich? Stellen Sie sich auf ein Bein. Wie stabil sind Sie? Schauen Sie sich um. Schließen Sie die Augen und achten dann auf die Balance. Öffnen Sie die Augen wieder und gehen Sie durch den Raum - wie fühlt sich Ihr Gang jetzt an? So oft: 5 bis 10 Wiederholungen für jede Bewegung; zwischen den Variationen eine kurze Pause einlegen Das bringt’s: Balance, fließendes Gehen, Stabilität, Erdung

Text: Daniela Stohn

Wer hier schreibt:

Daniela Stohn
Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.