Freie Menstruation: Was steckt hinter dem Trend?

Immer mehr Frauen praktizieren heutzutage die "freie Menstruation". Was hinter dem Trend steckt und wie es funktioniert, erklären wir euch im Folgenden.

Zurück zu den Wurzeln – wie funktioniert das?

Wir haben Binden, Tampons und Menstruationstassen – Hilfsmittel, die sich Frauen im Mittelalter wohl auch gewünscht hätten. Damals ließen die Frauen das Blut während der Periode einfach laufen oder fingen es behelfsmäßig mit der Kleidung auf. Die freie Menstruation lässt die Errungenschaften des 21. Jahrhunderts hinter sich – und besinnt sich zurück auf die Wurzeln. Das heißt jedoch nicht, dass wir es wieder laufen lassen, sondern dass wir lernen, auf unseren Körper zu hören. Frauen, die die freie Menstruation praktizieren, wissen nämlich, wann sich ein neuer Blutschwall anbahnt.

Doch wie funktioniert das? Auf der Toilette entspannt die Frau den Beckenboden und wippt das Becken zusätzlich vor und zurück. Bei manchen Frauen soll es zudem helfen, den Unterbauch zu massieren, um das Blut fließen zu lassen. Einmal Blutablassen dauert zwischen einer und fünf Minuten. Das variiert aber je nach Zyklustag und Blutungsstärke. Zwischen den Schüben liegen zwischen zehn Minuten und vier Stunden.

Vor- und Nachteile der freien Menstruation

Die Methode der freien Menstruation ist gesund und äußerst hygienisch. Wer Tampons und Binden nutzt, läuft immer wieder Gefahr, dass Keime oder andere bedenkliche Inhaltsstoffe in die Vagina gelangen. Darüber hinaus reduziert man seinen Müll erheblich, sodass die Umwelt geschont wird. Gleichzeitig berichten Frauen in Online-Foren, dass sie dank freier Menstruation kaum noch Regelschmerzen haben.

Der Nachteil liegt jedoch auf der Hand: Wer nicht geübt ist, sollte immer einen Tampon oder ein anderes Hilfsmittel zur Hand haben. Ansonsten kann es zu unangenehmen Zwischenfällen kommen. Und auch die Umsetzbarkeit ist fraglich, immerhin sind Toiletten nicht immer und überall verfügbar. Übrigens: Für Frauen mit starker Menstruationsblutung ist die Methode überhaupt nicht geeignet.

Für wen ist die freie Menstruation geeignet?

Wer sich für die freie Menstruation entscheidet, möchte seinen natürlichen Zyklus so wenig wie möglich selbst beeinflussen. Die Frauen respektieren den natürlichen Rhythmus des Körpers – und verzichten zudem weitestgehend auf hormonelle Verhütungsmethoden. Doch wie praktikabel ist das Ganze?

Wir finden: Für Frauen, die sich ihre Zeit frei einteilen können und das Haus nicht verlassen müssen, ist die freie Menstruation eine gute Alternative zu Binden und Tampons. Immerhin ist die Methode wirklich gesund. Trotzdem: Die Umsetzbarkeit hält sich für berufstätige Frauen eher in Grenzen. Denn wer hat schon die Zeit, alle 30 Minuten für fünf Minuten auf dem Klo zu verschwinden? Und richtig Lust auf ein blutiges Malheur haben wir auf Arbeit wohl auch nicht.

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jg
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Freie Menstruation: Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür

Immer mehr Frauen praktizieren heutzutage die "freie Menstruation". Was hinter dem Trend steckt und wie es funktioniert, erklären wir euch im Folgenden.

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