Was hilft gegen einen Fersensporn?

Man sieht nichts, aber es tut wahnsinnig weh. Viele Menschen um die 40 klagen über Schmerzen unter der Fußsohle. Meistens ist ein Fersensporn der Grund.

Wie ein spitzes Steinchen im Schuh - so kann es sich anfühlen, wenn sich der stechende Schmerz in der Ferse das erste Mal bemerkbar macht. Zum Beispiel nach dem Stadtbummel in den neuen Sommersandalen oder nach dem Halbmarathon, für den man so lange trainiert hat. Aber da ist nichts - nichts unterm Schuh und auch nichts drin. Nur der Schmerz ist da und wird zum ständigen Begleiter.

Ungefähr jede Zehnte von uns quält sich früher oder später mit einem so genannten Fersensporn - ein knöcherner Stachel, der bis zu 15 Millimeter groß werden kann. Allerdings muss dieser selbst gar nicht unbedingt weh tun, die eigentliche Schmerzursache ist eine starke Entzündung. Und zwar die der Sehnenplatte, die unten am Fersenknochen ansetzt und diesen mit den Muskelsträngen der Fußsohle verbindet. "Plantarsehnenentzündung" oder "Plantarfasziitis" lautet denn auch die medizinische Diagnose hinter dem Schmerz.

Besonders gefährdet sind Menschen mit Knick- oder Senkfuß

Die Ursache dafür ist eine chronische Überlastung der Fersenpartie. Auf Schritt und Tritt federt die den Körper ab - und trägt damit oft ein Vielfaches unseres Gewichts. Manchmal werden diese Strapazen der Sehnenplatte schlicht zu viel: Zerrungen und Entzündung sind die Folge, es können kleine Risse entstehen, die der Körper durch die Einlagerung von Kalk zu heilen versucht, ein Knochensporn wächst.

Besonders gefährdet sind Menschen mit Knick- oder Senkfuß, weil diese Fehlstellungen die Sehne zusätzlich beanspruchen. Außerdem spüren unsere Füße natürlich jedes Kilo zu viel; und mit dem Alter hat die Sehne sowieso oft mehr zu ertragen, da das Fettpolster, das als natürlicher Dämpfer unter der Ferse sitzt, zunehmend kleiner wird. Die Beschwerden beginnen deswegen häufig um die 40.

Entscheidend ist aber auch, was wir unseren Füßen tagtäglich zumuten. Speziell Joggen auf Asphalt ist eine Extrembelastung, auch langes Stehen kann zur Sehnenentzündung führen. Und natürlich spielen Schuhe eine Rolle, wobei ausnahmsweise nicht die spitzen mit den hohen Absätzen problematisch sind, sondern eher harte, ungepolsterte Schuhe, wie etwa ganz flache Ballerinas, Sandaletten oder Flipflops.

Rasche Linderung bringen Gelkissen als Puffer unter der Ferse

Damit ist klar, was gegen Entzündung und Schmerz hilft: Entlastung. Und zwar so früh wie möglich. Je länger wir die Zähne zusammenbeißen und weder Sportprogramm noch Schuhe wechseln, desto stärker werden die Beschwerden und desto langwieriger ihre Behandlung. Wer abends die wehen Füße hochlegt, macht also schon mal einiges richtig. Aber leider klingt die Entzündung nicht so schnell ab, wie die Schmerzen gekommen sind. Ist auch der Schleimbeutel betroffen, sind sie am nächsten Morgen sogar erst mal noch schlimmer, weil er über Nacht anschwellen konnte.

Rasche Linderung bringen dann Gelkissen als Puffer unter der Ferse. Auf Dauer jedoch sind sie keine Lösung. Vor allem Knick- und Senkfüße brauchen maßgeschneiderte Einlagen, die nachhaltig Druck von der Ferse nehmen. Sind die Schmerzen sehr schlimm, kann auch Kortison gespritzt werden. Allerdings ist diese Behandlung umstritten, weil Fersengewebe, wie etwa das Fettpolster, zusätzlich geschwächt werden kann. Gut verträglich sind dagegen homöopathische Arzneimittel, wie etwa Hekla lava aus Vulkanasche, auf die manche Betroffene schwören.

Das A und O der Behandlung sind allerdings Dehnübungen (siehe unten). Sie sorgen einerseits für eine Entspannung der Sehnenplatte. Andererseits kräftigen sie Fußmuskeln und -gewölbe, so dass Fehlbelastungen vermieden werden. Gymnastik plus Einlagen führen bei rund 80 Prozent der Betroffenen zum Erfolg. Erst bei hartnäckigeren Beschwerden kommen andere Verfahren zum Einsatz:

  • Stoßwellen: Sie können die Heilung im entzündeten Gewebe anstoßen, zertrümmern - anders als oft behauptet - jedoch nicht den Sporn selbst. Obwohl viele Fersensporn-Geplagte von den meist gut verträglichen Stoßwellen profitieren, zahlen die gesetzlichen Kassen sie jedoch in der Regel nicht.
  • Röntgenstrahlen: Laut Experten bringen sie in 70 bis 100 Prozent der Fälle eine Besserung. Die Behandlung wird von den Krankenkassen übernommen, sollte wegen der (wenn auch geringen) Strahlendosis allerdings nicht bei Menschen unter 40 eingesetzt werden.
  • Operation: Dabei wird der Knochensporn abgetragen, vor allem aber die Plantarsehne eingekerbt, woraufhin sie unter Längenzunahme zusammenheilt und nicht mehr so stark unter Spannung steht. Der Eingriff gilt als letztes Mittel und muss nur sehr selten erfolgen. Immer erforderlich, um wieder schmerzfrei auf die Füße zu kommen, ist jedoch Geduld. Sehr viel Geduld. Oft dauert es sechs bis neun Monate, bis die Beschwerden verschwinden.

Dehnen, dehnen, dehnen!

Auch wer keine Beschwerden hat, tut seinen Füßen mit diesen Übungen etwas Gutes. Und wer akute Schmerzen an der Ferse hat, sollte sie zwei- bis dreimal täglich machen.

Schritt 1

Der Klassiker bei Fußproblemen: Setzen Sie sich auf Bettkante oder Stuhl und rollen Sie die Fußsohle einige Minuten auf einem Tennisball hin und her.

Schritt 2

Stellen Sie sich so hin, als wollten Sie einen großen Schritt machen, und halten Sie sich an einer Stuhllehne fest. Das betroffene Bein strecken Sie nach hinten aus, das andere Bein ist gebeugt. Jetzt verlagern Sie den Körper abwärts nach vorn, bis es im gestreckten Bein zieht. Etwa 20 Sekunden halten.

Schritt 3

Setzen Sie sich mit gestreckten Beinen auf den Boden, und legen Sie ein Gymnastikband (oder ein zusammengerolltes Handtuch) um den Fuß. Ziehen Sie den Fuß nun vorsichtig in Richtung Körper, und halten Sie die Spannung 30 Sekunden lang.

Schritt 4

Stellen Sie sich mit beiden Füßen so auf eine Stufe, dass die Fersen überstehen. Halten Sie sich mit einer Hand am Geländer fest. Nun senken Sie die Fersen langsam nach unten ab. Spannung für 20 bis 30 Sekunden halten. "Diese Übung ist die beste", sagt Dr. Jörn Dohle, Präsident der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk.

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Text: Ulrike ViegenerBRIGITTE 11/2014
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