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Schlaganfall - und alles ist anders


Die Kabarettistin Gaby Köster kehrt nach einem Schlaganfall in die Öffentlichkeit zurück - und schildert, wie sich ihr Leben durch die Krankheit geändert hat. Was Sie über das Thema Schlaganfall wissen müssen.
Schlaganfall - und alles ist anders

Sie ist wieder da: Drei Jahre nach ihrem Schlaganfall kehrt Gaby Köster in die Medien zurück. Die 49-jährige Kabarettistin und Schauspielerin ("7 Tage, 7 Köpfe", "Ritas Welt") war 2008 überraschend aus der Öffentlichkeit verschwunden. Erst später wurde der Grund dafür bekannt: Köster hatte einen schweren Schlaganfall erlitten, der ihre linke Körperseite lähmte.

Über ihre Erlebnisse hat sie ein Buch geschrieben, das am Freitag erscheint: "Ein Schnupfen hätte auch gereicht - Meine zweite Chance". Sie beschreibt darin, wie sich ihr Leben durch den Schlaganfall geändert hat. Was Sie über das Thema Schlaganfall wissen müssen.

Was passiert bei einem Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall wird die Durchblutung des Gehirns gestört, etwa weil ein Gerinnsel ein Blutgefäß blockiert und so Teile des Hirns nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden und Hirnzellen absterben.

Schlaganfall - wer ist betroffen?

Rund 200.000 Menschen im Jahr erhalten in Deutschland die Diagnose Schlaganfall. Oft sind Menschen über 70 betroffen, doch ungefähr 15 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind jünger als 55 Jahre - so wie Gaby Köster.

Als gefährdet gilt, wer an Bluthochdruck oder Diabetes leidet, Übergewicht hat oder einen hohen Cholesterinspiegel. Auch Rauchen und die Pille erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall.

Wie gefährlich ist ein Schlaganfall?

Schlaganfall ist die zweithäufigste Todesursache weltweit (hinter Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt). Zwar überleben in Deutschland zwei Drittel der Patienten das erste Jahr nach dem Schlaganfall. Viele leiden aber für immer an den Folgen der Krankheit und sind auf Hilfe angewiesen.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Das kommt drauf an, welcher Teil des Gehirns durch den Schlaganfall betroffen ist: Manche Betroffene können nicht mehr sprechen, andere haben halbseitige Lähmungserscheinungen oder Sehstörungen. Ein Schlaganfall kann sich aber auch ganz anders äußern, etwa durch Kopfschmerzen, Schwindel oder Verwirrtheit.

Fatal: Bei Frauen wird ein Schlaganfall oft nicht schnell genug erkannt, weil sie weniger eindeutige Symptome zeigen. So leiden Frauen, anders als Männer, oft unter Übelkeit und Erbrechen, Gliederschmerzen oder Atemnot.

Oft kündigt sich ein Schlaganfall an: Die für Schlaganfall typischen Symptome treten auf, verschwinden aber nach kurzer Zeit wieder. Diese Warnzeichen sollte man unbedingt ernst nehmen und sofort den Notarzt rufen.

Nachweisen lässt sich ein Schlaganfall durch eine Computertomografie (CT) oder eine Kernspintomografie (MRT).

Was tun bei einem Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sollte man daher den Notarzt rufen (112). Auf einer speziellen Schlaganfall-Station, der so genannten Stroke Unit, kann man Betroffenen am besten helfen.

Wo kann ich mich weiter informieren?

Bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unter www.schlaganfall-hilfe.de

Text: Angelika Unger Foto: dpa/picture alliance

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