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Studie Risiko für Gebärmutterhalskrebs sinkt durch HPV-Impfung um 88 Prozent

Gebärmutterhalskrebs: Mädchen wird geimpft
© Alexxndr / Shutterstock
Eine Auswertung schwedischer Daten belegt: Die HPV-Impfung senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs massiv. Wir verraten, was du darüber wissen solltest.

Wie gut schützt eine Impfung vor Humanen Papillomaviren (HPV) tatsächlich vor der Erkrankung Gebärmutterhalskrebs? Diese Frage war lange strittig. Eine Datenauswertung aus Schweden zeigt, wie sinnvoll die Impfung tatsächlich ist: Demnach senkt die HPV-Impfung das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um 88 Prozent. Das Untersuchungsergebnis erschien im New England Journal of Medicine.

Alter der Geimpften ist entscheidend

Bei der Auswertung aus dem schwedischen Gesundheits- und Bevölkerungsregister wurden die Daten von über 1,6 Millionen Mädchen und jungen Frauen zwischen 2006 und 2017, also über einen Zeitraum von elf Jahren hinweg, verglichen. Die Wahrscheinlichkeit, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, sank bei den geimpften Mädchen und Frauen massiv – allerdings spielte es eine große Rolle, in welchem Alter geimpft wurde.

Die Studie belegt: Wurden die Mädchen vor einem Alter von 17 Jahren geimpft, konnte das Erkrankungsrisiko um die bereits genannten 88 Prozent gesenkt werden. Erfolgte die Impfung im Alter von 17 bis 30, verminderte sich das Risiko immer noch um etwa 50 Prozent.

Nicht nur Zellveränderungen werden verhindert, sondern auch Tumore

Abgesehen davon, dass die Auswertung die Wirksamkeit der Impfung belegt, konnte sie außerdem noch eine zweite Frage klären, über die es bisher Uneinigkeit gab: Schützt die Impfung lediglich gegen die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs, also vor Zellveränderungen, oder schützt sie auch vor Tumoren an sich? Die Antwort: Tatsächlich kann die HPV-Impfung auch Gebärmutterhalskrebstumoren vorbeugen. Jiayao Lei vom Stockholmer Karolinska-Institut schreibt dazu in einer Mitteilung zur Studie: "Wir zeigen zum ersten Mal auf Bevölkerungsebene, dass die HPV-Impfung nicht nur vor Zellveränderungen schützt, die Vorläufer von Gebärmutterhalskrebs sind, sondern vor Gebärmutterhalskrebs selbst." Damit widerlegt die Auswertung ein häufig genanntes Argument von Impf-Gegnern, laut dem Gebärmutterhalskrebserkrankungen selbst durch die Impfung nicht weniger werden würden.

Auch Jungen sollten sich impfen lassen

Zwar sind es Frauen und Mädchen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken – in Deutschland jährlich aktuell etwa 4400, von denen etwa 1500 Patientinnen sterben –, übertragen werden die auslösenden Humanen Papillomviren aber vor allem durch sexuelle Kontakte. Deshalb empfiehlt die Ständige Kommission (STIKO), dass auch Jungen gegen HPV geimpft werden sollten. Generell sollten Kinder idealerweise schon im Alter zwischen neun und 14 geimpft werden, vor allem aber möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre.

Mehr Informationen über Gebärmutterhalskrebs erfährst du auf entschiedengegenkrebs.de

verwendete Quellen: Mitteilung des Karolinska-Instituts, rtl.de

Brigitte

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