Das sind die häufigsten Krankheiten der Deutschen

Wie gesund sind wir, woran sterben wir? Diese Fragen hat das Robert-Koch-Institut in seinem aktuellen Bericht zur Gesundheit der Deutschen beantwortet.

Und, wie geht's uns so?

Die meisten Deutschen fühlen sich grundsätzlich wohl, zeigt der aktuelle Gesundheitsbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI). Etwa drei Viertel schätzen ihre Gesundheit als gut oder sogar als sehr gut ein. Diese positive Selbsteinschätzung sinkt jedoch mit zunehmendem Alter: Die Über-70-Jährigen bewerten ihre Gesundheit nur noch als mittelmäßig - was auch nicht sonderlich überrascht, schließlich mehren sich mit den Jahren auch die Krankheiten und Zipperlein. Die Besserverdiener fühlen sich - ebenfalls logisch - in der Regel besser als die sozial schwächer gestellten Deutschen. Und sie haben auch tatsächlich eine höhere Lebenserwartung.

Erschreckendes Ergebnis: Jedes zweite Putzmittel ist gesundheitsschädigend

Wie alt werden wir denn im Durchschnitt?

Wir werden immer älter: Bei Neugeborenen liegt die mittlere Lebenserwartung für Frauen bei 83 Jahren, für Männer bei 78 Jahren. Bis zum Jahr 2060 sollen die Werte um weitere sechs Jahre steigen. Die Zahl der Menschen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen oder Krebs sterben, ist innerhalb der vergangenen 20 Jahre gesunken. Auch der plötzliche Kindstod wird seltener.

Was sind die häufigsten Todesursachen?

Trotz aller Fortschritte in der Therapie und einer besseren medizinischen Versorgung bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einem Anteil von knapp 40 Prozent die häufigste Todesursache. Auf Platz zwei folgen Krebserkrankungen. Dem Bericht zufolge geht ein Viertel aller Todesfälle in Deutschland darauf zurück. Zwar erkranken insgesamt mehr Menschen an Krebs (weil wir immer älter werden), die Sterblichkeitsrate bei den meisten Krebsarten sinkt allerdings - auch dank Frühdiagnosen und besseren Therapiemöglichkeiten.

Unterscheiden sich die Todesursachen bei Frauen und Männern?

Durchaus: Unfälle sind bei Männern zum Beispiel auf Platz 8, bei Frauen tauchen sie gar nicht in den Top 10 der häufigsten Todesursachen auf. Dafür sterben mehr Frauen an Bluthochdruck und damit verbundenen Krankheiten. Bei beiden Geschlechtern sind Erkrankungen der Herzkranzgefäße auf Platz 1 - wobei Frauen insgesamt seltener daran sterben. Sie fallen dagegen häufiger Durchblutungsstörungen im Gehirn (z.B. verursacht durch Schlaganfälle) zum Opfer. Bei Männern ist die zweithäufigste Todesursache Lungenkrebs.

Was sind die größten Gesundheitsrisiken?

Sorge bereiten den Gesundheitsexperten vor allem die steigende Anzahl der Diabetespatienten, geringe Impfquoten und resistente Keime, die es erschweren, Infektionskrankheiten einzudämmen.

Die Zahl der Neuerkrankungen an Diabetes mellitus hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Übergewicht und ein insgesamt ungesunder Lebenswandel zählen hier zu den Hauptursachen. in Deutschland sind rund 4,6 Millionen Erwachsene davon betroffen.

Infektionskrankheiten sind auch heute noch ein großes Risiko: Seit der Jahrtausendwende infizieren sich jedes Jahr mehr Menschen mit HIV, auch die Hepatitis-C-Infektionen sind angestiegen. Bei Krankheiten wie den Masern seien die Impfquoten entschieden zu niedrig, so das RKI. Auch die Ausbreitung an Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika sei besorgniserregend. Besonders gefährlich seien Infektionen mit sogenannten multiresistenten Keimen wie etwa dem Staphylococcus aureus (MRSA), der Lungenentzündungen verursachen kann. Das RKI weist zudem auf die Gefahrenzone Krankenhaus hin: Bis zu 600.000 Patienten im Jahr infizieren sich dort bei Behandlungen.

nw
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