Body Shaming kann krank machen

Wir haben es schon geahnt, nun hat die Wissenschaft einen ersten Nachweis geliefert: Body Shaming kann physisch krank machen. Warum das so ist, lest ihr hier:

Body Shaming ist noch immer ein großes Thema in unserer Gesellschaft: "Zu dicke" und "zu dünne" Personen werden wegen ihrer Figur angefeindet und müssen sich dagegen zur Wehr setzen. Dass diese Kritik nicht spurlos an den Betroffenen vorübergeht und in schlimmen Fällen zu mentalen Problemen führen kann, ist vermutlich allen klar.

Nun haben Wissenschaftler der Bucknell University in Pennsylvania jedoch herausgefunden, dass Body Shaming auch eine Rolle bei physischen Erkrankungen spielen kann.

Studie: Krank durch Body Shaming?

Verlauf

Jean Lamont, Leiterin der Studie an der Bucknell University, wollte herausfinden, inwiefern Body Shaming die Gesundheit beeinflusst. In einer ersten Studie ließ sie 177 Studentinnen auf Statements wie "Wenn ich nicht in die Größe passe, in die ich passen sollte, fühle ich mich beschämt" oder "Ich fühle mich oft verletzlich und krank" antworten. Die Probandinnen wurden aufgefordert, anzugeben, wie stark sie mit einem Statement übereinstimmten oder nicht.

Lamont nutzte die Antworten, um das Level der "Körperscham" und die Einstellung der Teilnehmerinnen zum eigenen Körper und zur eigenen Gesundheit einschätzen zu können. Im Anschluss mussten die Frauen angeben, wie viele Infektionen und Krankheiten sie in den letzten fünf Jahren gehabt hätten. Diese Studie wiederholte Lamont noch einmal mit 181 Probanden und einem zeitlichen Abstand von drei Monaten.

Ergebnisse

Nachdem Lamont beide Studien analysiert hatte, fand sie heraus, dass Frauen, die unter Body Shaming litten, auch mehr Krankheiten und Infektionen im Verlauf der letzen Jahre hatten. Allgemein schätzten diese Frauen ihre Gesundheit weniger als Frauen, die mit ihrem Körper zufrieden waren. Sie gaben an, zu rauchen, ungesund zu essen und unter depressiven Episoden zu leiden. Übersetzt heißt das: Wenn wir uns schlecht in unserem Körper fühlen, dann haben wir weniger Lust, Acht auf unsere Gesundheit zu geben. Und das macht uns wiederum anfälliger für Krankheiten.

Was lernen wir daraus?

Die Ergebnisse der Studie bergen eine große Frage: Wenn sich so viele Frauen schlecht in ihren Körpern fühlen, wie schlimm ist das Body Shaming dann wirklich für unsere Gesundheit? Zwar ist die Teilnehmerzahl zu klein, um generelle Aussagen über die Verbindung von Body Shaming und Krankheiten zu machen, eines wissen wir nun jedoch: Schlechte Gefühle in Bezug auf unsere Körper können potenziell auch unsere physische Gesundheit beeinflussen.

Und was lernen wir daraus? Wir sollten anfangen, unseren Körper so zu lieben, wie er ist. Warum sollten wir unsere Gesundheit aufs Spiel setzen, nur weil wir nicht wie Supermodels oder Megastars aussehen? Und ganz ehrlich: Auch die werden ab und an mit dem Thema Body Shaming konfrontiert.

jg
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