Organspende: Neue Regelung in Deutschland

In Deutschland fehlt es an Spenderorganen. Damit sich das ändert, muss künftig jeder Erwachsene entscheiden, ob er zur Organspende bereit ist.

Tausende Deutsche brauchen dringend eine neue Niere, eine Leber oder ein Herz. Jedoch sind nicht genug Menschen bereit, nach dem Tod ihre Organe zu spenden. Deshalb wird das Thema Organspende in Deutschland nun neu geregelt: mit der so genannten "Entscheidungslösung".

Jeder Erwachsene soll künftig regelmäßig Post von seiner Krankenkasse erhalten. Neben Informationen zum Thema enthalten die Briefe die Aufforderung, sich für oder gegen Organspende zu entscheiden. Darauf haben sich Gesundheitspolitiker von Regierung und Opposition geeinigt. Die Briefe sollen bereits dieses Jahr erstmals verschickt werden.

Bislang gilt in Deutschland die Zustimmungslösung: Organe dürfen nur entnommen werden, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hatte. In anderen Ländern, etwa Belgien oder Österreich, ist es umgekehrt: Wer ausdrücklich nicht widerspricht, kommt automatisch als Organspender in Frage.

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben 2011 rund 1200 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet - 7,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Täglich sterben drei Menschen, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen.

Text: Angelika Unger Foto: istockphoto

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