Was tun, wenn das Kind krank ist?

Plötzlich ist euer Kind krank, wirkt matt, hat Fieber. Doch müsst ihr deshalb gleich zum Arzt? Eine Checkliste mit den wichtigsten Symptomen. Und Tipps, die schnell helfen.

Husten

Wenn das Kind trotz Husten fit wirkt, kann man erst mal mit Hausmitteln behandeln. Oder probiert es mit einem pflanzlichen Hustensaft wie "Bronchilin" von Mama Natura, das den Hustenreiz reduzieren und Abhusten unterstützen soll.

Zum Arzt solltet ihr gehen, wenn euer Kind schlecht Luft bekommt, laut und schnell atmet oder apathisch wirkt.

Ohrenschmerzen

Gegen die akuten Beschwerden helfen ein abschwellendes Schnupfenspray plus ein fiebersenkendes und schmerzstillendes Zäpfchen. Danach aber gleich zum Kinderarzt gehen.

Zahnschmerzen

Wenn die ersten Milchzähne im Anmarsch sind, bekommen eure Kleinen unter Umständen große Zahnschmerzen. Speziell zur Pflege des Zahnfleisches von Säuglingen entwickelte Zahnungsgele können helfen. Sie pflegen und beruhigen das Zahnfleisch.

Schnupfen

Eine Erkältung mit Fieber bis 38,5 Grad kann man gut mit Hausmitteln behandeln, wenn das Kind nicht sehr krank wirkt. Steigt das Fieber schnell auf höhere Werte, dann solltet ihr besser den Arzt konsultieren.

Halsschmerzen

Zum Arzt solltet ihr gehen, wenn auf den Mandeln Eiterbeläge zu erkennen sind (nehmt die Taschenlampe!), wenn das Fieber über 39 Grad steigt oder wenn das Kind schlecht Luft bekommt. Sonst reichen die bewährten Hausmittel.

Blähungen und Durchfall

Ein Fall für den Arzt besteht, wenn das Kind nicht trinken will, wenn es eine trockene Zunge hat oder benommen und müde wirkt. Außerdem bei heftigem Bauchweh oder wenn sehr starker Durchfall länger als einen Tag anhält.

Wenn euer Baby unter leichten Blähungen leidet, könnt ihr auch auf homöopathische Mittel wie "Bellilin" Mama Natura zurückgreifen. Es soll die sensiblen Verdauungssysteme von Säuglingen und Kleinkindern beruhigen.

Schmerzen beim Wasserlassen

Bei diesen Beschwerden geht ihr mit eurem Kind am besten gleich zum Arzt: Denn ziemlich sicher steckt eine Blasenentzündung dahinter, die mit Medikamenten behandelt werden muss.

Hautausschlag

Treten Fieber und Hautausschlag gleichzeitig auf, ist eine Kinderkrankheit sehr wahrscheinlich. Ansteckungsgefahr! Ruft deshalb lieber erst beim Kinderarzt an und schildert die Symptome, statt gleich in die Praxis zu fahren.

Bei Hautrötungen, die durch einen Insektenstich hervorgerufen wurden, empfiehlt sich ein kühlendes Gel, das rasch für Linderung sorgt.

Kopfweh

Leichte Kopfschmerzen sind bei grippalen Infekten nicht ungewöhnlich. Wenn das Kind aber zusätzlich den Kopf nicht richtig nach vorn auf die Brust beugen kann (steifer und schmerzender Nacken), sich übergibt und richtig krank wirkt, solltet ihr umgehend zum Arzt. Diese Symptome könnten von einer Hirnhautentzündung ausgehen.

Übelkeit und Erbrechen

Wenn das Kind gar nichts bei sich behält, solltet ihr spätestens nach einem Tag zum Arzt gehen. Klagt es zusätzlich über Kopfweh und ist es benommen, müsst ihr sofort zum Kinderarzt - eine Hirnhautentzündung ist dann nicht auszuschließen!

Hausbesuch: Wann kommt der Kinderarzt nach Hause?

Die meisten Ärzte sehen hohes Fieber bei einem Kind nicht als zwingenden Grund für einen Hausbesuch. Für die Untersuchung in der Praxis spricht, dass dort viel sicherer und schneller eine Diagnose gestellt werden kann, weil z. B. Blut-, Urin- oder Ultraschall-Untersuchungen gemacht werden können.

Wer dennoch lieber mit dem kranken Kind zu Hause bleiben möchte, sollte schon bei der Wahl des Kinderarztes klären, ob er oder sie in solchen Fällen auch nach Hause kommt.

Mittelohrentzündung - helfen Antibiotika?

Da gehen die Meinungen weit auseinander. In Holland bekommt nur jedes dritte Kind mit Mittelohrentzündung ein Antibiotikum, in den USA sind es über 90 Prozent.

Viele Studien haben aber gezeigt, dass eine unkomplizierte Mittelohrentzündung mit und ohne Antibiotika gleich schnell abklingt. Meist überwiegen also die Nachteile einer Antibiotika-Behandlung wie Übelkeit, Durchfall und die Gefahr, die Darmflora zu schädigen oder resistente Keime zu züchten.

Antibiotika machen Sinn bei Kindern unter drei Jahren, wenn sie sich richtig krank fühlen und Fieber haben. Oder wenn die Beschwerden sich nach zwei bis drei Tagen nicht bessern.

Immer wieder Halsweh - sollen die Mandeln raus?

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Mandel-OP lohnt es sich, zwei Meinungen einzuholen, zum Beispiel vom Kinder- und vom HNO-Arzt. Denn die Mandeln haben eine wichtige Abwehrfunktion, damit Keime nicht bis in Bronchien und Lunge vordringen.

Eine Mandelentfernung kann Sinn machen, wenn eitrige Entzündungen sehr häufig (mehr als sechsmal pro Jahr) auftreten, wenn die Mandeln chronisch entzündet oder extrem vergrößert sind. Denn dann können sie Schlucken und Atmung behindern, das Kind schnarcht oder hat im Schlaf Atemaussetzer.

Eine schonendere Alternative zur Mandelentfernung: Sie werden mit dem Laser verkleinert.

jg
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