Gliederschmerzen: Ursachen und Behandlungen

Gliederschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Hier verraten wir typische Auslöser und wie du die Beschwerden wieder loswerden kannst.

Was sind Gliederschmerzen?

Gliederschmerzen ("Extremitätsschmerzen") können in allen Altersklassen auftreten und bezeichnen Schmerzen in den Armen oder Beinen. Meistens sind sie ein Symptom einer anderen Erkrankung und entstehen aus eher harmlosen Gründen wie durch eine Erkältung oder wegen Muskelkater, es kann aber auch eine ernstere Ursache wie beispielsweise ein Tumor dahinterstecken. Gliederschmerzen werden jeweils anhand des Auslösers behandelt.

Gliederschmerzen können überall an den Gliedern auftreten: 

  • An den Ober- und Unterarmen, 
  • den Schultern, 
  • den Ellbogen und Händen, 
  • aber auch an Hüfte, 
  • Ober- und Unterschenkeln
  • sowie den Knien und Füßen. 

Ebenso vielseitig kann die Art des Schmerzes sein: Er kann leicht oder stark sein, ein- oder beidseitig auftreten und ziehend, beißend oder stechend sein. All das kann es für den Arzt schwierig machen, die genaue Ursache für die Gliederschmerzen zu ergründen. Je nach Dauer und Intensität der Beschwerden kommen viele verschiedene Auslöser in Frage. Je älter wir werden, desto mehr steigt das generelle Risiko für Gliederschmerzen.

Frau trinkt Tee

Akute und chronische Gliederschmerzen

Es wird zwischen akuten und chronischen Gliederschmerzen unterschieden. Die akute Form lässt sich oft auf vorübergehende Krankheiten wie zum Beispiel Infektionen oder Muskelverletzungen zurückführen. Von chronischen Beschwerden sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Die Schmerzen bestehen hier für mindestens drei bis fünf Monate ununterbrochen und lassen sich nicht immer eindeutig lokalisieren. Bei ihrer Entstehung spielen verschiedene Faktoren eine größere Rolle. Dazu zählen:  

  • Emotionale Verfassung: Depressionen und Angststörungen, Stress
  • Lebensstil: Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum, Übergewicht und körperliche Aktivitäten
  • Arbeitsplatzumstände: Ständiges Sitzen, große körperliche Anstrengungen, generelle Arbeitszufriedenheit

Ursachen: Wie entstehen Gliederschmerzen?

Auch bei den möglichen Ursachen muss nach akuten und chronischen Schmerzen unterschieden werden:

Akute Gliederschmerzen an Armen und Beinen:

  • Grippaler Infekt, (echte) Grippe oder Masern. Es treten oft weitere Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit auf.
  • Sportverletzungen, z. B. durch Stürze oder Überdehnung
  • Fehlbelastungen, z. B. durch schlechte Haltung oder Fußfehlstellungen
  • Thrombosen oder Embolien

Akute Armschmerzen:

  • Tennisarm
  • Sehnenentzündungen z. B in der Schulter oder dem Unterarm
  • Schmerzen, die in den Arm ausstrahlen

Akute Beinschmerzen:

  • Entzündungen, z. B. der Achillessehnen oder der Kniescheibe
  • Schleimbeutelentzündung der Hüfte
  • Fersensporn
  • Gereizter Ischiasnerv
  • Muskelverspannung

Ursachen für chronische Gliederschmerzen

Liegen chronische Gliederschmerzen vor, sind die Ursachen dafür oft ernsterer Natur. Halten die Schmerzen über Monate oder gar Jahre an, gelten die Gliederschmerzen nicht mehr als Symptom, sondern als eigenständige Erkrankung. Folgende Ursachen kann es für die akute Form der Krankheit geben:

  • Rheumatische Erkrankungen wie Arthrose und Arthritis
  • Osteoporose
  • Sehnenentzündungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Tumore
  • Nervenerkrankungen
  • Kreuzschmerzen

Wann sollte ich wegen Gliederschmerzen zum Arzt?

Wenn die Schmerzen länger anhalten, stärker werden und / oder sich nicht auf eine einfache Ursache wie eine Erkältung zurückführen lassen, ist der Besuch beim Arzt sinnvoll. Sonst besteht das Risiko, dass die Gliederschmerzen chronisch werden. Je früher die Behandlung stattfindet, desto geringer ist das Risiko – und desto eher wird man die Schmerzen wieder los.

Behandlung: Was hilft bei Gliederschmerzen?

In der Regel werden Gliederschmerzen anhand der Ursache behandelt. Das muss nicht in jedem Fall über den Arzt geschehen – steckt ein recht harmloser Infekt hinter den Beschwerden, reicht es oft schon, sich auszuruhen und schmerzlindernde Medikamente einzunehmen. Manche Patienten verspüren auch Linderung, wenn sie sich kühle Umschläge als Hausmittel um die Glieder legen.

Sind Über- oder Fehlbelastungen der Auslöser der Gliederschmerzen, können folgende Tipps helfen:

  • Gezieltes Aufbautraining bei unterentwickelter Muskulatur
  • Auf eine gerade Körperhaltung achten
  • Bei häufigem Sitzen: Stündlich aufstehen und etwas hin und her gehen
  • Bei Computerarbeit Pausen machen
  • Übergewicht abbauen
  • Fußfehlstellungen z. B. durch orthopädische Einlagen korrigieren
  • Einseitige sportliche Belastung vermeiden, stattdessen bietet sich Krafttraining für alle Muskelgruppen an
  • Bei Entzündungen (z. B. Sehnenentzündungen) ist Entlastung ratsam

Damit es gar nicht erst zu Gliederschmerzen kommt, hilft eine generell gesündere Lebensweise. Dazu zählen eine ausgewogene, gesunde Ernährung (wie du einen Ernährungsplan erstellen kannst, erklären wir hier), Bewegung an der frischen Luft und der Verzicht auf Zigaretten. Auch Genussmittel wie Alkohol sollten nur in Maßen konsumiert werden, um Gliederschmerzen vorbeugen zu können.

Infektionsbedingte Gliederschmerzen

Dich hat eine Erkältung oder die Grippe erwischt? Was gegen Husten, Schnupfen und Fieber hilft erfährst du zum Beispiel in unseren Artikeln Hausmittel gegen Husten, Hausmittel gegen Fieber und Hausmittel gegen Erkältung.

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