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Greenpeace-Test: Welchen Fisch können wir noch bedenkenlos essen?

Fische im Test
© Gettyimages/James Ross
Speisefische sind hierzulande stark mit dem verbotenen Pflanzenschutzmittel Ethoxyquin belastet. Das zeigt eine groß angelegte Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Zuchtfische aus Aquakulturen, wie Lachs, Dorade, Forelle oder Wolfsbarsch landen hierzulande gerne auf den Tellern – immerhin sind sie gesund und schmecken gut. Wie Greenpeace jetzt jedoch herausgefunden hat, sind diese Speisefische zum Teil stark mit dem Pflanzenschutzmittel Ethoxyquin belastet. Dieses Mittel hatte die EU-Kommission 2011 aufgrund "einer Reihe von Bedenken" nicht mehr zugelassen.

Zwei Drittel der Proben sind belastet

Insgesamt 54 Fischprodukte landeten im Dezember im Labor von Greenpeace, wo sie explizit auf das Pflanzenschutzmittel Ethoxyquin untersucht wurden. Wie die Umweltschutzorganisation mitteilt, stammten die Proben aus deutschen Super- und Biomärkten. Untersucht wurden Tiefkühlfisch sowie geräucherter und frischer Fisch aus Aquakultur, Bio-Aquakultur und Wildfänge. Das Ergebnis: Alle 38 Proben aus konventioneller Aquakultur waren belastet, 32 Proben lägen deutlich über dem Grenzwert des im Fischmehl verarbeiteten Pflanzenschutzmittels von 50 Mikrogramm pro Kilogramm.

In einem Produkt wurde dieser Grenzwert um mehr als das 17-fache überschritten. Es handelt sich dabei um Stremel Lachs von Real, der aus einer norwegischen Aquakultur stammt. Zwar sei Ethoxyquin nicht akut gesundheitsgefährdend, Langzeitstudien gäbe es bislang jedoch nicht. In ihrem Bericht verwies Greenpeace auf einzelne Studien, wonach das Mittel im Verdacht steht, die Erbsubstanz zu schädigen, den Leberstoffwechsel zu verändern und krebserregend zu sein. Aus diesem Grund fordert das Unternehmen nun auch ein EU-weites Verbot für den Futtermittelzusatz.

Welchen Fisch können wir bedenkenlos essen?

Das Problem bei der ganzen Sache: Da Ethoxyquin ein Zusatzstoff für Futtermittel ist, muss es nicht auf der Verpackung des Fisches auftauchen. Aus diesem Grund sollten Kunden laut Greenpeace besser alle Produkte aus der konventionellen Aquakultur meiden. Besser ist es, Wildfische zu kaufen. Doch Vorsicht: Achtet bei der Wahl auch darauf, ob die weltweiten Bestände des Fisches nicht bereits überfischt sind!


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