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Hausmittel gegen Durchfall Was jetzt hilft

Hausmittel gegen Durchfall: Frau mit schmerzendem Bauch
© BlurryMe / Shutterstock
Bei akutem Durchfall ist schnelle Hilfe gefragt. Wir verraten die besten Hausmittel gegen Durchfall, mit denen du die Beschwerden sanft lindern kannst.

Durchfall – und jetzt?

Durchfall ("Diarrhoe") kommt oft plötzlich – und Medikamente hat man dann meist natürlich gerade nicht im Haus. Aber das ist gar nicht so schlimm, denn tatsächlich lässt sich gerade akuter Durchfall oft bereits durch sanfte Hausmittel gegen Durchfall lindern. Stopfende Lebensmittel beispielsweise sind ein guter und schonender Weg, die Beschwerden in den Griff zu kriegen.

Hausmittel gegen Durchfall: So wirst du die Beschwerden los!

Vor allem leicht verdauliche Speisen, die den Magen schonen, sind bei Durchfall sinnvoll. Folgende Hausmittel helfen gegen Durchfall:

  • Geriebener Apfel: Nicht umsonst gilt der Apfel als richtiges Gesundwunder in der Ernährung. Neben vielen anderen gesunden Nährstoffen enthalten Äpfel auch den Ballaststoff Pektin, der den Stuhl verdicken kann, da er im Darm aufquillt. Wichtig: Pektin sitzt direkt unter der Apfelschale, weshalb man den Apfel nicht schälen sollte. Die beste Wirkung gegen Durchfall entfaltet der Ballaststoff, wenn der Apfel gerieben wird. Übrigens: auch Bananen enthalten viele Pektine und eignen sich daher als Alternative zum Apfel. Nebenbei stecken Bananen voller Kalium. Da der Körper während des Durchfalls viel von dem Mineralstoff verliert, ist eine erhöhte Kaliumaufnahme sehr wichtig.
  • Möhrensuppe: Auch Möhren stecken voller Pektine, sie wirken bei Durchfall aber vor allem wegen bestimmter Zuckermoleküle namens Oligosaccharide, die erst beim Kochen entstehen. Deshalb sollten Möhren anders als Äpfel oder Bananen gekocht werden, wenn sie als Hausmittel gegen Durchfall helfen sollen. Der Heidelberger Kinderarzt Ernst Moro entwickelte bereits 1908 ein effektives Rezept für Möhrensuppe. Dazu einfach ein halbes Kilo Möhren schälen, in kleine Würfel schneiden, eine Stunde kochen und dann pürieren. Der entstandene Brei wird mit einem Liter Wasser aufgefüllt mit drei Gramm Salz gewürzt (etwa ein Teelöffel).
  • Kartoffeln: Auch Kartoffeln sind echte Kaliumlieferanten und gleichzeitig leicht verdaulich, was sie zu einem guten Helfer bei Durchfall macht. Sie können sowohl in viel Wasser gegart und so gegessen als auch in Püreeform verzehrt werden. Wichtig: die Kartoffeln sollten keine grünen Stellen haben. Denn diese enthalten Chaconin und Solanin – leicht giftige Inhaltsstoffe, die Durchfall und Erbrechen sogar noch fördern können.
  • Zwieback: Zwieback gilt als sehr bekömmlich und wird deshalb auch vielen der Schonkost eingesetzt. Trocken verzehrt ist es leicht für den Magen und kann Durchfall stoppen. Alternativ geht auch trockenes Weißbrot.
  • Kamillentee: Die Kamille ist ein echter Alleskönner und wird gegen verschiedene Symptome eingesetzt. Ist der Durchfall durch eine Infektion mit Bakterien entstanden, wie es beispielsweise bei der Magen-Darm-Grippe der Fall ist, ist Kamille entzündungshemmend. Außerdem kann sie schmerzlindernd wirken und Krämpfe im Bauch beruhigen. Am besten macht man dafür selbst einen Kamillenteeaufguss, indem man zwei Teelöffel Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießt und fünf Minuten ziehen lässt. Der Tee wird bei Durchfall idealerweise mehrmals täglich in kleinen Schlucken getrunken.
  • Elektrolyte: Der Körper verliert jede Menge wichtige Nährstoffe bei Durchfall. Um sie zu ersetzen, hilft eine sogenannte Elektrolytmischung. Diese kann man fertig in der Apotheke kaufen oder auch selbst herstellen. Dazu mischt man einen halben Liter Mineralwasser mit einem halben Liter Orangensaft, gibt einen dreiviertel vollen Teelöffel Salz dazu sowie acht gestrichene Teelöffel Zucker. Die Mischung wird über den Tag verteilt in kleinen Schlucken getrunken.
  • Reis: Reis zählt zu den stopfenden Lebensmitteln – während des Kochens entstehen Schleimstoffe, die Wasser im Körper binden. Wer etwas Salz dazu gibt, kann auch etwas für seinen Elektrolythaushalt tun. Außerdem eignet Reis sich in Kombination mit etwas gedünstetem Gemüse wie Möhren auch für eine leichte Mahlzeit bei Durchfall.
  • Haferflocken: Auch Haferflocken gelten als leicht verdaulich und enthalten außerdem jede Menge Nährstoffe, die der Körper bei Durchfall schneller verliert. Für eine Haferschleimsuppe mischt man 250 Milliliter kaltes Wasser mit zwei Esslöffeln Haferflocken und gibt entweder etwas Salz oder einen Teelöffel Gemüsebrühe dazu. Die Mischung wird aufgekocht, dann sollte man die Hitze auf niedrig stellen und die Suppe solange weiter köcheln lassen, bis sie eingedeckt ist. Um das ganze etwas leckerer zu machen und obendrein ein weiteres Hausmittel gegen Durchfall einzusetzen, kann etwas geriebener Apfel in den Haferschleim gegeben werden.

Generell gilt: Bei Durchfall sollten wir besonders viel Wasser trinken, weil der Körper viel Flüssigkeit verliert. Am besten eignet sich stilles Wasser. Aber auch Tee wie beispielsweise der oben genannt der Kamillentee ist erlaubt.

Was ist mit Cola und Salzstangen?

Man hört immer wieder, dass bei Durchfall auch die Kombination aus Cola und Salzstangen helfen kann. Tatsächlich ist von diesem sogenannten Hausmittel gegen Durchfall dringend abzuraten – denn diese Lebensmittel können die Beschwerden sogar noch verschlimmern. Cola steckt voller Zucker, der wiederum Wasser bindet. Das verstärkt die Flüssigkeitsabgabe in den Darm. Außerdem ist in Cola auch Koffein enthalten, das in Kombination mit dem Zucker dazu führt, dass mehr Kalium ausgeschwemmt wird. Salzstangen dagegen haben schlicht nicht den erhofften Effekt: Zwar benötigen wir Salz bei Durchfall, aber Salzstangen enthalten einfach viel zu wenig davon, um wirklich eine Wirkung zu entfalten. Mit den oben genannten Hausmitteln gegen Durchfall ist man definitiv besser beraten.

Worauf sollte ich bei Durchfall verzichten?

Wenn man von Durchfall gequält wird, hat man in der Regel eher selten wirklich Hunger. Wer doch etwas essen möchte, sollte von folgenden Lebensmitteln Abstand nehmen, weil diese den Darm belasten und/oder die Beschwerden schlimmstenfalls noch verstärken können:

  • Kaffee
  • Fruchtsäfte
  • Alkohol
  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • Fettige Speisen, zum Beispiel Fast Food
  • Scharfe Speisen, zum Beispiel Curry
  • Rohes Obst sowie Gemüse (Äpfel und Bananen ausgenommen)
  • Blähende Lebensmittel wie Kohl oder Zwiebeln
  • Süße Snacks, zum Beispiel Schokolade
  • Milchprodukte wie Joghurt oder Käse
  • Generell sehr heiße oder kalte Speisen

Reisedurchfall – was, wenn Hausmittel nicht helfen?

Ist man unterwegs, beispielsweise im Urlaub, hat man nicht immer gerade Hausmittel zur Hand – dabei ist Reisedurchfall ziemlich häufig, denn Bakterien lauern an jeder Ecke. Aber auch wenn die Hausmittel einfach nicht helfen und die Beschwerden nicht nachlassen, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man doch auf Medikamente zurückgreifen muss. Hilfreich sind beispielsweise Mittel mit dem Wirkstoff Loperamid, der sowohl die Darmbewegung als auch die Flüssigkeitsansammlung im Darm vermindert.

Bei anhaltendem Durchfall oder weiteren Symptomen wie Bauchkrämpfen oder Erbrechen ist es außerdem wichtig, dass ein Arzt zeitnah nach den Ursachen sucht und eine entsprechende Behandlung beginnt, damit der Körper nicht zu viel Flüssigkeit verliert.

Lesetipps: Du weißt jetzt, wie du Durchfall in den Griff bekommst! Hausmittel gegen Magen-Darm-Grippe findest du hier. Außerdem erklären wir, was du über Bauchschmerzen und Mineralstoffe wissen solltest.

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Quellen

S2-Leitlinie "Akuter Durchfall" der Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; Stand: 2013

Bachmann, S., Längler, A.: Hausmittel in der modernen Medizin, Urban&Fischer, München 2005

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Akuter Durchfall


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