"Auch ich würde meine Kinder zum Therapeuten schicken"

In einem Gastbeitrag für die Huffington Post findet Herzogin Kate klare Worte über psychische Krankheiten bei Kindern. Sie fordert: Schluss mit der Scham!

Psychische Krankheiten bei Kindern sind noch immer ein Tabuthema. Das will die britische Ausgabe der Huffington Post mit ihrer neuen Serie "Young Minds Matter" ändern - und hat sich dafür royale Unterstützung geholt. Keine geringere als Herzogin Kate höchstpersönlich lud in den Kensington Palast ein, um dort mit der Redaktion, Vertretern von Hilfsorganisationen und natürlich auch mit Kindern zu diskutieren.

Doch nicht nur das: Kate machte auch gleich den Anfang und schrieb in einem Gastbeitrag über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Thema. Seit ihrer Hochzeit mit William kommt sie häufig in Kontakt mit wohltätigen Organisationen, die sich um Familien und Kinder in Not kümmern. Zwar habe sie mit herzzerreißenden Schicksalen gerechnet, ihr sei allerdings nicht klar gewesen, wie häufig familiäre Probleme die Spätfolgen ungelöster Kindheitskonflikte sind.

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The Duchess of Cambridge is guest editing The Huffington Post UK today to highlight the importance of children's mental...

Gepostet von The Royal Family am Mittwoch, 17. Februar 2016

"Viele Kinder - auch solche, die noch keine fünf Jahre alt sind - werden mit komplizierten Problemen konfrontiert, ohne die emotionale Belastbarkeit, Sprache oder das Selbstvertrauen zu haben, um Hilfe zu bitten", schreibt sie. Weil psychische Krankheiten noch immer von der Gesellschaft stigmatisiert werden, trauen sich auch Eltern oft nicht, mit ihren Kindern zum Therapeuten zu gehen. Sie fürchten, als schlechte Mutter oder schlechter Vater abgestempelt zu werden - oder gar die Zukunft ihrer Kinder zu gefährden.

Das kann und soll nicht so weitergehen, findet Kate, denn die seelische Gesundheit eines Kindes sei schließlich genauso wichtig wie das körperliche Wohlbefinden. "William und ich würden nicht zögern, für unsere Kinder professionelle Hilfe zu suchen, sollten sie sie brauchen. Wir möchten George und Charlotte dazu ermutigen, über ihre Gefühle zu sprechen und später ihren Freunden eine verlässliche Stütze zu sein." Ein Kind mit einer psychischen Erkrankung sei absolut keine Schande.

Weil vielen Eltern die Zeit, das Wissen oder schlicht die finanziellen Mittel fehlen, ruft Kate Schulen und Gemeinden dazu auf, sich intensiver um die psychische Gesundheit von Kindern zu kümmern. In "Young Minds Matter" werden daher Personen und Organisationen vorgestellt, die auf diesem Gebiet Pionierarbeit leisten - und Betroffene, die ihre Geschichte erzählen.

"Zusammen haben wir die Chance, für eine ganze Generation junger Kinder etwas zum Positiven zu verändern", so Kate. Starke Worte von einer starken Frau.

nw
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