8 Dinge, die ihr über Essstörungen wissen solltet

So unterschiedlich Essstörungen auch sein mögen, eines haben alle gemein: Essen bestimmt das Leben der Betroffenen. Wir verraten 8 Dinge, die ihr über die Krankheit wissen solltet.

Wenn jemand mehr oder weniger als sonst isst, muss das noch kein Anzeichen für eine Essstörung sein. Denn: Essstörungen sind weit mehr als nur Probleme mit dem Essen. Sie haben meist psychische Hintergründe, sodass Essen oder Hungern zum Problemlöser werden. Welche Dinge ihr außerdem über die Hauptformen Magersucht, Bulimie und Blinge-Eating wissen solltet, verraten euch die Experten von meinstoffwechsel.com.

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1. Eine Therapie ist kompliziert

Menschen, die unter Essstörungen leiden, sind eher einem psychischen Problem zum Opfer gefallen, als dass sie sich frei dafür entschieden hätten. Daher ist eine Therapierung selbst dann schwierig, wenn die Betroffenen intrinsisch, also von sich aus, motiviert sind, etwas an ihrer Situation zu ändern. Oft sind Essstörungen Begleiterscheinungen von psychischen Krankheiten, etwa Zwangsstörungen, Angstzuständen oder Depressionen. Eine Behandlung ist daher immer zeitaufwendig und tief gehend.

2. Das ganze Leben steht auf den Kopf

Weil die Nahrungsaufnahme ohnehin schon ein zentraler Bestandteil unseres Lebens ist, rückt eine Essstörung das Essen (oder eben das Nicht-Essen) noch mehr ins Rampenlicht. Oft sind Essstörungen ein Mittel, um inneren Problemen auszuweichen oder diese zu verdrängen. Allerdings hält diese Ablenkung nicht lange an: Die nächste Fressattacke, das Erbrechen von Mahlzeiten oder der unnötig lange Aufenthalt im Fitnessstudio ist quasi vorprogrammiert. Das Leben dreht sich immer mehr um dieses Auf und Ab aus Erlösung und Gewissensbissen. Ein normales Leben ist kaum mehr möglich.

3. Nicht nur Frauen leiden unter Essstörungen

Auch das vermeintlich so starke Geschlecht kann unter den Symptomen einer Essstörung leiden. Das Streben nach dem perfekten Körper bringt auch Männer oft dazu, eine gesunde Beziehung zum Essen oder auch zum Genuss im Allgemeinen zu verlieren. Ein weiteres Problem: Da unsere Gesellschaft Essstörungen generell eher als weibliches Problem ansieht, stehen Männer extrem unter Druck, sich nicht mit ihren Problemen zu offenbaren.

4. Ausdrucksform von psychischen Problemen

Ursache von Essstörungen sind oft verdrängte Gefühle, Bedürfnisse und Erlebnisse. Dabei spiegelt der zwanghafte Umgang mit Essen eine Flucht vor den eigentlichen Problemen und der unaussprechlichen Angst, sich diesen zu stellen, wieder.

5. Essstörungen sind gefährlicher als man denkt

Hält eine Essstörung über längere Zeit an, kann dies zu teils schwerwiegenden Störungen des Stoffwechsels und weiteren Körperfunktionen führen. In Extremfällen kommt es dabei zu lebensbedrohlichen Situationen, denn eine Essstörung belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Neben körperlichen Mangelerscheinungen kommen Depressionen und tief sitzende Ängste hinzu, die bis hin zu Suizidgedanken und -versuchen führen können.

6. Selbstbild und Fremdbild unterscheiden sich

Wenn ich mich im Spiegel betrachte: Was sehe ich da, wie nehmen andere Menschen mich wahr? Menschen mit einem schwachen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein neigen zu starker Kritik über ihren eigenen Körper. Das Spiegelbild zeigt ihnen einen dicken Menschen - selbst dann, wenn Freunde und Familie der aufrichtigen Meinung sind, dass du dünn bist.

7. Komplizierte Diagnose

Essstörungen kommen nicht über Nacht, sondern entwickeln sich über eine längere Zeit. Eine Unzufriedenheit mit dem Essverhalten, dem eigenen Körper, ständige Sorge um das Gewicht und selbst herbeigeführtes Erbrechen oder Essanfälle sind bereits klare Indizien. In weniger schweren Fällen bemerkt man häufig nur ein schwindendes Interesse der Betroffenen an sozialen Kontakten. Diese Fragen solltet ihr euch stellen:

  1. Ist mein Essverhalten ein wichtiges Thema in meinem Leben?
  2. Ist mein Selbstwertgefühl stark von Figur und Gewicht abhängig?
  3. Esse ich heimlich oder am liebsten, wenn mich niemand dabei beobachtet?
  4. Esse ich manchmal zu viel und habe das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren?
  5. Übergebe ich mich manchmal, wenn ich zu viel gegessen habe?
  6. Habe ich mir schon mal Sorgen gemacht, weil ich manchmal einfach nicht aufhören kann?

8. Nicht jede Essstörung ist offensichtlich

Unbemerkt und unterschätzt: Viele sind dünn und abgemagert, aber niemand weiß von ihrer Essstörung. Denn viele Betroffene verheimlichen ihre Krankheit meist perfekt. Vor allem bei Bulimie ist das typisch, weil die Kranken meist zwar schlank, aber eher normalgewichtig sind. Bulimie-Kranke schwanken meist zwischen zwei Extremen: strenger Disziplin und völligem Kontrollverlust. So nehmen sie an Mahlzeiten in der Öffentlichkeit häufig nicht teil, etwa unter dem Vorwand, bereits gegessen zu haben. Zwischen diesen Phasen kommt es jedoch immer wieder zum Kontrollverlust. Dann essen die Bulimie-Kranken riesige Mengen, oft sogar ungesunde oder kalorienreiche Nahrungsmittel. Typisch für diese Attacken: sie finden im Verborgenen statt.

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