HPV: Eine Impfung, viele Fragen

Wie viel Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bietet die massiv beworbene HPV-Impfung wirklich? Darüber wird weiter gestritten.

Es sah alles so schön einfach aus: Seit 2006 gibt es die Impfung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützen soll, vielleicht sogar ein Leben lang. Und das, für Mädchen zwischen 12 und 17, sogar auf Kosten der Krankenkasse. Letztes Jahr bekam Prof. Harald zur Hausen, der die krebserregende Wirkung der HP-Viren entdeckt und damit den Weg zur Impfung vorbereitet hat, sogar den Nobelpreis verliehen.

Doch während aufwändige Kampagnen für die Impfung werben, wird auch immer mehr Kritik laut. Ende vergangenen Jahres veröffentlichten 13 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Stellungnahme, in der sie eine Neubewertung der Impfung forderten. Sie verweisen auf Studien, die daran zweifeln lassen, ob der Impfschutz so gut ist, wie von den Herstellern behauptet: Werden wirklich 70 Prozent der Krebs-Erkrankungen verhindert, sind es nur 30 Prozent oder gar noch weniger?

Erschreckendes Ergebnis: Jedes zweite Putzmittel ist gesundheitsschädigend

Und was bedeutet diese Debatte:

... für das Gesundheitssystem? Ungewöhnlich schnell wurde ein neuer Impfstoff von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfohlen, der sehr hohe Preis (rund 450 Euro) akzeptiert, obwohl die Impfung in vielen anderen Ländern billiger ist. Die Folge: hohe Gewinne für die Hersteller, hohe Kosten für die Krankenkassen, bei einem noch unklaren Nutzen. Deshalb fordern die Wissenschaftler jetzt eine Neubewertung.

... für Mädchen und ihre Mütter?/> Die Wissenschaftler-Kritik bezieht sich nicht auf die Nebenwirkungen der HPV-Impfung. Es gab zwar einige, wenige Fälle mit schweren Komplikationen, aber insgesamt gelten die Risiken weiter als gering. Viel wichtiger: Auch Mädchen, die geimpft sind, müssen später regelmäßig zur Krebsfrüherkennung gehen - denn einen hundertprozentigen Schutz bietet die HPV-Impfung eben nicht.

Mehr Informationen und Entscheidungshilfen für Mütter und bietet jetzt die neue Broschüre "Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und HPV-Impfung" . Ein Faltblatt für Mädchen kann unter info@gesundheit-nds.de angefordert werden.

Text: Irene Stratenwerth Foto: Getty Images

Wer hier schreibt:

Irene Stratenwerth
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