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Kawasaki-Syndrom Symptome, Behandlungswege

Kawasaki-Syndrom: Krankes Kind
© George Rudy / Shutterstock
Beim Kawasaki-Syndrom sind die Gefäße von Kindern zwischen meist zwei und fünf Jahren entzündet. Welche Symptome es gibt und was hilft, erfährst du hier.

Was ist das Kawasaki-Syndrom?

Das sogenannte Kawasaki-Syndrom trifft in erster Linie Kinder in einem Alter von zwei bis fünf Jahren. Durch die Erkrankung entstehen Entzündungen in allen Gefäßen des Körpers, außerdem fühlen sich die Kinder sehr krank und leiden unter anderem an Fieber und Hautausschlag. Bleibt das Kawasaki-Syndrom unbehandelt, werden bei etwa einem Drittel aller Fälle die Herzkranzgefäße stark beschädigt, wodurch ein Herzinfarkt entstehen und schlimmstenfalls der Tod eintreten kann. Wird die Erkrankung aber erkannt und behandelt, überleben 99,5 Prozent der Patienten.

Vor allem die kleinen und mittelgroßen Blutgefäße sind vom Kawasaki-Syndrom betroffen, aber auch die Organe können befallen werden. Das sorgt dafür, dass sich die Erkrankung bei den Kindern über viele verschiedene Symptome bemerkbar machen kann, die nicht immer ganz eindeutig sind. Ärzte zählen das Kawasaki-Syndrom zu den Gefäßentzündungen ("Vaskulitiden"). Ihren Namen verdankt die Erkrankung dem Japaner Kawasaki, der sie im Jahr 1967 erstmals beschrieb. Seine Patienten waren sehr krank wirkende und hoch fiebernde Kinder.

Wie oft das Kawasaki-Syndrom auf?

Hierzulande erkranken etwa neun von 10.000 Kindern pro Jahr am Kawasaki-Syndrom. In Japan, wo das Syndrom erstmals beschrieben wurde, ist die Erkrankungsrate etwa 20 Prozent höher. Die Ursachen dafür sind unbekannt. Generell betrifft das Kawasaki-Syndrom mehr Jungen als Mädchen.

Ursachen des Kawasaki-Syndroms

Bisher ist nicht abschließend geklärt, was das Kawasaki-Syndrom verursacht, eindeutige klinische Studien liegen nicht vor. Experten gehen aber davon aus, dass eine Überreaktion des Immunsystems als Auslöser infrage kommt. Dadurch entstehen Veränderungen in Form einer Entzündung in den Blutgefäßen, wobei auch die Gefäßwände ("Aneurysmen") beschädigt werden. Aber auch genetische Faktoren könnten eine Rolle spielen – Geschwisterkinder eines erkranken Kindes werden nämlich häufiger auch selbst krank.

Symptome des Kawasaki-Syndroms

Da die Krankheit theoretisch jedes Organ betreffen kann und sich durch eine Vielzahl von Beschwerden äußert, ist die richtige Diagnose nicht immer leicht. Allerdings gibt es fünf Hauptsymptome, die für das Kawasaki-Syndrom sprechen. Dazu zählen:

  • Erdbeerzunge: Lippen, Zunge und Mundschleimhaut sind in 90 Prozent der Krankheitsfälle hochrot. Experten sprechen hier von einer Himbeer- oder Erdbeerzunge.
  • Bindehautentzündung: Viele Kinder leiden beidseitig an einer Bindehautentzündung, die sich durch gerötete Augen und rote Gefäße im Augenweiß bemerkbar macht. Wichtig: beim Kawasaki-Syndrom ist die Bindehautentzündung nicht eitrig.
  • Fieber: Über mehr als fünf Tage leiden die Kinder an mindestens 39 Grad Fieber, für das es keine klare Ursache gibt. Das Fieber lässt sich nicht senken – nicht mal durch Antibiotika.
  • Hautausschlag: Etwa 80 Prozent der kleinen Patienten leiden an einem Hautausschlag, der sich auf Bauch, Brust und Rücken ausbreiten und von Fall zu Fall unterschiedlich aussehen kann. Auch die Handinnenfläche und die Fußsohle können bedeckt sein. Etwa zwei bis drei Wochen später schuppt sich die Haut an den Fingern und den Zehen ab.
  • Geschwollene Lymphknoten: In zwei Dritteln aller Fälle sind bei den betroffenen Kindern die Lymphknoten am Hals geschwollen. Generell ist das eine Reaktion des Körpers, die zeigt, dass das Immunsystem gegen eine Entzündungsreaktion vorgeht.

Generell sind die Kinder schlapp und müde und fühlen sich sehr krank. Bei manchen Betroffenen treten beim Kawasaki-Syndrom auch eher seltene Symptome wie 

Kawasaki-Syndrom: Behandlung

Das Kawasaki-Syndrom wird in erster Linie über Antikörper ("Immunglobuline") behandelt. Diese künstlich hergestellten Eiweißstoffe hemmen nicht nur die Entzündung, sondern helfen auch dem Immunsystem. Je eher die Therapie begonnen wird, desto besser – so lassen sich Gefäßschäden am Herzen und daraus mögliche folgende Komplikationen weitgehend vermeiden. Mit Acetylsalicylsäure sollen das Fieber gesenkt und Blutgerinnung gehemmt werden, um das Risiko für Herzinfarkte weiter zu reduzieren.

Wurden (in seltenen Fällen) Herzkranzgefäße beschädigt, kann ein Eingriff nötig werden, um die Blutversorgung des Herzens zu gewährleisten. Hierfür kommt beispielsweise ein Stent infrage – kleine Geflechtröhrchen, die in die Arterie eingesetzt werden und diese von innen stützen. Nach Ende der Behandlung muss das Herz außerdem in jedem Fall auf mögliche Schäden untersucht werden, auch, wenn die Krankheit vergleichsweise mild verlaufen ist.

Lesetipps: Alles über den Nachtschreck erfährst du hier. Außerdem erklären wir den Fieberkrampf und was du generell über Fieber bei Kindern wissen solltest.

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Quellen

Bieber, C. et al.: Duale Reihe Innere Medizin, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013

Pieper, W.: Innere Medizin, Springer Verlag, 2. Auflage, 2013

Leitlinie der Gesellschaft für Kinder-und Jugendrheumatologie und der Deutschen Gesellschaft für parametrische Kardiologie und angeborene Herzfehler


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