Körpertemperatur: Welche Werte sind normal?

Die Körpertemperatur des Menschen sagt viel über seinen Gesundheitszustand aus. Wir erklären, welche Werte normal sind und was du noch wissen solltest.

Warum ist unsere Körpertemperatur so wichtig?

Damit unser Körper richtig funktioniert und alle Stoffwechselprozesse laufen können, benötigen wir eine spezielle Körpertemperatur. Diese sogenannte Körperkerntemperatur ist jedoch nie genau gleich – sie wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst und schwankt deshalb leicht. Ist der Körper gesund, kann er die Temperatur außerdem selbst regulieren – zum Beispiel sinkt sie mithilfe von kühlendem Schweiß.

Welche Körpertemperatur ist bei Menschen normal?

Ein Erwachsener sollte normalerweise eine Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,4 Grad haben – ab 37,5 Grad liegt eine leicht erhöhte Temperatur vor, ab 38 Grad Celsius spricht man von Fieber. Die Kerntemperatur ist von Mensch zu Mensch leicht verschieden. Bei Babys und Kleinkindern ist die Körpertemperatur grundsätzlich etwas höher als bei Erwachsenen: Neugeborene haben beispielsweise eine generelle Körpertemperatur von 37,5 Grad. Der Körper der Kleinen kann den Wärmehaushalt noch nicht optimal regulieren, außerdem schwitzen Kinder weniger als Erwachsene. Deshalb kommt es bei ihnen leichter zu Schwankungen der Temperatur, auch Fieber tritt häufiger auf.

Richtwerte der Körpertemperatur des Menschen

Folgende Richtwerte gelten für die Körpertemperatur bei Menschen:

  • Leicht erhöhte Temperatur: 37,5 bis 38 Grad Celsius
  • Leichtes Fieber: 38 bis 38,5 Grad Celsius
  • Mäßiges Fieber: 38,6 bis 39 Grad Celsius
  • Hohes Fieber: 39,1 bis 39,9 Grad Celsius
  • Sehr hohes Fieber: 40 bis 40,9 Grad Celsius
  • Extremes Fieber: 41 Grad Celsius und höher

Körperkerntemperatur oder Oberflächentemperatur?

In der Wissenschaft wird zwischen der Körperkerntemperatur und der Oberflächentemperatur unterschieden:

  • Körperkerntemperatur: Sie liegt in etwa bei 37 Grad, unterliegt aber minimalen Schwankungen (z. B. durch Durchblutungsstörungen). Die Körperkerntemperatur sorgt dafür, dass die inneren Organe ausreichend mit Wärme versorgt werden.
  • Oberflächentemperatur: Auch Schalenwert genannt – sie bezeichnet die Werte an der Haut und den Gliedmaßen. Die Oberflächentemperatur ist aufgrund der Außentemperaturen wesentlich größeren Schwankungen ausgesetzt als die Körperkerntemperatur und in der Regel deutlich niedriger als diese.
Frau trinkt Tee

Schwankungen der Körpertemperatur: Welche Ursachen gibt es?

Dass die Körpertemperatur von Messung zu Messung leicht schwankt, kann aus unterschiedlichen Gründen passieren. Folgende Faktoren beeinflussen die Temperatur:

  • Hormonelle Schwankungen der Frau: Ein bis zwei Tage nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur bei Frauen um etwa 0,5 Grad an.
  • Tageszeit: Nachmittags ist die normale Temperatur stoffwechselbedingt am höchsten – sie liegt oft bis zu ein Grad über dem Wert am Morgen. Danach fällt sie wieder ab.
  • Emotionen: Auch unsere Gefühle beeinflussen die Körpertemperatur – Emotionen, die durch psychische Belastungen entstehen, erhöhen sie beispielsweise.
  • Körperliche Aktivität: Bei schwerer körperlicher Belastung kann die Temperatur auf bis zu 40 Grad ansteigen.
  • Krankheiten: Diverse Krebserkrankungen sowie eine Schilddrüsenüberfunktion können die Temperatur des Körpers ebenfalls erhöhen.

Zusätzlich spielen sowohl das Alter, die Ernährung sowie die Einnahme verschiedener Medikamente eine Rolle bei der Temperatur.

Was passiert, wenn unsere Körpertemperatur zu niedrig oder zu hoch ist?

Leicht veränderte Werte, die von der Norm abweichen, kann ein gesunder Körper in der Regel ganz gut ertragen. Extreme Temperaturen schaden ihm jedoch:

  • Temperaturen über 41 Grad Celsius belasten den Kreislauf und können sowohl das Gewebe als auch die Organe schädigen. Steigt die Temperatur auf 42,6 Grad, besteht Lebensgefahr.
  • Temperaturen unter der Normaltemperatur ("Untertemperatur") sorgen dafür, dass der Körper den Organismus drosselt – der Sauerstoffverbrauch wird verringert, Stoffwechselvorgänge gehemmt. Ursache hierfür kann zum Beispiel eine zu kalte Umgebungstemperatur sein, aber auch verschiedene Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion können die Untertemperatur begünstigen. Wird eine Temperatur unter 28 Grad ("Unterkühlung") gemessen, werden Puls und Atem verlangsamt, es drohen Kreislaufversagen und Atemstillstand.

Du möchtest noch mehr Informationen zur Körpertemperatur? Welche Hausmittel gegen Fieber helfen, wie sich Fieber messen lässt und wie man Fieber senken kann, erfährst du hier!

Du willst dich über Gesundheitsthemen austauschen? Dann schau doch mal in unsere BRIGITTE Community!

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.