Krebsvorsorge: Das sollten Frauen wissen!

Die gesetzliche Krebsvorsorge kann dabei helfen, das Risiko für eine Erkrankung zu vermindern. Diese Untersuchungen sollten alle Frauen kennen!

Warum ist Krebsvorsorge so wichtig?

Krebsvorsorge kann Leben retten – denn je eher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind bei den meisten Krebsarten die Heilungschancen. Deshalb haben sowohl Frauen als auch Männer in Deutschland je nach Alter einen gesetzlichen Anspruch auf bestimmte Vorsorgeuntersuchungen. Die Teilnahme ist freiwillig, die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Durch die Früherkennungsuntersuchungen soll die Sterblichkeit durch Krebs gesenkt werden.

Krankheiten durch Krebsvorsorge vermeiden

Das Ziel der Früherkennung ist es, Tumoren zu entdecken, die noch klein sind und noch nicht gestreut haben – dadurch lassen sie sich besser behandeln. Im Idealfall werden aber sogar Krebsvorstufen erkannt ("Krebsvorsorge"). Dabei handelt es sich um Veränderungen im Gewebe, die noch nicht bösartig sind, aber das Risiko für eine spätere Krebsentwicklung drastisch erhöhen können. Werden diese Veränderungen entfernt, sinkt das Risiko wieder.

Früherkennung: Diese Krebsvorsorge solltest du wahrnehmen

Frauen sollten folgende Untersuchungen durchführen lassen, um Krebserkrankungen zu verhindern:

  • Gebärmutterhalskrebs: Ab 20 Jahren steht jeder Frau einmal jährlich ein Abstrich des Muttermunds zu ("PAP-Abstrich"), durch den Zellveränderungen frühzeitig erkannt werden können. Diese gelten als Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs. Es ist vorgesehen, ab 2020 Frauen über 35 zusätzlich alle drei Jahre einen HPV-Test und eine Abstrich-Untersuchung anzubieten.
  • Brustkrebs: Ab 30 Jahren zahlt die Krankenkasse bei jeder Frau einmal im Jahr eine genaue Abtastung der Brust und der Achselhöhlen durch den Frauenarzt. Zwischen 50 und 69 Jahren wird außerdem alle zwei Jahre eine Mammographie bezahlt.
  • Hautkrebs: Ein Hautkrebsscreening wird von Krankenkassen ab 35 Jahren bezahlt – für Frauen und Männer. Dabei wird gezielt nach eventuellen Hautveränderungen gefragt und der Körper von Kopf bis Fuß genau untersucht.
  • Darmkrebs: Auch die Darmkrebsvorsorge können sowohl Männer als auch Frauen in Anspruch nehmen. Zwischen 50 und 54 zahlt die Krankenkasse jährlich einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl, ab 55 eine Darmspiegelung, die dann nach zehn Jahren wiederholt werden kann. Aktuell ist geplant, die Darmspiegelung für Männer bereits ab 50 Jahren anzubieten.

Männern steht überdies ab 45 Jahren einmal im Jahr eine Abtastung von Prostata, Enddarm, Genital und den Lymphknoten in der Leiste zur Vorsorge von Prostatakrebs zu.

Wie wichtig ist das Screening wirklich?

Gerade die Früherkennung von Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs ist gut belegt und wird von Experten empfohlen. Bei der Vorsorge von Brust-, Haut- und Prostatakrebs gibt es allerdings Streit – einige Experten sehen ihren Nutzen als belegt an, andere zweifeln eher daran. Jeder Patient, dem Vorsorge zusteht, sollte daher bei seinem Arzt eine genaue Beratung über mögliche Vor- und Nachteile in Anspruch nehmen. Auch, weil es keine hundertprozentige Sicherheit gibt – die Fehlerrate bei der Früherkennung von Krebs ist zwar gering, aber sie ist eben existent.

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