Was hilft gegen die Hitze?

Schwindel und Übelkeit, rote Augen, Blase am Zeh - den Spaß am Sommer lassen wir uns nicht verderben, auch wenn er uns manchmal zu schaffen macht. Heiße Tipps und kühle Hausmittel gegen Hitze und andere Begleiterscheinungen des Sommers.

Wenn der Kreislauf schlapp macht

Beach-Volleyball, Strandparty ... Hitzekollaps. Am besten: einfach cool bleiben

Wenn der Körper beim Schwitzen viel Flüssigkeit verliert, kann der Kreislauf schlappmachen. Schwindelgefühle und Übelkeit zeigen an, wenn der Blutdruck in den Keller geht, im schlimmsten Fall droht eine kurze Ohnmacht.

Deshalb bei den ersten Anzeichen von Schwummerigkeit hinsetzen oder hinlegen, Beine hochlegen und sofort mindestens einen halben Liter trinken. Besonders gut sind Sportlerdrinks, sie ersetzen Salze, die wir beim Schwitzen verlieren.

Alkoholische Drinks aber sollten Sie an heißen Tagen ganz meiden. Denn Wärme und Alkohol haben dieselbe Wirkung: Sie erweitern die Blutgefäße, so dass das Blut in Armen und Beinen regelrecht wegsackt.

Sonnenstich vorbeugen

Raus in die Sonne. Aber wo ist der Hut? Egal. Oder doch nicht?

Zu viel Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf kann einen Sonnenstich auslösen - Ursache ist vermutlich eine Reizung oder Schwellung im Gehirn. Erste Anzeichen sind ein rotes, heißes Gesicht, Kopfschmerzen und eine Übelkeit, die in schweren Fällen tagelang anhalten kann.

Deshalb sofort mit erhöhtem Oberkörper in den Schatten legen, den Kopf mit einem nassen Handtuch kühlen, außerdem viel trinken. Bei schwerer Benommenheit einen Notarzt rufen. Besser noch: vorbeugen, indem Sie in der prallen Sonne immer eine luftige Mütze oder einen Hut tragen.

Tricks gegen rote Augen

Viel erlebt in Sonne und Wind. Und jetzt? Brennende Augen und viele Tränen...

Eine Cabriofahrt, Zugluft oder die grelle Sonne - und schon werden die Augen rot, jucken oder fühlen sich an, als wäre Sand drin.

Leichte Bindehautentzündungen kann man selbst mit Umschlägen mit Augentrostkraut behandeln: einen Teelöffel davon mit einer Tasse kochendem Wasser aufbrühen, nach 5 bis 10 Minuten durch ein Sieb gießen; abkühlen lassen und ein sauberes Taschentuch damit tränken. Gut sind auch rezeptfreie Augentropfen aus der Apotheke (z. B. mit den Wirkstoffen Tetryzolin oder Phenylephrin).

Erste Hilfe bei Grill-Unfällen

Grillen - einfach lecker. Solange dabei nur Koteletts und Würstchen heiß werden.

Finger am Feuer oder am Grill verbrannt? Hände oder andere betroffene Stellen sofort unter kaltes Wasser halten, ungefähr eine Viertelstunde lang. Nur so werden auch die tiefen Gewebeschichten durchgekühlt, Schmerzen und eine Ausweitung der Verletzung vermieden. Kein Eis auf die Brandwunden packen, das kann sie noch stärker schädigen.

Nach dem Kühlen die verbrannte Haut mit einer leichten Körperlotion eincremen und locker mit einem Pflaster oder einer Mullbinde schützen. Wenn sich Blasen bilden, nicht aufstechen. Sobald sie von selbst aufgehen, mit einer desinfizierenden Wundcreme behandeln.

Blasenfrei durch den Sommer

Tage ohne Socken: Die liebte schon Albert Einstein. Doch oft wird das relativ schmerzhaft.

Endlich: Sandalen und Ballerinas ohne Strümpfe! Nur doof, dass das so leicht Blasen gibt. Empfindliche Stellen deshalb lieber schon vorsorglich mit einem Pflaster schützen. Und immer ein paar Pflaster im Portemonnaie mitnehmen, damit man beim ersten Drücken reagieren kann.

Hat sich doch eine kleine Blase gebildet: möglichst nicht aufstechen, sondern ein spezielles Blasenpflaster aufkleben (Drogeriemarkt). Wenn die Blase groß ist und im Schuh sehr stört, mit einer sauberen Nadel mehrfach vorsichtig einstechen und sanft ausdrücken. Die Haut nicht wegschneiden. Am besten Jod, Alkohol oder desinfizierende Wundsalbe drauftupfen und mit einem luftdurchlässigen Pflaster schützen.

Ein Insektenstich! Was nun?

Insekten mögen den Sommer - und unsere Nähe. Stechender Schmerz, lästiges Jucken, gefährliche Schwellung?

Im Mund oder Rachen können Bienen- oder Wespenstiche richtig gefährlich werden. Erste Gegenmaßnahme: Eis lutschen. Bei den geringsten Anzeichen von Atemnot sofort den Notarzt rufen. Bei Bienen- oder Wespenstichen am Körper muss der Giftstachel entfernt werden. Danach den Stich mit nassen Umschlägen kühlen und eine Salbe mit einem Antihistaminikum auftragen (rezeptfrei in der Apotheke).

Ein billiges Hausmittel gegen Juckreiz und Schwellung nach Insektenstichen (Mücken): etwas Backpulver mit wenig Wasser verrühren und die Paste auf den Stich streichen.

Zecken loswerden ohne Stress

Noch mehr Aliens! Verbissene Angreifer stürzen sich auf nackte Haut. Jetzt bloß keinen Stress machen.

Zecken lauern in Gras und Gebüsch. Lange Hosen und Mückenschutzmittel bieten Schutz. Dennoch sollte man nach Wanderungen durch Wald und Wiesen die Haut sorgfältig absuchen, denn die kleinen Blutsauger können gefährliche Krankheiten übertragen.

Zum Entfernen auf keinen Fall Öl oder Klebstoff auf die Zecke träufeln, solcher "Stress" bringt sie nur dazu, möglicherweise infektiösen Speichel abzugeben. Mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenzange (Apotheke) das Tier so nah an der Haut wie möglich fassen und langsam nach oben herausziehen. Notfalls geht das auch mit den Fingernägeln.

Die Stelle danach desinfizieren - mit Jod, Alkohol oder hochprozentigem Schnaps. Wenn Zeckenreste in der Haut geblieben sind oder wenn sich in den nächsten Tagen ein roter Fleck bildet, zur Ärztin oder zum Arzt gehen.

Text: Dr. Sabine Thor-Wiedemann
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