Kreuzschmerzen: Was dagegen wirklich hilft

Rücken- und und Kreuzschmerzen hat fast jeder Mensch mal. Aber welche Auslöser stecken dahinter – und was hilft wirklich gegen die Beschwerden? Wir klären auf.

Was sind Kreuzschmerzen?

Unter Kreuzschmerzen versteht man Beschwerden im unteren Rückenbereich zwischen Hüfte und Rippenansatz, etwa auf Höhe der Lendenwirbelsäule. Häufig treten parallel Muskelverspannungen auf, die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Die Schmerzen können leicht sein, aber auch urplötzlich und extrem heftig auftreten – in diesem Fall spricht man von einem Hexenschuss. In vielen Fällen gibt es keine eindeutige Ursache der Kreuzschmerzen, nach kurzer Zeit verschwinden sie oft von allein wieder. Allerdings können die Beschwerden auch chronisch werden.

Strahlen die Rückenschmerzen über die Beine und das Knie oder bis zum Fuß aus und / oder sind die Schmerzen dort sogar stärker als im Rücken, spricht man von Ischialgie (oder Ischias), der meist auf einen Bandscheibenvorfall hindeutet. 

Wann habe ich chronische Kreuzschmerzen?

Unspezifische Schmerzen klingen meist schon nach wenigen Tagen wieder ab, allerdings kommen sie in vielen Fällen immer mal wieder: Bei etwa einem Drittel aller Patienten kommt es innerhalb eines Jahres zu erneuten Kreuzschmerzen. Halten die Rückenschmerzen über Monate an, gelten sie als chronisch. Dabei kann es sich sowohl "nur" um ein leichtes, immer mal wieder auftretendes Ziehen handeln als auch um starke Schmerzen, die lange andauern.

Frau, Rückenschmerzen

Häufige Ursachen und Risikofaktoren für Kreuzschmerzen

Lässt sich keine genaue Ursache feststellen, spricht man von unspezifischen Rückenschmerzen. Es gibt viele Faktoren, die das Risiko für solche Rückenschmerzen erhöhen. Dazu zählen:

  • Muskelverspannungen / Wirbelblockade
  • Übergewicht
  • Fehlhaltungen
  • Überbelastung
  • Bewegungsmangel
  • Häufiges Sitzen
  • Psychische Belastungen, z. B. Stress
  • Genetische Faktoren

Es gibt aber auch spezifische Rückenschmerzen mit erkennbarer Ursache, beispielsweise bestimmte Krankheiten. Dazu zählen:

  • Bandscheibenvorfall
  • Knochenbruch am Wirbelkörper, z. B. durch Osteoporose
  • Verengung des Wirbelkanals

Ob spezifische oder unspezifische Kreuzschmerzen vorliegen, lässt sich in der Regel nur durch eine Untersuchung beim Arzt klären. Dabei können verschiedene Verfahren wie beispielsweise Röntgen oder ein MRT zum Einsatz kommen.

Akute Kreuzschmerzen – welche Behandlung hilft?

Studien belegen, dass akute Rückenschmerzen am schnellsten wieder abklingen, wenn man sich leicht bewegt, statt Bettruhe einzuhalten. Wir tendieren dazu, eine Schonhaltung einzunehmen, um die Kreuzschmerzen zu umgehen – was aber wiederum für Schmerzen an anderen Stellen führen kann. Zum Beispiel, wenn durch die Schonhaltung andere Muskelgruppen aktiviert werden, die wir sonst kaum nutzen – sie sind dann anfällig für neue Verspannungen.

Deshalb ist es bei akuten Schmerzen am besten, so gut es geht dem Alltag nachzugehen. Spritzen, Medikamente und Ähnliches helfen nur in seltenen Fällen. Folgende Tipps können bei akuten Schmerzen helfen:

  • Viele Patienten empfinden leichte Wärmebehandlungen als angenehm, da sie Verspannungen lockern können. Das geht sowohl mit Wärmflaschen als auch -pflastern oder Kirschkernkissen.
  • Ein ruhiger Spaziergang und generell leichte körperliche Bewegung an der frischen Luft sind ebenfalls geeignet. Gut zu wissen: Unspezifische Rückenschmerzen bedeuten nicht, dass es eine Verletzung des Rückenbereiches gibt, deshalb muss man sich auch nicht übermäßig vorsichtig bewegen.
  • Ansonsten können auch unsere drei SOS-Tipps bei Rückenschmerzen helfen. Zum Beispiel die sogenannte Stufenlagerung, bei der man mit dem Rücken flach auf dem Boden liegt und die Beine im 90 Grad Winkel auf einem Stuhl ablegt. Die Wirbelsäule wird dadurch entlastet.

Generell ist regelmäßiges Krafttraining für die ganze Muskulatur sinnvoll, wenn man Kreuzschmerzen vorbeugen will.  

Welche Therapie hilft gegen chronische Kreuzschmerzen?

Häufige oder starke Beschwerden im Rücken machen es dagegen oft unmöglich, einem geregelten Alltag nachzugehen. Ist eine ernste Erkrankung für die Kreuzschmerzen verantwortlich, muss diese behandelt werden, um die Schmerzen zu verringern.

Bei einigen Patienten ist auch die sogenannte Rehabilitation eine weitere Möglichkeit, bei der verschiedene Behandlungswege kombiniert werden – zum Beispiel eine medikamentöse Therapie mit physiotherapeutischen Programmen. Patienten, bei denen die ständigen Kreuzschmerzen seelische Spuren hinterlassen haben, könnten außerdem von einer Psychotherapie profitieren. Dabei lernen sie, mit dem Schmerz besser umzugehen.

Hier erfährst du außerdem alles über Rückenschmerzen-Ursachen, die besten Rückenübungen und was du über Rückenschmerzen in der Schwangerschaft wissen solltest.

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