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Laktoseintoleranz-Symptome: Diese 9 solltest du kennen

Laktoseintoleranz Symptome: Frau hält Glas mit Milch und eine Hand auf den Bauch
© KomootP / Shutterstock
Eine Unverträglichkeit löst oftmals unangenehme Beschwerden aus. Welche Laktoseintoleranz-Symptome du kennen solltest, verraten wir hier.

Das steckt hinter einer Laktoseintoleranz

In Milch und in Milchprodukten steckt Laktose (Milchzucker). Dieser Zweifachzucker wird normalerweise im Darm des Menschen von dem Enzym Laktase in seine Einzelzucker aufgespalten. Bei einigen Menschen wird Laktase entweder zu wenig oder gar nicht produziert. Dann kann der Milchzucker nicht aufgespalten werden und gelangt so unverändert von dem Dünn- in den Dickdarm. Dort zersetzen Bakterien den Milchzucker – und die daraus entstehenden Abfallprodukte verursachen unangenehme Beschwerden für den Betroffenen.  

Laktoseintoleranz-Symptome

Die Milchzuckerunverträglichkeit geht meistens mit unangenehmen Folgen einher, welche und wie stark die Beschwerden sind, fällt individuell aus. Symptome können sein:

  • Laute Darmgeräusche
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • Blähbauch
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Krämpfe
  • Durchfall
  • Erbrechen

Auch andere unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Konzentrationsstörungen können auftreten.

Bei einigen Betroffenen wird nur wenig, bei anderen gar keine Laktase mehr im Dünndarm produziert, daher fällt die Verträglichkeit von Milchzucker sehr unterschiedlich aus. Auch die Mahlzeit selber und dessen Gehalt an Laktose spielt bei der Verträglichkeit eine Rolle. Es kann durchaus sein, dass jemand kleine Mengen Milchzucker über den Tag verteilt verträgt. Dabei darf nicht vergessen werden: Symptome können zeitverzögert, also auch noch nach Stunden des Verzehrs, auftreten.

Milchzuckerunverträglichkeit

Bei der Laktoseintoleranz (auch LI abgekürzt) wird zwischen primärer und sekundärer unterschieden:

Bei der primären Laktoseintoleranz handelt es sich um einen genetisch bedingten Laktasemangel, denn nach dem Abstillen nimmt die Produktion der Laktase beim Kind ab. Allerdings sind bereits vor 7.500 Jahren in Gegenden mit massiver Milchwirtschaft schützende Mutationen entstanden, die die Laktase speichern. Wer diese Genvariante nicht in sich trägt, verliert im Laufe der Zeit weiter an der Enzymproduktion.

Bei einer sekundären Laktoseintoleranz liegt eine andere Krankheit zugrunde (z. B. einer Autoimmunkrankheit wie Morbus Crohn, aber auch schwere Magen-Darm-Grippen) und nimmt normalerweise wieder ab, sobald die Entzündung im Darm abklingt.

Eine dritte Form, die angeborene Laktoseintoleranz, tritt bei Babys auf schon nach kurzer Zeit auf. Sie vertragen keinerlei Milchzucker mehr, also auch keine Muttermilch. Diese LI ist jedoch sehr selten.

Diagnose

Bei langanhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, im ersten Schritt ist das der Hausarzt. Die auftretenden Symptome können nämlich auch eine andere Ursache als eine Intoleranz haben. Für die Diagnose einer Laktoseintoleranz können folgende Methoden herangezogen werden:

  • Diättest
  • Wasserstoffatemtest (H2-Atemtest)
  • Laktose-Toleranztest
  • Gentest

Wichtig ist eine korrekte Diagnose auch, um eine Milchallergie ausschließen zu können, die insbesondere in der Ernährungsweise anders behandelt werden muss. In dem Fall müssen Milchprodukte komplett gemieden werden. 

Ernährung bei LI

Wurde eine Milchzuckerunverträglichkeit festgestellt, sollte der Betroffene seine Ernährung umstellen, um weitere körperliche Beschwerden zu vermeiden. Statt zu Milch und Milchprodukten zu greifen, die natürlicherweise Laktose enthalten, kann auf laktosefreie Produkte zurückgegriffen werden. Das hat den Vorteil, dass der Körper so ausreichend mit Kalzium versorgt wird. Laktosefreie Kost ist normalerweise als solche gekennzeichnet und in vielen Lebensmittelgeschäften erhältlich.

In der Apotheke sind außerdem Laktase-Produkte (Pulver, Kapsel, Tablette) erhältlich, die dem Körper Laktase zuführen. Das kann Betroffenen zum Beispiel helfen, wenn sie auswärtig essen und nicht wissen, was alles in den Speisen enthalten ist – oder derjenige einfach mal Lust auf ein Milchspeiseeis hat.

Menschen mit dieser Unverträglichkeit sollten aber auch ein Auge auf ihre Medikamente werfen, denn diese können durchaus Laktose enthalten! Auch bei Fertiggerichten hilft ein Blick auf die Zutatenliste.

Schon gewusst? In der Brigitte Community kannst du dich mit anderen rund um das Leben mit einer Allergie oder Intoleranz austauschen!


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