Leben ohne Milz: Wie gefährlich ist das?

Obwohl die Milz ein sehr kleines Organ ist, erfüllt sie wichtige Aufgaben im Körper. Worauf es bei einem Leben ohne Milz ankommt, erfährst du hier.

Leben ohne Milz: Funktion der Milz

Die Milz ist ein lediglich 150 Gramm leichtes Organ, das sich hinter dem Magen befindet. Da die Milz wichtig für unseren Körper ist, versuchen Ärzte das Organ solange wie möglich zu erhalten. Die Milz erfüllt im Wesentlichen zwei Funktionen in unserem Körper:

  • Abwehr von Bakterien (Krankheitserregern)
  • Filterung von Blut (alte rote Blutzellen)

Leben ohne Milz: Folgen einer Entfernung

  • Nach einer Milzentfernung sind Patienten anfälliger für Infektionen durch Bakterien. Da die Milz solche Erkrankungen abwehrt, können bei Menschen ohne Milz einige Infektionen deutlich gefährlicher für den Körper sein.
  • Insbesondere die Sepsis, also eine Blutvergiftung, kann auftreten, wenn das Immunsystem nach einer Infektion nicht mehr funktioniert. Die Sepsis führt bei ungefähr 50 Prozent der betroffenen Patienten zum Tod, während bei Überlebenden oft Gliedmaßen amputiert werden müssen. Dies kann jedoch mit präventiven Impfungen (siehe nächster Abschnitt) verhindert werden.
  • Ebenso kann es bei Menschen nach einer Milzentfernung zu einer Erhöhung der Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut kommen, was zu einem erhöhten Thromboserisiko führt.

Leben ohne Milz: Impfungen als Schutz

Die Medizin sieht drei Impfungen nach einer Milzentfernung als absolut notwendig an:

  • Pneumokokken
  • Meningokokken
  • Hämophilus influenzaeTyp b
  • Zusätzlich wird die Grippeimpfung empfohlen

Pneumokokken gelten dabei als die dringlichste der drei Impfungen für Patienten. Infektionen mit Bakterien durch Pneumokokken sind die Hauptursache für eine Sepsis. Die Impfungen müssen alle drei bis fünf Jahre wieder aufgefrischt werden, da sie nicht dauerhaft vor Erkrankungen schützen.

Leben ohne Milz: Arzt konsultieren

  • Auch wenn Impfungen einen guten Schutz gegen Bakterien wie Pneumokokokken liefern, so schützen sie den Körper nicht mit absoluter Garantie. Patienten ohne Milz sollten sich daher sofort an Ärzte wenden, wenn eine Infektion auftaucht. Auch bei einem Tierbiss ist schnelles Handeln erforderlich, da hier ebenfalls die Gefahr einer Sepsis besteht.
  • Da auch Ärzte nicht rund um die Uhr erreichbar sind, ergibt es Sinn, sich ein Notfall-Antibiotikum verschreiben zu lassen. Sollte also zum Beispiel auf einer Reise eine Infektion auftreten und kein Arzt vorhanden sein, kann einem das Antibiotikum vor schweren Komplikationen schützen. Ob ein Antibiotikum jedoch auch als Prävention in Frage kommt, ist noch nicht eindeutig geklärt.

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