Das hilft gegen Bauchschmerzen

Sie plagen uns regelmäßig, doch zum Glück sind Bauchschmerzen meist harmlos und schnell vorüber. Ob Verstopfung oder Durchfall - wir sagen Ihnen, was bei Magen-Darm-Problemen hilft.

Verstopfung

So beugen Sie vor: Trinken Sie Mineralwasser, das besonders reich an Magnesium- oder Natriumsulfat ist (vergleichen Sie beim Kauf die Mengenangaben auf den Etiketten). Kohlensäure regt ebenfalls die Verdauung an. Gut sind Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen wie Vollkornbrot und -müsli plus Obst und Gemüse - vor allem Sauerkraut, Rhabarber, Pflaumen oder Feigen. Außerdem hilfreich: Jeden Tag mindestens eine halbe Stunde zu Fuß gehen.

So schaffen Sie Abhilfe: Abführmittel, die beispielsweise Bisacodyl oder Natriumpicosulfat enthalten, können Sie vorübergehend einnehmen - auf einer Reise etwa. Bei dauerhafter Einnahme können sie jedoch den Darm schädigen und den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers durcheinanderbringen. Auch manch pflanzliche Abführmittel wie Sennesblätter oder Aloe sind keine Dauerlösung, denn sie verursachen im Prinzip die gleichen Langzeitschäden wie synthetische Mittel. Auf Dauer okay sind dagegen Quellmittel wie Leinsamen oder Flohsamen - aber nur, wenn Sie dazu reichlich trinken. Nehmen Sie zweimal täglich einen Esslöffel unzerkleinerte Leinsamen zusammen mit einem Glas (150 ml) Wasser oder Saft. Alternativ können Sie mehrmals täglich einen Teelöffel Flohsamen in etwas Wasser quellen lassen und schlucken, dann zwei Gläser Flüssigkeit nachtrinken. Kleinkinder haben manchmal über Tage Verstopfung. Ein Kinder-Klistier zum Abführen (als Einmalpackung in der Apotheke) bringt Ihrem Kind dann schnell Erleichterung.

Das können Sie außerdem tun: Eine Massage der Dickdarm-Reflexzonen regt die Darmtätigkeit an. Setzen Sie sich dazu bequem hin. Rubbeln Sie kräftig mit beiden Händen von den Knien bis zu den Hüftgelenken aufwärts und danach wieder abwärts die Außenseiten der Oberschenkel. Wiederholen Sie diese Bewegung zwanzig Mal, zwei- bis dreimal täglich - am besten möglichst früh morgens, denn dann ist der Dickdarm-Meridian am aktivsten.

Wenn alles nichts hilft: Wer ständig unter Verstopfung leidet, sollte sich von seinem Arzt untersuchen lassen.

Blähungen

So beugen Sie vor: Trinken Sie jeden Tag drei Tassen Pfefferminztee und vermeiden Sie stark blähendes Essen wie etwa Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln oder frisches Hefegebäck.

So schaffen Sie Abhilfe: Wenn Sie öfter unter Blähungen leiden, lassen Sie sich einen Spezialtee in der Apotheke mischen: 15 Gramm Kalmuswurzelstock, 30 Gramm Kümmel, 25 Gramm Kamille, 20 Gramm Pfefferminze, 10 Gramm Baldrianwurzel. Auch so genannte Entschäumer helfen (Wirkstoff: Simeticon).

Das können Sie außerdem tun: Oft hilft eine Bauchmassage: Streichen Sie mit sanftem Druck vom rechten Unterleib nach oben, dann nach links und zuletzt Richtung linkem Unterleib - machen Sie also kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn. Außerdem gut: Legen Sie sich fünf Minuten auf jede Seite und anschließend zehn Minuten auf den Bauch. So verteilt sich die Luft im Darm. Das traditionelle Ayurveda setzt auf warmes Sesamöl. Etwas davon auf den Bauch geben, dann im Uhrzeigersinn etwa fünf Minuten um den Bauchnabel herum leicht massieren. Anschließend ein feuchtheißes Tuch auflegen und ausruhen.

Durchfall

So schaffen Sie Abhilfe: Getrocknete Äpfel oder getrocknete Heidelbeeren (Reformhaus) helfen gut gegen leichteren Durchfall. Instant-Suppen (klare Brühe) gleichen den Wasser- und Salzverlust aus. Gut ist auch schwarzer Tee mit Zucker und einer Prise Salz. Zudem hilft ein Tee aus Tormentill-Wurzel - sie enthält Gerbstoffe, die den Darm beruhigen. Brühen Sie einen halben Teelöffel davon mit kochendem Wasser auf und gießen Sie den Tee nach einer Viertelstunde durch ein Sieb. Trinken Sie täglich drei Tassen davon.

Das können Sie außerdem tun: Mischen Sie sich einen Ayurveda-Drink: Vermengen Sie eine halbe Tasse Naturjoghurt mit einer halben Tasse Wasser. Rühren Sie einen halben Teelöffel frisch gepressten Ingwersaft (reiben Sie eine Ingwerwurzel und pressen Sie sie durch ein Tuch) und ein Viertel Teelöffel Muskatnusspulver in die Mischung. Nehmen Sie das Getränk langsam und schluckweise zu sich.

Wenn alles nichts hilft: Gehen Sie bei Fieber, extrem starken Durchfällen (mehr als achtmal pro Tag) oder starkem Krankheitsgefühl zum Arzt. Dies gilt auch, wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält. Achtung: Mit Kleinkindern sollten Sie schon einen Arzt aufsuchen, wenn der starke Durchfall länger als einen Tag dauert. Sie reagieren besonders empfindlich auf Salz- und Flüssigkeitsverlust. Babys können dadurch sogar austrocknen.

Sodbrennen

So beugen Sie vor: Achten Sie auf Ihre Figur, denn Übergewicht ist einer der Hauptrisikofaktoren für Sodbrennen. Essen Sie nur kleine Portionen. Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper und nehmen Sie Ihre letzte (kleine) Mahlzeit spätestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen ein.

So schaffen Sie Abhilfe: Lakritze verhindert eine Übersäuerung des Magens: Wenn Sie zu Sodbrennen neigen, kauen Sie zwischendurch immer mal eine Lakritzschnecke.

Das können Sie außerdem tun: Rezeptfreie Mittel mit säureneutralisierenden Wirkstoffen sollten Sie nicht über längere Zeit regelmäßig einnehmen. Neue Studien lassen vermuten, dass die ständige Neutralisierung der Magensäure das Risiko erhöht, eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln. Das homöopathische Mittel Nux vomica D12 hilft Ihnen, wenn sich üppige Mahlzeiten oder reichlich Alkohol rächen. Nehmen Sie davon halbstündlich ein bis zwei Kügelchen, bis die Beschwerden nachlassen. Magenberuhigend wirken zudem Kamillen- und Melissentee. Trinken Sie davon täglich drei Tassen. Schnelle Hilfe bringt auch ein Löffel Natronpulver (Natriumhydrogencarbonat oder doppelkohlensaures Natron), aufgelöst in einem Glas Wasser. Es neutralisiert die Magensäure, ohne die Ausschüttung komplett zu blockieren. Trinken Sie am besten noch ein Glas stilles Wasser hinterher. Die Biochemie nach Dr. Schüßler empfiehlt bei akuten Beschwerden vier- bis zwölfmal täglich eine Tablette Natrium phosphoricum D6 (Schüßler Salz Nr. 9) oder Natrium bicarbonicum D6 (Nr. 23).

Wenn alles nichts hilft: Tritt das Sodbrennen öfter als zweimal die Woche auf, sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen lassen.

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