Was unser Alter bei der ersten Periode über uns verrät

Wie früh oder spät ein Mädchen zum ersten Mal seine Periode bekommt, hat Studien zufolge Einfluss auf die Gesundheit im Erwachsenenalter.

Wie alt wart ihr, als ihr zum ersten Mal eure Periode bekommen habt? 10, 13, 16? Die meisten von uns wissen das wahrscheinlich gar nicht mehr so genau. Schade eigentlich, denn der Zeitpunkt der sogenannten Menarche kann Rückschlüsse auf unseren Lebensstil, Nahrungsgewohnheiten und unsere Gesundheit geben.

Der Beginn der Periode wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst - zum Beispiel durch Hunderte von Genen, berichtet die BBC. In der westlichen Welt ist das Durchschnittsalter in den vergangenen 100 Jahren von ehemals 17 auf aktuell 13 Jahre gesunken. Das liegt nicht zuletzt an unserer Ernährung. Mädchen wiegen heute mehr als früher - ihr Körper würde eine Schwangerschaft demnach auch früher aushalten. Inwiefern diese Verjüngung auf genetische Veränderungen zurückzuführen ist (mehr Hormone im Essen, Umweltfaktoren, ...), darüber sind sich die Forscher noch nicht einig.

Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle

Als erwiesen gilt hingegen, dass der Beginn der Pubertät oft dem unserer Mütter / Großmütter / Geschwister korreliert. Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle: Mädchen, die von ihren Eltern zu wenig Aufmerksamkeit, Unterstützung und kein Gefühl von Sicherheit erfahren, kommen demnach früher in die Pubertät. Evolutionsbiologisch betrachtet macht das durchaus Sinn: Wenn du dich nicht auf deine Familie verlassen kannst, bereitet dich dein Körper schneller darauf vor, eine eigene Familie zu gründen.

Eine britische Studie mit 80.000 Frauen brachte eine frühe erste Periode zudem in Zusammenhang mit einem geringen Gewicht bei der Geburt, Belastung durch Tabakrauch, Bewegungsmangel und Übergewicht. Eine ungesunde Kindheit veranlasst unseren Körper offenbar dazu, in Richtung Erwachsensein zu steuern.

Bei Mädchen, bei denen die erste Menstruation extrem früh (< 10 Jahre) oder extrem spät (>17 Jahre) einsetzt, kommt ein weiterer Risikofaktor hinzu. Einer groß angelegten Studie zufolge ist die Wahrscheinlichkeit in beiden Fällen um 27 Prozent höher, im Erwachsenenalter an einer Herzerkrankung zu sterben.

Und damit nicht genug. Mädchen, die vor ihrem 12. Geburtstag ihre Periode bekommen, haben statistisch gesehen ein um 20 Prozent höheres Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken. Das Brustkrebsrisiko erhöht sich einer Studie der Oxford University zufolge auch dann, wenn die Wechseljahre erst spät einsetzen. Je mehr weibliche Geschlechtshormone unser Körper produziert, desto anfälliger ist er offenbar für Brustkrebs. Der Zeitpunkt unserer Menarche sagt übrigens nichts über den Beginn der Menopause aus.

Eine Tendenz zeichnet sich allerdings ab: Je später die Periode bei einem Mädchen einsetzt, desto gesünder geht sie durchs Leben.

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