Menopause: Wenn die Hormone plötzlich aus der Balance geraten

Früher oder später trifft es jede Frau: die Menopause. Eine Zeit des Umbruchs und der Neuentdeckung des eigenen Körpers.

Was ist die Menopause?

Die Menopause ist ein bedeutender Einschnitt im Leben einer Frau und im Grunde das Gegenstück zur Pubertät. Während der Pubertät stellt sich der weibliche Körper darauf ein, befruchtungsfähige Eier herzustellen, die Menopause markiert und definiert hingegen das Ende der fruchtbaren Phase mit der letzten Regelblutung.

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In den westlichen Ländern treten die Wechseljahre durchschnittlich im Alter von 51,4 Jahren ein, es gibt jedoch auch Fälle der vorzeitigen Wechseljahre (climacterium praecox), die entweder natürlich oder infolge einer Strahlen- oder Chemotherapie eintritt. Bei diesen Frauen hören die Blutungen bereits in einem Alter ab 35 Jahren auf.

Welche Phasen durchlebt der Körper?

Die ersten Veränderungen im Zyklus stellen sich bereits Jahre vor der eigentlichen Menopause ein. Im Schnitt ist die Frau dann etwa 47 Jahre alt, wenn sie in die Prämenopause kommt. In dieser Phase verändert sich das hormonelle Gleichgewicht allmählich. Die Produktion des Hormons Progesteron (Gelbkörperhormon) nimmt ab und die Konzentration von Östrogen gleichzeitig zu, wodurch sich die Abstände zwischen den Blutungen vergrößern. Ein Eisprung findet nur noch selten statt.

In der zweiten Phase (Perimenopause), der eigentlichen Hochphase des Klimakteriums, versiegt die Follikelreifung in den Eierstöcken, der Eisprung fällt irgendwann gänzlich aus. Im Zuge dessen verringert sich nun auch die Produktion des Hormons Östrogen, während die männlichen Hormone weiterhin auf ihrem bisherigen Niveau produziert werden. Die Frauen leiden in dieser Zeit unter einem niedrigen Öströgenspiegel und der Trägheit ihrer Eierstöcke.

Die Postmenopause beginnt etwa ein bis zwei Jahre nach der letzten Menstruation. In dieser Phase kommt die Gestagen- und Östrogenproduktion zum Erliegen, eine Verhütung ist nicht mehr notwendig. Die Frauen sind dann im Durchschnitt etwa 65 Jahre alt.

Welche Symptome deuten auf das Klimakterium hin?

Die Anzeichen für die eintretenden Wechseljahre sind vielseitig und nicht gleich eindeutig zuzuordnen. Zu Beginn spüren Frauen möglicherweise nur Spannungen in der Brust und leichte Reizbarkeit, im Verlauf der Wechseljahre nehmen die Symptome jedoch zu. Typische Wechseljahrsbeschwerden sind:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Nervosität
  • Herzrasen
  • Schlafstörungen
  • Depressivität
  • Haarausfall
  • Erschöpfungszustände
  • Scheidentrockenheit
  • Sexuelle Probleme
  • Harnwegsinfektion
  • Zyklusstörungen
  • Blasenschwäche

Doch wie kommt es zu diesen "Nebenwirkungen"? Experten sind sich einig, dass die Symptome durch den abnehmenden Spiegel weiblicher Hormone verursacht werden. Neben den offensichtlichen körperlichen Problemen kann der Östrogenmangel jedoch auch das seelische Gleichgewicht stören. Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit und Depressionen sind keine Seltenheit im Klimakterium.

Hinzu kommt, dass sich während der Menopause häufig auch eine sexuelle Funktionsstörung entwickeln kann, da die Schleimhäute im Genitalbereich dünner werden und diese somit schlechter durchfeuchtet werden. Dementsprechend fällt auch die sexuelle Erregung geringer aus – und der "reibungslose" Sex wird seltener.

Aufgrund des niedrigen Östrogenspiegels werden Frauen darüber hinaus anfälliger für Osteoporose, Gelenkschmerzen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn: Wenn der Hormonspiegel sinkt, wird auch vermehrt Knochen abgebaut. Es gibt jedoch einige Dinge, die Frauen tun können, um ihren Körper weiterhin gesund und leistungsfähig zu halten.

Was können Frauen dagegen tun?

Vorbeugend ist es natürlich ratsam, auf das Rauchen zu verzichten, denn starke Raucherinnen erleben ihre letzte Periode im Schnitt früher als Nichtraucherinnen. Wenn die Wechseljahre bereits begonnen haben, ist eine gesunde Lebensweise das A und O für betroffene Frauen. Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking halten aktiv – kombiniert mit der richtigen zucker-und fettarmen Ernährung sind sie Balsam für die Seele. Dann entgeht man auch einer weiteren Begleiterscheinung der Wechseljahre: dem Übergewicht.

Darüber hinaus gibt es einige Therapien gegen schlimme Wechseljahresbeschwerden. So können die Traditionelle Chinesische Medizin oder Hormon-Yoga helfen, die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Sollten diese jedoch zu massiv sein, können Frauen auch eine Hormonersatztherapie (HET) in Betracht ziehen. Hormonpräparate für die Hormonbehandlung gibt es als Tabletten, Gel, Pflaster, Nasenspray oder als Spritze. Mit dieser Hormontherapie wird der Östrogenspiegel wieder angehoben, was sich nicht nur positiv auf die Hitzewallungen, sondern auch auf die Stimmung auswirkt.

jg
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