Mehr als nur Kopfschmerzen - so fühlt sich Migräne wirklich an

Der erste Migräne-Simulator der Welt ermöglicht es Angehörigen nachzuvollziehen, was Betroffene im Freundes- und Familienkreis durchmachen.

Migräne wird immer noch verharmlost

"Das sind doch nur Kopfschmerzen. So schlimm kann's gar nicht sein. Ruh' dich einfach aus, dann geht's dir in ein paar Minuten wieder besser." Auch heute noch müssen sich viele Migräne-Patienten diese oder ähnliche Kommentare gefallen lassen, wenn sie sich schmerzgeplagt krank melden.

Jeder kennt das Gefühl nach einem anstrengenden Arbeitstag: Wir fühlen uns schlapp, ausgebrannt, der Kopf ist schwer, pocht und scheint beim nächsten Gedanken zu platzen. In etwa so stellen sich viele Nicht-Betroffene einen Migräneanfall vor. Jedoch ist das Gefühl der Erschöpfung nicht mit den Schmerzen und Begleiterscheinungen dieser Krankheit zu vergleichen.

Zwar variieren die Symptome von Person zu Person. Dennoch lassen sich einige signifikante Anzeichen festhalten, die Migräne deutlich von normalen Kopfschmerzen unterscheidet.

Typische Symptome einer Migräne

  • Pochender, häufig einseitiger Kopfschmerz
  • Extreme Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Übelkeit
  • Optische Wahrnehmungsstörungen wie das Auftreten von Lichtblitzen, Flimmererscheinungen, Flecken innerhalb des Sehfeldes
  • Sensible Wahrnehmungsstörungen wie das Kribbeln einzelner Körperteile, massive innere Unruhe, in einigen Fällen auch Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen

Betroffene können sich während eines Anfalls häufig nur in abgedunkelten, kühlen Räumen aufhalten - die Bewältigung des alltäglichen Lebens ist in diesen Stunden undenkbar. Da Migräne keine für die Außenwelt bemerkbaren Symptome hervorruft, ist das Leid für viele Menschen zu abstrakt und nur schwer nachvollziehbar.

Genau diesem Problem widmete sich das Team des Schmerzmittel-Herstellers "Exedrin". Sie entwickelten einen Simulator, der es Angehörigen und Freunden ermöglicht, optisch nachzuvollziehen, wie sich der Migräneanfall der oder des Betroffenen anfühlt.

"Es fühlt sich an als würde man erblinden"

Die Versuchspersonen erleben alltägliche Situationen wie eine Bahnfahrt, den Besuch in einem Café oder den Aufenthalt in Lichtdurchfluteten Räumen aus der Perspektive eines Migräne-Patienten. Der von ihnen getragene Simulator fungiert als eine Art Brille. Die auftretende Intensität der Symptome wird vom Team gesteuert.

Nach dem Experiment beschreibt eine junge Frau, dass sie sich fühlte als würde sie erblinden. Alle Teilnehmer reagierten am Ende geschockt und gaben offen zu, das Leid bisher deutlich unterschätzt zu haben. Diese Simulation ging dabei lediglich auf die optischen Wahrnehmungsstörungen ein - die körperlichen Schmerzen wurden nicht einbezogen.

Die Tatsache, dass selbst die Begleiterscheinungen eines Migräneanfalls bereits ausreichen, um Menschen aus der Bahn zu werfen, bestätigt erneut was Betroffene längst wissen: Migräne ist viel mehr als nur "ein bisschen Kopfschmerzen", und wer es darauf reduziert, hört den Betroffenen nicht richtig zu!

Lesetipp: Hier erfährst du alles über Migräne mit Aura und Migräne-Symptome.

LV
Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.