Misteltee: Wirkung und Anwendung

Misteltee ist ein altbewährtes Heilmittel: Bereits Hippokrates und Hildegard von Bingen nutzten die Mistel als Arzneimittel. Wie du den Tee anwendest, welche Wirkung er hat und was du bei der Zubereitung beachten musst, erfährst du hier!

Mistel – Halbschmarotzer mit Heilwirkung

  • Die Mistel wird als Halbschmarotzer angesehen: Die grüne Pflanze mit den eiförmigen Blättern wächst an oder auf Bäumen, betreibt selbstständig Photosynthese, aber entzieht dem Wirtsbaum das Wasser. Sie ist dabei aber nicht schädlich für den Baum.
  • Der Mistelstrauch kann bis zu einem Meter hoch werden und bildet im Spätherbst weiße Beeren aus, die kleben. 
  • Achtung: Im rohen Zustand ist die Mistel giftig. Du darfst auf keinen Fall die Blätter oder Beeren essen!

Mistelkraut: Hier bekommst du das gesunde Kraut

Mistelkraut erhältst du entweder in der Apotheke oder du sammelst selber Misteln und trocknest sie: Die Pflanze steht nicht unter Naturschutz und kann daher vorsichtig abgeschnitten werden. Achte darauf, den Baum nicht zu beschädigen. Mistel sollte nur an trockenen Tagen (nicht nach Regenschauern) und bis mittags mit einem scharfen Messer "geerntet" werden. Pflanzen mit Beeren und alte Äste sollte man nicht verwenden – stattdessen sind nur die jungen Zweige geeignet. Die beste Erntezeit stellen die Monate März und April dar. Die geernteten Zweige werden vorsichtig in Tücher eingeschlagen und so transportiert. Die Äste werden anschließend zu Bündeln zusammengebunden und kopfüber an einem trockenen Ort aufgehängt. Achte auf ausreichende Belüftung und eine schonende Trocknung. Sobald die Blätter vollständig getrocknet sind, werden Blätter und Stängel klein geschnitten. Die Lagerung des Mistelkrautes erfolgt in einem luftdichten Schraubglas an einem dunklen Ort. 

Misteltee: Zubereitung

Achtung: Bei Misteltee handelt es sich nicht um Tee im eigentlichen Sinne, sondern um ein Mazerat! Das Mistelkraut darf nicht mit heißem Wasser aufgekocht oder übergossen werden, da sich sonst Giftstoffe lösen würden. Stattdessen wird ein Kaltwasserauszug hergestellt.

Zubereitung:

  1. Füge 1 bis 2 Teelöffel des getrockneten Krautes in ein Gefäß und fülle einen halben Liter kaltes Wasser auf.
  2. Lasse die Flüssigkeit am besten über Nacht (acht bis zwölf Stunden) ziehen.
  3. Seihe den Tee am nächsten Tag durch ein Sieb ab.
  4. Bei Bedarf kann der Tee vor dem Trinken leicht erwärmt werden – er darf aber nicht kochen!

Der Tee sollte jeden Tag frisch zubereitet werden, da er nicht lange haltbar ist.

Verwende den Misteltee nicht, wenn er muffig riecht!

Dosierung: Zwei bis drei Tassen pro Tag, wobei nach sechs Wochen eine Pause eingelegt werden sollte.

Misteltee: Wirkung

Die gesundheitliche Wirkung von Misteln beruht unter anderem auf den enthaltenen Bitterstoffen, Flavonoiden, Lecitinen, Alkaloiden und Asparagin. Weitere Inhaltsstoffe sind Histamine, Viscotoxine und Harz. Viscotoxine wirken leicht giftig, weshalb die Mistel nicht gekocht werden darf. 

Misteltee hilft bei:

  • Bluthochdruck: Misteltee reguliert den Blutdruck – sei es bei zu niedrigem oder zu hohem Bluthochdruck.
  • Leberentgiftung: Der Tee entgiftet und reguliert die Leber.
  • Arthrose und Hauterkrankungen: Umschläge, die mit dem Tee zubereitet werden, können bei Arthrose oder Hauterkrankungen helfen. 
  • Verdauungsproblemen: Misteltee wirkt verdauungsfördernd und appetithemmend, weshalb er unterstützend beim Abnehmen angewendet werden kann. Außerdem hilft der Tee bei Durchfall. Dazu regt Misteltee den Stoffwechsel an und kann sogar bei rheumatischen Beschwerden helfen.
  • Herzrhythmusstörungen: Da Herz-Kreislauf-System wird mit Einnahme des Misteltees gestärkt. 
  • Starken Menstruationsblutungen: Misteltee reduziert den Blutfluss bei starken Monatsblutungen.
  • Ruhelosigkeit: Der Tee entfaltet eine beruhigende Wirkung und soll auch Ohrensausen mindern und bei Tinnitus und Migräne angewendet werden können.
  • Immunschwäche: Die körpereigenen Abwehrkräfte werden mit Einnahme des Misteltees gefördert.
  • Beschwerden der Wechseljahre: Misteltee fördert das Hormongleichgewicht.

Misteltee: Das musst du beachten

  • Wie bereits beschrieben, darf die Mistel nicht mit kochendem oder heißem Wasser übergossen werden, da sich sonst Giftstoffe lösen.
  • Mit Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen. Allerdings solltest du Misteltee nicht in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit einnehmen. Und bei einer Histaminunverträglichkeit könnte es zu allergischen Reaktionen kommen.  
  • Sprich dich bei einer längeren Anwendung am besten mit einem Arzt ab.
Blähungen, Gas

Du interessierst dich für weitere natürliche Heilmittel: Hier erfährst du alles über die Anwendung und Wirkung von Beifuß. Hier erklären wir, wie du Brennnesseltee selber machen kannst und Infos rund um die Wirkung von Kamillentee gibt es hier!

Wenn du dich mit anderen über Gesundheitsthemen und Naturheilmittel austauschen möchtest, dann schaue doch mal in unsere BRIGITTE Community!

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.