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Misteltee Wirkung und Anwendung

Misteltee: Mistelkraut und Misteltee
© hjochen / Shutterstock
Misteltee ist ein altbewährtes Heilmittel: Bereits Hippokrates und Hildegard von Bingen wussten um die heilende Wirkung des Krautes. Wie du den Tee anwendest, welche Wirkung er hat und was du bei der Zubereitung beachten musst, erfährst du hier!

Mistel – Halbschmarotzer mit Heilwirkung

  • Die Mistel wird als Halbschmarotzer angesehen: Die grüne Pflanze mit den eiförmigen Blättern wächst an oder auf Bäumen, betreibt selbstständig Photosynthese, aber entzieht dem Wirtsbaum das Wasser. Sie ist dabei aber nicht schädlich für den Baum.
  • Der Mistelstrauch kann bis zu einem Meter hoch werden und bildet im Spätherbst klebende weiße Beeren aus. 
  • Achtung: Im rohen Zustand ist die Mistel giftig. Du darfst auf keinen Fall die Blätter oder Beeren essen!

Mistelkraut: Hier bekommst du das gesunde Kraut

Mistelkraut erhältst du entweder in der Apotheke oder du sammelst selber Misteln und trocknest sie: Die Pflanze steht nicht unter Naturschutz und kann daher vorsichtig abgeschnitten werden. Achte darauf, den Baum nicht zu beschädigen. Mistel sollte nur an trockenen Tagen (nicht nach Regenschauern) und bis mittags mit einem scharfen Messer "geerntet" werden. Pflanzen mit Beeren und alte Äste sollte man nicht verwenden – stattdessen sind nur die jungen Zweige geeignet. Die beste Erntezeit stellen die Monate März und April dar. Die geernteten Zweige werden vorsichtig in Tücher eingeschlagen und so transportiert. Die Äste werden anschließend zu Bündeln zusammengebunden und kopfüber an einem trockenen Ort aufgehängt. Achte auf ausreichende Belüftung und eine schonende Trocknung. Sobald die Blätter vollständig getrocknet sind, werden Blätter und Stängel klein geschnitten – die Mistelbeeren dürfen nicht verwendet werden! Die Lagerung des Mistelkrautes erfolgt in einem luftdichten Schraubglas an einem dunklen Ort. 

Misteltee: Zubereitung

Achtung: Bei Misteltee handelt es sich nicht um Tee im eigentlichen Sinne, sondern um ein Mazerat! Misteltee wird als Kaltwasserauszug angesetzt.

Zubereitung:

  1. Gib 2,5 Gramm (ein Teelöffel) des getrockneten, fein geschnittenen Krautes in eine Tasse und fülle es mit kaltem Wasser auf.
  2. Lasse die Flüssigkeit am besten über Nacht (zehn bis zwölf Stunden) bei Raumtemperatur ziehen.
  3. Seihe den Tee am nächsten Tag durch ein Sieb ab.
  4. Bei Bedarf kann der Tee vor dem Trinken leicht erwärmt werden – er sollte aber nicht kochen.

Der Tee sollte jeden Tag frisch zubereitet werden, da er nicht lange haltbar ist.

Verwende den Misteltee nicht, wenn er muffig riecht!

Dosierung: Bei Bluthochdruck können ein bis zwei Tassen pro Tag getrunken werden.

Misteltee: Wirkung

Die gesundheitliche Wirkung von Misteln beruht unter anderem auf den enthaltenen Bitterstoffen, Flavonoiden, Lecitinen, Alkaloiden und Asparagin. Weitere Inhaltsstoffe sind Histamine, Viscotoxine und Harz. 

Misteltee soll unter anderem folgende Wirkung entfalten:

  • Stabilisierung des Blutdrucks
  • Linderung von Herzrhythmusstörungen
  • Förderung der Verdauung
  • Anregung des Stoffwechsels 
  • Minderung starker Monatsblutungen, indem der Blutfluss gehemmt wird
  • Beruhigende Wirkung bei innerer Unruhe und Ohrensausen
  • Linderung rheumatische Schmerzen mit Misteltee-Umschlägen

Hinweis: In der adjuvanten Krebstherapie werden Mistelzubereitungen als Injektion angewandt.

Misteltee: Das musst du beachten

  • Wie bereits beschrieben, wird traditionell ein Kaltwasserauszug mit dem Mistelkraut angesetzt. Im kalten Wasser können sich die giftigen Stoffe (Viscotoxine) schlecht lösen.  
  • Misteltee darf allerdings nicht in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit eingenommen werden. Außerdem könnte es bei einer Histaminunverträglichkeit zu allergischen Reaktionen kommen. Grundsätzlich dürfen Mistelpräparate z. B. nicht bei einer bestehenden Überempfindlichkeit gegen Mistelzubereitungen oder Eiweiße oder auch bei hochfieberhaften Erkrankungen sowie chronischen fortschreitenden Infektionen eingenommen werden. 
  • Sprich dich bei einer längeren Anwendung des Misteltees mit deine:r Ärzt:in ab. Und konsultiere sie ebenfalls bei Fragen bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel beinhaltet nur allgemeine Hinweise. Er darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden und kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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Verwendete Quellen:

arzneipflanzenlexikon.info

Schilcher, H. (Hrsg.): Leitfaden Phytotherapie, 5. Auflage, Elsevier, 2016

Wichtl, M.: Teedrogen und Phytopharmaka, 3. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1997


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