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Muskelkrämpfe: Ursachen und Behandlungswege

Muskelkrämpfe: Frau mit Krampf im Bein
© lzf / Shutterstock
Muskelkrämpfe treten vor allem bei Sportlern auf und können sehr schmerzhaft sein. Wir verraten mögliche Ursachen und was man dagegen tun kann.

Was sind Muskelkrämpfe?

Muskelkrämpfe bedeuten eine plötzliche und heftige Anspannung eines Muskels oder einer Muskelgruppe, die sehr schmerzhaft sein kann. Häufig sind die Beine betroffen, dabei treten die Muskelkrämpfe als Wadenkrämpfe vor allem nachts auf. Aber theoretisch können Muskelkrämpfe in allen Muskelgruppen entstehen. In vielen Fällen sind die Krämpfe harmlos, manchmal kann aber auch eine ernste Erkrankung dahinterstecken.

Wer ist von Muskelkrämpfen betroffen?

Grundsätzlich kann jeder Mensch mal einen Muskelkrampf erleiden, oft betroffen sind aber Sportler, die ihren Muskeln zwischen den Trainingseinheiten nicht genug Ruhe gönnen. Das Risiko für Muskelkrämpfe und Wadenkrämpfe steigt aber auch mit dem Alter: Je älter wir werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit vor allem für nächtliche Wadenkrämpfe und Krämpfe in Ruhephasen.

Häufige Ursachen für Muskelkrämpfe

Es lässt sich nicht immer eine klare Ursache für Muskelkrämpfe oder Wadenkrämpfe finden. Oft spielen aber folgende Dinge eine Rolle:

  • Generelle Verspannungen, z. B. durch viel Training
  • Sportverletzungen
  • Eine unterentwickelte Muskulatur durch Bewegungsmangel
  • Flüssigkeitsmangel
  • Unausgeglichener Mineralhaushalt, z. B. durch einen Magnesiummangel oder einem Mangel an Kalium oder Kalzium
  • Hormon- oder Stoffwechselstörungen, z. B. Schilddrüsenunterfunktion oder Schilddrüsenüberfunktion
  • Diverse Erkrankungen, z. B. der Nerven oder Diabetes
  • Bestimmte Medikamente
  • Niedrige Elektrolytwerte, z. B. durch Alkoholmissbrauch
  • Hormonschwankungen, z. B. durch Schwangerschaft

Auch nach einer Dialyse können Krämpfe entstehen, da die Dialyse dem Körper viel Flüssigkeit entzieht.

Symptome: Wie äußern sich Muskelkrämpfe?

Nicht nur durch tatsächliche und schmerzhafte Verkrampfungen machen sich Muskelkrämpfe bemerkbar. Es gibt noch weitere Symptome, die für einen Krampf der Muskulatur sprechen. Dazu zählen:

  • Muskelzucken
  • Leichte krampfartige Schmerzen der Arme oder des Rumpfes
  • Körperliche Schwäche
  • Zusätzliche Spannungskopfschmerzen
  • Kribbeln oder anhaltende Taubheitsgefühle (diese Symptome können ein Notfall sein!)

Wichtig zu wissen ist, dass Muskelzucken und Krämpfe in den Armen oder im Rumpf deutlich häufiger eine krankhafte Ursache haben als beispielsweise ab und an auftretende Wadenkrämpfe in der Nacht. Um den Auslöser zu finden, sollte man vor allem den Mineralstoffhaushalt überprüfen lassen, um z. B. einen Mangel an Magnesium auszuschließen. 

Wann sollte ich wegen Muskelkrämpfen zum Arzt?

Treten die Muskelkrämpfe nur ab und zu auf, ist das in der Regel harmlos und muss nicht weiter beachtet werden – denn es kann schon eine einzige unbedachte Bewegung zu einem solchen Krampf führen. Anders sieht es aus, wenn die Muskelkrämpfe mit körperlicher Schwäche oder starkem Flüssigkeitsverlust einhergehen (z. B. durch Durchfall oder Erbrechen) oder Krankheiten als möglicher Auslöser bekannt sind. Auch wenn Alkoholmissbrauch vorliegt, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Kribbeln und Taubheitsgefühle können sogar ein Fall für den Notarzt sein!

Der Arzt wird in der Regel eine körperliche Untersuchung vornehmen, den Betroffenen über Symptome befragen und sich vor allem nach der Art der Muskelkrämpfe erkundigen. Dabei kann er beispielsweise folgende Fragen stellen:

  • Wo treten die Krämpfe auf?
  • Wie lang halten sie an?
  • Als wie schmerzhaft werden sie wahrgenommen?
  • Wie oft treten sie auf?
  • Hat der Patient bereits mögliche Auslöser in Verdacht?

Vor allem anhand der weiteren Symptome lassen sich die Ursachen eingrenzen. Ein Flüssigkeitsmangel deutet sich z. B. durch Durchfall oder Erbrechen an, während eine starke Gewichtszunahme und Schlafstörungen Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein können. Mithilfe eines Bluttests lässt sich außerdem feststellen, ob ein Mangel an Nährstoffen wie Magnesium vorliegt. Je nach vermuteter Ursache kann der Hausarzt den Patienten dann an einen Spezialisten weiterleiten, z. B. aus der Neurologie bei vermuteten Nervenstörungen oder der Orthopädie bei Beschwerden des Bewegungsapparates.

Behandlung: Was hilft gegen Muskelkrämpfe?

Ein akuter Krampf der Muskulatur lässt sich am besten dadurch lindern, dass man den betroffenen Muskel streckt. Dazu kann man beispielsweise das Bein ausstrecken, die Fußspitze in Richtung Körper ziehen und die Ferse nach vorn strecken. Tatsächlich machen die meisten Menschen eine solche Dehnung gegen Krämpfe sogar rein instinktiv. Je nach Schwere des Krampfes kann auch eine leichte Massage des betroffenen Muskels helfen.

Auf lange Sicht kann man nur etwas gegen die Muskelkrämpfe tun, wenn man die genaue Ursache dafür kennt. Grunderkrankungen beispielsweise sollten behandelt werden. Bei einem Flüssigkeitsmangel ist es wichtig, besonders viel zu trinken: 2,5 Liter am Tag sind das Minimum, wer viel Sport macht oder in einer Umgebung mit hohen Temperaturen lebt, trinkt entsprechend mehr.

Für eine optimale Versorgung mit Nährstoffen ist auch eine ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig. Dazu zählen viel Gemüse und Obst, mageres Fleisch, viel Fisch und viele Ballaststoffe, die beispielsweise in Vollkornprodukten enthalten sind. Auch Nüsse gelten als sehr gesund. Liegt trotz gesunder Ernährung z. B. ein Mangel an Magnesium oder Kalzium vor, kann in Absprache mit dem Arzt auch eine Supplementierung sinnvoll sein.

Damit unsere Muskulatur stark und gesund ist, braucht sie außerdem Bewegung. Vor allem Krafttraining ist gut für unsere Muskeln, aber auch Ausdauertraining wie Laufen oder Schwimmen hält uns fit. Schon dreimal pro Woche je 30 Minuten Bewegung gelten als ausreichend, um die Muskeln zu stärken.

Helfen Medikamente gegen Muskelkrämpfe?

Es gibt zwar einige Medikamente, die bei Muskelkrämpfen angewandt werden, heutzutage wird aber meist darauf verzichtet. Denn diese Medikamente sind oft mit starken Nebenwirkungen verbunden. In enger Absprache mit dem Arzt und bei starken Muskelkrämpfen kann man die Medikamente testen, sollte sie bei starken Nebenwirkungen aber besser wieder absetzen und andere Methoden gegen die Krämpfe testen.

Tipps zur Vorbeugung: Wie lassen sich Muskelkrämpfe verhindern?

Ist der Auslöser für die Krämpfe bekannt, sorgt eine Behandlung der entsprechenden Ursache oft schon dafür, dass die Beschwerden aufhören oder zumindest weniger häufig auftreten. Gibt es keine genauen Ursachen, können meist schon einige kleine Verbesserungen des Lebensstils helfen. Dazu zählen:

  • Regelmäßige Dehnübungen aller Muskeln
  • Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten
  • Verzicht auf Koffein
  • Sanfte Muskellockerungen vor dem Schlafengehen
  • Jeden Tag ausreichend trinken und ausgewogen ernähren
  • Regelmäßige Bluttests durchführen, um z. B. einen Mangel an Magnesium frühzeitig zu erkennen

Lesetipps: Wie du gegen nächtliche Wadenkrämpfe vorgehen kannst, erklären wir hier. Außerdem verraten wir alles über Durchschlafstörungen, wie du Albträume in den Griff bekommen kannst, wieso Wadenkrämpfe nachts und warum Wadenkrämpfe trotz Magnesium auftreten.

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