Myome

Keine Angst: Myome sind meist harmlos. Wann sie behandelt werden müssen, welche Verfahren es gibt und wie "sanfte Medizin" hilft, lesen Sie hier.

Kann aus einem Myom Krebs entstehen? Muss die Gebärmutter entfernt werden? Wenn Sie erfahren, dass Sie Myome, also Geschwülste haben (einzelne Myome sind selten), bekommen viele Frauen erst einmal einen Schreck. Verständlicherweise - bei dem Wort "Geschwulst" denkt jede gleich an Krebs.

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Zum Glück besteht meist kein Grund zur Sorge. Denn Myome können nur sehr selten "entarten", also zu Krebsgeschwülsten werden. Drei Viertel aller betroffenen Frauen merken nichts von den Myomen; viele wissen nicht einmal, dass sie welche haben. Oft werden Myome eher zufällig bei einer Tast- oder Ultraschalluntersuchung entdeckt. Deshalb gibt es auch keine genauen Zahlen über die Häufigkeit dieser Veränderung. Schätzungsweise jede vierte Frau über 30 hat Myome, bei den über 40jährigen sogar fast 40 Prozent.

Die möglichen Ursachen

Myome können an verschiedenen Stellen der Gebärmutter entstehen, zum Beispiel in der Gebärmutterwand, an ihrer Außenseite oder in den Bändern, die das Organ halten. Wahrscheinlich spielen die körpereigenen Östrogene dabei eine Rolle. Denn bei Mädchen vor der Pubertät und bei Frauen nach den Wechseljahren - also in den Lebensphasen, in denen der Organismus diese Hormone nicht oder nur in geringen Mengen produziert -, sind Myome extrem selten. Nach den Wechseljahren bilden sich Myome oft ganz zurück. Zumindest bei psychosomatisch orientierten Frauenärztinnen und -ärzten gilt auch das seelische Befinden einer Frau als wichtiger Faktor. Myome sind zum Beispiel überdurchschnittlich häufig bei Frauen, die durch Berufstätigkeit und Familienarbeit doppelt belastet sind. Dasselbe beobachten Ärzte bei Frauen, für die das Thema "schwanger werden" mit seelischem Stress verbunden ist - etwa, weil sie sich mit ihrem Partner darüber nicht einig sind.

Wann Myome behandelt werden müssen

Auch wenn Myome meist harmlos sind - lassen Sie zur Sicherheit etwa alle sechs Monate von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt kontrollieren, ob weiterhin alles in Ordnung ist. Je nachdem, wie groß ein Myom ist und wo es sitzt, kann es mit der Zeit Beschwerden verursachen wie zum Beispiel eine übermäßig starke Menstruationsblutung und Schmerzen. Schnelle medizinische Hilfe ist nötig, wenn Myome plötzlich stark wachsen. Sie können dann zum Beispiel den Harnleiter abdrücken. Eine weitere, wenn auch seltene Komplikation durch Myome: Wenn Frauen nicht schwanger werden oder Fehlgeburten haben, könnten auch Myome dabei eine Rolle spielen.

Die gängigen Therapien

Welche Art der Behandlung Ärzte empfehlen, ist unter anderem abhängig von der Größe und vom Sitz der Myome; auch das Alter der betroffenen Frau spielt eine Rolle:

Hormonbehandlung

Es gibt verschiedene Arten der Hormonbehandlung: Die Pille wirkt gegen überstarke Blutungen. Ein reines Gestagen-Präparat unterbricht die Menstruation vorübergehend ganz. Gleichzeitig bilden sich die Myome zurück. Die radikalste Art der Hormontherapie ist eine Behandlung mit "Anti-Hormonen" (GnRH-Analoga). Diese Präparate versetzen auch junge Frauen vorübergehend in die Wechseljahre; die Myome schrumpfen dann oder verschwinden ganz.

Die Nachteile aller Hormontherapien: Sie kommen nicht in Frage für Frauen, die demnächst schwanger werden wollen - und sobald die Medikamente abgesetzt werden, wachsen die Myome häufig wieder.

Myomenukleation

Das Herausschneiden oder -schälen der Myome ist zumindest bei großen Myomen oft eine aufwendige Operation; die Gebärmutter bleibt jedoch erhalten, und eine Schwangerschaft ist problemlos möglich. Bei etwa 15 Prozent der Frauen entstehen aber später neue Myome, so dass der Eingriff wiederholt werden muss.

Entfernen der Gebärmutter: Früher wurde bei Myomen oft pauschal empfohlen, die Gebärmutter gleich ganz herausnehmen zu lassen - vor allem, wenn die betroffene Frau nicht mehr schwanger werden wollte oder konnte. Das ist jedoch ein massiver Eingriff, der starke körperliche und auch seelische Auswirkungen haben kann. Frauen, denen diese Operation empfohlen wird, sollten sich deshalb für die Entscheidung Zeit nehmen und auf jeden Fall die Meinung eines weiteren Arztes einholen.

Wie "sanfte Medizin" hilft

Bei kleineren Myomen kommen als Alternative auch "sanfte" medizinische Verfahren in Frage: In der Homöopathie gelten Myome als ein Symptom für gestaute körperliche und seelische Energien. Solche Blockaden werden mit einer individuell zusammengestellten Abfolge von Präparaten behandelt. Häufig verordnete Mittel bei Myomen sind zum Beispiel Sepia (Tintenfisch) und Hamamelis. Die Besserung der Symptome setzt oft sehr schnell ein; insgesamt kann die Behandlung aber über ein Jahr dauern. Aus der Sicht der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind Myome meist ein Anzeichen für eine Überforderung des Leber-Funktionskreises, der das freie Fließen der Energien im Organismus regelt. Akupunktur und chinesische Arzneitees können den Energiefluss regulieren und harmonisieren, so dass die Myome sich zurückbilden. Spezielle Übungen aus dem Qigong (Bewegungstherapie) und eine Ernährungsumstellung nach individuellen Empfehlungen verstärken die Wirkung der Therapie.

Was Sie selbst tun können

Selbstbehandlung ist kaum möglich, man kann das Wachstum der Myome jedoch hemmen:

  • Hormone weglassen: Wenn Sie Hormonpräparate einnehmen, besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin, welche anderen Verfahren oder Medikamente für Sie in Frage kommen.
  • Wenig Fleisch essen (nur etwa einmal pro Woche): Fleisch und Wurst können Rückstände von Hormonen und Umweltschadstoffen enthalten, die bei Frauen mit einer entsprechenden Veranlagung unter Umständen langfristig das Wachstum von Myomen fördern.
  • Eiweiß und Fett reduzieren: Beides könnte nach Meinung einiger Experten das Myomwachstum bremsen. Da eine solche strenge Diät aber den gesamten Organismus beeinflusst, sollten Sie sich vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
  • Bewegung für den Bauch: Einige Fachleute gehen davon aus, dass die Entstehung von Myomen und Endometriose auch mit schlechter Durchblutung oder, nach der Sichtweise der chinesischen Medizin, einem gestörten Energiefluss im Becken zu tun haben könnte. Dagegen helfen zum Beispiel bestimmte Qigong- oder Yoga-Übungen sowie Beckenbodengymnastik.
  • Arzneitees: Gegen die typischen Beschwerden durch Myome wie Menstruationsschmerzen und starke Regelblutungen helfen Arzneitees aus der Apotheke, zum Beispiel eine Mischung zu gleichen Teilen aus Schafgarbe, Frauenmantel, Gänsefingerkraut und Vogelknöterich. Einen gehäuften Teelöffel pro Tasse nehmen, zehn Minuten abgedeckt ziehen lassen, drei Tassen pro Tag trinken. Ein Sitzbad mit Schafgarbe wirkt entspannend bei krampfartigen Unterleibsschmerzen. Bitte nicht vergessen: Arzneitees können wie jedes Medikament auf Dauer auch schaden. Als Selbstbehandlung ohne ärztliche Empfehlung dürfen sie höchstens sechs bis acht Wochen lang angewendet werden.
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