9 Tipps für einen nachhaltigen Einkauf

Wer nachhaltig einkaufen möchte, achtet darauf, dass ökologisch und sozial unbedenkliche Produkte im Einkaufskorb landen. Wir geben euch 9 Tipps, um euren Einkauf umweltfreundlich zu gestalten.

Nachhaltig einkaufen: Was bedeutet das?

Unser Konsum von Lebensmitteln, Getränken und Bekleidung hat enormen Einfluss auf unsere Umwelt: Knapp 20 Prozent der Treibhausgase gehen auf unser Konsum-Konto, wie auf der Homepage der Bundesregierung zu lesen ist. Um unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren, können wir einiges tun – zum Beispiel "nachhaltig einkaufen". Das bedeutet, dass wir genau auf unser Kaufverhalten achten und Produkte kaufen, die in der Herstellung und Nutzung energiesparend und umweltfreundlich sind. Die Produkte sind nicht nur recycelbar, auch die Menschen, die sie herstellen, arbeiten unter fairen Bedingungen. Doch worauf müsst ihr nun beim Einkauf im Supermarkt achten?

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1. Eigenen Beutel mitnehmen

Es ist so einfach und trotzdem vergessen es viele Menschen: Nehmt einen eigenen Stoffbeutel mit und verzichtet somit auf Papier- oder Plastiktüten. Gewöhnt euch einfach daran, immer einen Stoffbeutel in der Handtasche zu haben, damit auch spontane Einkäufe nicht zulasten der Umwelt gehen. Denn: Papiertüten verbrauchen massenhaft Energie bei der Herstellung und Plastiktüten brauchen Jahrhunderte, um zu verrotten.

2. Einkaufszettel machen

Wer kennt es nicht: Man geht hungrig einkaufen und kauft vor lauter Überschwang den halben Supermarkt leer. Das Problem daran: Bei diesem Einkauf landen garantiert zu viele Produkte im Korb, die letztlich nicht gegessen werden. Macht euch lieber eine Liste, die ihr im Laden abarbeitet. Und fragt euch immer: Brauche ich das wirklich? Eine kleine Frage, die unnötige Lebensmittelverschwendung, Verpackungsmüll und Geld spart.

3. Keine Einwegprodukte kaufen

Getränke könnt ihr grundsätzlich in Mehrweg- oder Einwegflaschen kaufen. Greift immer zu Ersterem, denn dadurch reduziert ihr euren Müll deutlich. Und nicht nur das: Wie die Deutsche Umwelthilfe ermittelt hat, legen Einwegflaschen von der Produktion bis zur Entsorgung 520 Kilometer zurück – doppelt so viel wie Einwegflaschen. PET-Einwegflaschen haben darüber hinaus den Nachteil, dass ein vollständiges Recyclen nicht möglich ist.

4. Auf das Siegel achten

Waren aus fairem Handel und biologischem Anbau lassen sich an den Siegeln oder den Fair-Trade-Zeichen auf den Produkten erkennen. Die Siegel zeigen an, dass die Produkte mit weniger Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Zusatzstoffen angebaut wurden – oder wie die Tiere gehalten wurden. Doch Bio ist nicht gleich Bio: Haltet euch an die Siegel von Demeter, Bioland und Naturland, denn die arbeiten mit strengsten Vorgaben. Unter label-online.de könnt ihr euch über die unterschiedlichen Siegel informieren.

5. Frisch statt Plastik

Dass Plastik schlecht recycelbar ist, ist jetzt vermutlich allen bekannt. Trotzdem greifen viele Menschen unüberlegt zum Salat in der Box, zur mehrfach eingepackten Zahnpasta oder verpackten Obst- und Gemüsesorten. Warum? Achtet gleich beim Einkauf darauf, wie die Lebensmittel verpackt sind. Bittet an der Wurst- oder Käsetheke darum, dass die Ware nur in Papier gewickelt wird – eine zusätzliche Plastiktüte ist unnötig. Oder legt euch ein Obstnetz zu, in das ihr das ausgewählte Obst packen könnt.

6. Regional und saisonal einkaufen

Wer nachhaltig einkaufen möchte, sollte unbedingt darauf achten, woher die Ware stammt, die im Einkaufskorb landet. Haben die Tomaten schon eine Flugreise hinter sich oder kommen sie aus unserer Region? Die beim Flug verbrauchte Energie könnt ihr ganz einfach einsparen, indem ihr darauf achtet. Und genauso wichtig: Achtet bei eurem Einkauf auf die Saison. Fragt euch, wann die Zeit für welches Lebensmittel ist. Gibt es Erdbeeren wirklich das ganze Jahr? Nein, die Hochsaison ist im Juni und Juli. Hier könnt ihr unseren Saisonkalender als PDF herunterladen.

7. Stempel auf den Eiern

Unverarbeitete Eier müssen immer gekennzeichnet sein, es sei denn, ihr kauft sie auf dem Bauernhof direkt vom Erzeuger. Ihr habt also die Wahl und könnt anhand der Stempel ablesen, wie und wo die Hühner gehalten wurden.

0 = Bio-Eier: Im Stall dürfen höchstens sechs Tiere pro Quadratmeter scharren, die Henne bekommt vier Meter Auslauf.

1 = Freilandhaltung: Neun Tiere pro Quadratmeter sind erlaubt, jedem Tier stehen vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung.

2 = Bodenhaltung. Die Tiere leben in einem geschlossenem Stall. Für neun Tiere steht ein Quadratmeter zur Verfügung.

3 = Käfighaltung: Seit 2012 müssen die Käfige mindestens 0,075 Quadratmeter Fläche pro Henne und eine Höhe von mindestens 50 Zentimetern aufweisen.

Vermeidet besser Eier mit der Kennzeichnung 3, denn diese Tiere haben wirklich kein schönes Leben. Übrigens: Der Stempel gibt auch Auskunft über das Land, in dem die Eier produziert wurden – NL steht für Niederlande, DE für Deutschland und AT für Österreich.

8. Auf den Kassenzettel verzichten

Es ist nur eine Kleinigkeit, sie soll trotzdem nicht unerwähnt bleiben: Verzichtet auf den Kassenbon. Für die Herstellung dieses kleinen Stückes Papier wurden Bäume gefällt und Chemikalien eingesetzt. Das ist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit. Wenn ihr den Zettel doch genommen habt, dann entsorgt ihn über den Restmüll, nicht die Papiertonne, denn die Chemikalien aus dem Druck haben zwischen Pappe und Papier nichts zu suchen.

9. Die Sache mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum

Ein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt die Garantie, dass die Lebensmittel ihren Geruch, ihre Farbe und ihren Geschmack bis dahin nicht verändern. Es sagt aber nicht aus, dass die Produkte nach diesem Tag nicht mehr verzehrt werden dürfen. Ist das MHD abgelaufen, lohnt sich ein zweiter Blick und der Geruchstest – dann könnt ihr das Lebensmittel in aller Regel noch bedenkenlos verzehren.

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