Nachtschreck: Das solltest du darüber wissen

Der Nachtschreck kann bei Eltern Ängste um das eigene Kind auslösen. Hier erfährst du, wie ein Nachtschreck entsteht und wie du dich dabei verhalten solltest.

Was ist ein Nachtschreck?

Der Nachtschreck (Pavor nocturnus) bezeichnet eine Form von Schlafstörungen, die bei Kindern auftritt und oft in den ersten drei Stunden nach dem Einschlafen entsteht. Das Kind schreckt dabei hoch, schreit, spricht vor sich hin, schlägt und/oder tritt im Bett um sich und wirkt ängstlich oder gar panisch. Die Augen sind dabei oft geöffnet – weshalb Eltern meist davon ausgehen, das Kind sei wach. Tatsächlich schläft das Kind aber während des Nachtschrecks, sieht quasi durch andere hindurch und ist deshalb auch nicht ansprechbar.

Häufig ist der wortwörtliche Spuk schon nach einigen Minuten wieder vorbei, theoretisch kann er aber auch bis zu 40 Minuten lang anhalten. Legt sich der Nachtschreck, schläft das Kind in der Regel weiter, als wäre nichts gewesen – und kann sich am nächsten Morgen nicht mehr an den Vorfall erinnern. Hin und wieder wird das Kind auch schlafwandeln. Wichtig für Eltern ist zu wissen, dass der Nachtschreck zwar schlimm aussieht, tatsächlich für das Kind normalerweise aber völlig harmlos ist und weder körperliche noch geistige Folgen hat.

Wann tritt der Nachtschreck auf?

In den meisten Fällen kommt es bei Kindern in einem Alter zwischen drei und sechs zum Nachtschreck, dabei sind Jungen etwas häufiger betroffen als Mädchen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. schätzt, dass etwa drei bis sechs Prozent aller Kinder mal einen Pavor nocturnus erleben. Dabei tritt das Phänomen in der Regel nur vereinzelt auf. Fälle, in denen der Nachtschreck regelmäßig vorkommt, sind sehr selten.

Auch kleinere Kinder und Babys können einen Nachtschreck erleiden. Manchmal ist das Baby dabei noch nicht einmal ein Jahr alt. Die betroffenen Kinder weinen sehr stark, was das Phänomen für Eltern oft nur noch beängstigender macht.

Ursachen: Wie entsteht ein Nachtschreck?

Bis heute sind die genauen Ursachen für den Nachtschreck nicht bekannt. Es gibt aber verschiedene Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit für einen Nachtschreck erhöhen können. Dazu zählen:

  • Schlafmangel
  • Keine oder ungenügende Schlafroutine
  • Stress
  • Generelle psychische Belastungen, z, B. Trennung der Eltern
  • Genetische Faktoren

Hat mein Kind einen Nachtschreck oder einen Albtraum?

Es ist für Eltern nicht immer ganz einfach, einen Albtraum beim Kind von dem Nachtschreck zu unterscheiden. Folgende Unterschiede gibt es:

  • Albträume: Treten schon ab zwei Jahren und das meist in der REM-Phase auf ("Traumphase"), oft zwischen zwei und sechs Uhr morgens. Meist schreckt das Kind durch den Albtraum aus dem Schlaf auf und sollte dann beruhigt werden, damit es wieder einschlafen kann.
  • Nachtschreck: Tritt eher im Alter zwischen drei und sechs und einige Stunden nach dem Schlafengehen auf. Das Kind kann dabei schreien oder um sich schlagen, das Phänomen dauert ein paar Minuten bis hin zu 40 Minuten. Dabei nimmt das Kind die Eltern nicht wahr und schläft anschließend einfach wieder ein.
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Was tun beim Nachtschreck?

Für Eltern ist der Nachtschreck oft schlimmer als für das Kind – denn das Kind schläft beim Nachtschreck tatsächlich und bekommt eigentlich gar nichts von seinem Verhalten mit. Eltern sollten bei einem Nachtschreck allerdings eher entgegen ihrer Instinkte handeln und das Kind nicht stören, denn der Anfall hört dann in der Regel schneller von allein wieder auf. Versuchen die Eltern, das Kind festzuhalten und zu wecken, kann dies eher dazu führen, dass das Kind die Verwirrung und Orientierungslosigkeit beibehält, wenn es aufwacht.

Besser ist es, zunächst dafür zu sorgen, dass das Kind sich beim Nachtschreck nicht verletzen kann, indem man beispielsweise die Nachttischlampe auf dem Nachtschränkchen beiseite stellt. Außerdem können Eltern leise und ruhig auf das Kind einsprechen, um es zu beruhigen. Schlafwandelt das Kind, sollte es behutsam zurück in Richtung Bett geleitet werden.

Auch ein Besuch beim Arzt ist bei einmaligem Auftreten des Nachtschrecks in der Regel unnötig, da sich das Phänomen meist nicht direkt auf psychische Probleme zurückführen lässt. Etwas anders sieht es aus, wenn der Nachtschreck häufiger auftritt und/oder das Kind dabei sogar krampft. In dem Fall sollte ein Arzt prüfen, ob das Kind womöglich unter einer Epilepsie leidet. Findet der Arzt keine körperlichen Ursachen, kann ein Besuch beim Kinderpsychologen sinnvoll sein.

Lässt sich der Nachtschreck vorbeugen?

Da es für den Nachtschreck keine genauen Ursachen gibt, ist es auch nicht möglich, diesem explizit vorzubeugen. Wichtig ist, dafür zu sorgen, dass ein Kind eine gute Abend- und Schlafroutine einhält. Dazu zählt:

  • Generell auf ausreichend Schlaf achten.
  • Immer zur selben Zeit schlafen gehen und aufstehen.
  • Abendrituale schaffen: Das Kind kann zum Beispiel immer mit dem Vater die Zähne putzen und dann mit der Mutter eine Gutenachtgeschichte lesen.
  • Alltagsstress, den das Kind hat, wahrnehmen und versuchen, diesen zu reduzieren. Beispielsweise kann man sich fragen, ob das Kind wirklich noch Mittwochs zum Klavierunterricht muss, wenn es Dienstags schon im Sportkurs war.

Lesetipps: Alles über Albträume erfährst du hier. Außerdem erklären wir, wie es zum Schlafwandeln kommt und warum die Tiefschlafphase so wichtig ist.

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