Narkolepsie: Was ist die Schlafkrankheit?

Die Narkolepsie ist eine seltene neurologische Erkrankung, die auch als Schafkrankheit bekannt ist. Hier erfährst du alles, was du darüber wissen solltest.

Erklärung und Symptome: Was ist Narkolepsie?

Narkolepsie ist eine neurologische Erkrankung, die zu Störungen des Schlaf-Wachrhythmus führt. Betroffene leiden bei dieser Schlafstörung (Hypersomnie) den ganzen Tag unter extremer Müdigkeit und können plötzliche Schlafattacken erleiden. Dabei erschlaffen alle Muskeln (Muskelversagen = "Kataplexien"), was zu Stürzen führen kann. Zusätzlich treten oft Durchschlafstörungen beim Nachtschlaf auf, sodass der eigentliche Schlaf nicht als erholsam empfunden wird. Bisher gibt es nur Vermutungen, wie die Krankheit entsteht. Narkolepsie gilt als unheilbar, es gibt keine direkte Therapie gegen die kontinuierliche Schläfrigkeit.

Theoretisch können diese Schlafstörungen in jedem Alter ausbrechen, bei vielen Patienten zeigen sie sich aber erstmals zwischen 15 und 30 Jahren. Schätzungen zufolge sind in Deutschland etwa 40.000 Menschen von Narkolepsie betroffen. Die Lebensqualität kann durch die unvorhersehbaren Schlafanfälle sehr beeinträchtigt werden, durch den schlechten Schlaf kann es beispielsweise auch zu Halluzinationen kommen. Das Leben selbst verkürzt sich durch Narkolepsie aber nicht.

Was passiert bei Narkolepsie im Gehirn?

Es ist noch nicht vollständig geklärt, welche Auswirkungen Narkolepsie auf das Gehirn hat. Neue Untersuchungen zeigen aber, dass im Gehirnwasser der Narkoleptiker im Vergleich mit gesunden Menschen ein geringerer Spiegel des Botenstoffs Hypocretin vorhanden ist. Dieser Botenstoff ist an der Schlaf-Wach-Regulation beteiligt. Es wird vermutet, dass bei Narkolepsie-Patienten die Zellen, die für die Hypocretin-Produktion verantwortlich sind, fälschlicherweise vom Immunsystem angegriffen und zerstört werden.

Extreme Schläfrigkeit: Welche Ursachen kennt die Schlafmedizin für Narkolepsie?

Die genaue Ursache für die Schlafkrankheit ist bisher unbekannt, es gibt aber verschiedene Vermutungen, was für die Entwicklung von Narkolepsie eine Rolle spielen könnte. Dazu zählen:

  • Schweinegrippen-Impfung (laut einer Studie existiert ein Zusammenhang, erwiesen ist die Impfung als tatsächliche Ursache für Narkolepsie aber nicht)
  • starker (psychischer) Stress
  • Bakterielle Infektionen, z. B. mit Streptokokken 
  • Schädel-Hirn-Traumen
  • Tumore
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Behandlung: Was kann man bei Narkolepsie tun?

Auch wenn Narkolepsie selbst nicht heilbar ist, kann man die Symptome nach einer erfolgreichen Diagnose etwas abschwächen. Gegen die extreme Tagesschläfrigkeit gibt es beispielsweise verschiedene Medikamente. Betroffenen werden außerdem oft Therapien empfohlen, in denen sogenannte Bewältigungsstrategien entwickelt werden. Durch diese sollen sich beispielsweise die plötzlichen Schlafattacken der Narkolepsie bestmöglich unterbinden lassen.

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