Übergewicht liegt in den Genen

Dicke Eltern, dicke Kinder – eine Formel, die eine Studie nun beweist. Übergewicht ist demnach nicht nur abhängig vom Essverhalten des Kindes, sondern auch vom Lebensstil der Eltern.

Ungesunde Ernährung beeinflusst Erbgut

Wohl allen werdenden Müttern ist klar, dass sie sich in der Schwangerschaft vielseitig und gesund ernähren müssen – und auf Zigaretten und Alkohol verzichten sollten. Das allein genügt jedoch nicht aus, um dem Kind einen perfekten Start ins Leben zu ermöglichen. Laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist auch das Verhalten vor der Zeugung des Kindes nicht ganz unwesentlich, ob der Nachwuchs Übergewicht bekommt oder nicht. Denn eine ungesunde Ernährung aktiviert bestimmte Gene im Erbgut, die zu Fettleibigkeit und Diabetes-Typ-2 führen können.

Wie sich der Lebensstil und das Essverhalten auswirken können, untersuchten Forscher jetzt mit Mäusen. Die Studienergebnisse veröffentlichten die Experten im Fachmagazin "Nature Genetics".

Fettleibigkeit wird epigenetisch vererbt

In der Studie bekamen die Mäuse fettreiche Nahrung und infolgedessen Typ-2-Diabetes. Die Nachkommen wurden mithilfe künstlicher Befruchtung gezeugt und von gesunden Leihmüttern ausgetragen. Damit konnten die Forscher ausschließen, dass das Gewicht des Babys vom Stoffwechsel der übergewichtigen Mäusemutter oder dem Verhalten in der Schwangerschaft und beim Säugen beeinflusst wurde.

Die Ergebnisse zeigen: Weibliche Nachkommen wurden dicker, männliche Nachkommen hatten Blutzuckerprobleme. Außerdem sei der mütterliche Einfluss auf die Veränderung des Stoffwechsels noch größer als der väterliche Einfluss. "Es zeigte sich, dass sowohl Eizellen als auch Spermien epigenetische Information weitergeben, die insbesondere bei den weiblichen Nachkommen zu einer starken Fettleibigkeit führten", so Studienleiter Johannes Beckers vom Institut für Experimentelle Genetik (IEG) am Helmholtz Zentrum München.

Dass das Ganze auch auf Menschen übertragen werden kann, zeigten zuvor Wissenschaftler aus Kopenhagen. Die Forscher fanden heraus, dass die Anfälligkeit für Übergewicht an Personen der nächsten Generation weitergegeben wird. Grund dafür sind epigenetische Veränderungen in Spermien, die die Regulierung von Genen zur Steuerung von Appetit betrafen.

Gesunder Lebensstil zahlt sich aus

Was lernen wir daraus? Übergewicht liegt in den Genen. Um zu vermeiden, dass das Kinder und man selbst an Fettleibigkeit leidet, sollte einen guten und gesunden Lebensstil pflegen. Übrigens: Die epigenetische Vererbung ist anders als die genetische Vererbung prinzipiell reversibel. Das heißt, dass Diabetes-Typ-2 und Fettleibigkeit wieder abnehmen können, sofern ein entsprechender Lebenswandel stattfindet.

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