Neuer Bluttest soll 20 Krebsarten erkennen

Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der mehr als 20 Krebsarten frühzeitig erkennen können soll. Wir verraten die erstaunlichen Studienergebnisse.

Es könnte der neueste Durchbruch der Krebsforschung sein: Forscher des Bostoner Dana-Farber Cancer Institute haben auf dem "European Society for Medical Oncology Congress" (ESMO) in Barcelona einen von ihnen entwickelten Bluttest vorgestellt, der über 20 Krebsarten zuverlässig erkennen können soll. Durch die frühzeitige Diagnose könnten sich die Überlebenschancen von Krebspatienten künftig deutlich verbessern, weil der Krebs schneller behandelt werden kann.

Wie funktioniert der Bluttest?

Beim Bluttest kommt die sogenannte Next Generation Sequencing-Technologie (NGS) zum Einsatz, bei er die DNA eines Menschen auf bestimmte chemische Markierungen untersucht wird. Genauer: Sterben Krebszellen ab, gelangen sie in die Blutbahn, wodurch der Test sie erkennen kann. Dabei kann sogar zurückverfolgt werden, welches Organ ursprünglich befallen war.

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Hohe Zuverlässigkeit in einer Studie

Ihre Behauptung untermauern die US-Forscher mit einer Studie, an der 3.583 Probanden teilnahmen. 1.530 von ihnen waren Krebspatienten mit mehr als 20 verschiedenen Krebsarten, darunter unter anderem Brust-, Magen-, Kopf-, Hals- und Darmkrebs. 2.053 Teilnehmer waren gesund. Der vorgestellte Bluttest erkannte die Krebspatienten je nach Stadium der Krankheit mit verschiedenen Wahrscheinlichkeiten:

  • Stadium 1: 32 Prozent 
  • Stadium 2: 76 Prozent
  • Stadium 3: 85 Prozent
  • Stadium 4: 93 Prozent

Je fortgeschrittener die Krankheit war, desto genauer wurde also auch der Test. Wenn der Bluttest eine Erkrankung erkannte, lag er in 99,4 Prozent aller Fälle richtig. Nur bei 0,6 Prozent aller Fälle war das ermittelte positive Ergebnis falsch. In 89 Prozent aller Erkrankungsfälle machte es der Bluttest außerdem sogar möglich, die Krebszellen genau zu lokalisieren.

Studiengangsleiter Geoffrey R. Oxnard sagte dazu laut "Wise.life": "Schon die Früherkennung eines geringen Prozentsatzes an häufig auftretenden Krebserkrankungen könnte dazu führen, dass viele Patienten eine wirksamere Behandlung erhalten, wenn der Test flächendeckend eingesetzt würde." 

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