Jameson wurde im Netz verspottet - jetzt geht seine Mutter in die Offensive

Der kleine Jameson kam mit dem Pfeiffer-Syndrom zur Welt. Als seine Mutter entdeckt, dass sich im Netz Tausende über sein Aussehen lustig machen, schlägt sie - mit Worten - zurück.

Vor vier Jahren brachte Alice-Ann Meyer aus Texas ihren Sohn Jameson zur Welt. Aufgrund einer seltenen Erbkrankheit, dem Pfeiffer-Syndrom (Typ I), sieht der Junge anders aus als gesunde Kinder: Er hat weit auseinanderstehende, hervortretende Augen, einen kurzen Schädel mit abgeflachtem Hinterkopf, eine hohe Stirn, ein unterentwickeltes Mittelgesicht und sehr tiefsitzende Ohren. Er kann nicht so gut hören und sprechen, doch aus neurologischer Sicht ist Jameson normal. "Er verhält sich wie jeder andere Vierjährige auch - er ist ein Spaßvogel", sagt seine Mutter.

Kurz nach seiner Geburt startete Alice-Ann das Blog "Jameson's Journey" - anfangs nur, um Freunde und Familie auf dem Laufenden zu halten. Inzwischen nutzt sie das Blog und die gleichnamige Facebook-Seite, um über das Pfeiffer-Syndrom aufzuklären und mit Vorurteilen aufzuräumen. Denn für sein Aussehen wird Jameson immer wieder verspottet.

Am 30. Januar stieß Alice-Ann im Internet auf ein manipuliertes Bild ihres Sohnes, das ihn mit einem Mops verglich. Tausende User teilten das Meme, machten sich lustig oder hinterließen hämische Kommentare. Nachdem sie den ersten Schock verdaut hatte, ging die 35-Jährige in die Offensive. Sie forderte Instagram, Twitter und Facebook auf, das Bild zu löschen - was die Netzwerke auch taten. Doch in der Zwischenzeit hatte sich das Bild schon längst weiterverbreitet.

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Alice-Ann reagierte mit einem neuen Blogbeitrag, in dem sie genau darüber berichtete. "Ich kann die Menschen nicht davon abhalten, schreckliche Dinge zu tun, aber wenn sein Gesicht sowieso schon im Netz kursiert, will ich daraus etwas Positives machen." Sie wandte sich direkt an all jene, die das Spottbild geteilt oder geliked hatten: "Ich möchte euch das Kind vorstellen, das ihr so lustig findet. Sein Name ist Jameson. Es gibt ihn wirklich, er kam mit dem Pfeiffer-Syndrom zur Welt."

Nach einigen erklärenden Absätzen über die Krankheit richtet sich Alice-Ann mit einem Appell an all jene, die über ihren Sohn gelacht haben: "Dieses Kind könnte auch eures sein. Sollte euch das eines Tages passieren, so hoffe und bete ich, dass ihr eure Meinung ändert und dieses Kind voller Liebe annehmt."

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