Gesunde Zähne: 7 Mythen - aufgeklärt!

Rund um gesunde Zähne und Zahnpflege hält sich hartnäckig eine Reihe von Mythen. Warum harte Zahnbürsten nichts taugen und warum man schlechte Zähne nicht erbt - 7 Mythen, aufgeklärt!

Gleich nach dem Essen: Zähne putzen!

Irrtum! Zumindest wenn Sie Obst oder andere säurehaltige Lebensmittel gegessen oder Saft getrunken haben, sollten Sie nicht direkt nach dem Essen zur Zahnbürste greifen.

Der Grund: Die Säure macht den Zahnschmelz für kurze Zeit weicher - wer jetzt gleich drauflos putzt, schrubbt einen Teil der schützenden Schmelzschicht ab. Das ist Gift für gesunde Zähne. Deshalb mit dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde warten.

Je härter die Zahnbürste, desto besser.

Irrtum! Die harten Borsten schrubben die Zähne zwar schön sauber, können aber das Zahnfleisch verletzen. Wer zu kräftig oder mit der falschen Technik schrubbt, kann mit einer harten Zahnbürste sogar den Zahnschmelz beschädigen. Deshalb lieber: Finger weg, wenn Sie gesunde Zähne schützen wollen.

Statt Zähneputzen: einen Apfel essen.

Irrtum! Zwar beseitigt Apfelkauen oberflächliche Beläge, jedoch nicht zwischen den Zähnen und am Zahnfleischsaum. Viel schlimmer aber noch: Die Säure des Apfels greift den Zahnschmelz an, der Fruchtzucker ist ein gefundenes Fressen für die Kariesbakterien.

Karies ist erblich bedingt.

Irrtum! Zwar haben die Gene offenbar einen Einfluss auf das Kariesrisiko. Doch nicht jeder, der eine genetische Veranlagung dazu hat, bekommt automatisch Karies: Eine große Rolle spielt hierbei, was wir essen und wie wir unsere Zähne pflegen.

Warum Karies trotzdem oft in der ganzen Familie verbreitet ist? Weil sich viele Kinder Ernährung und Zahnpflege von ihren Eltern abschauen.

Kaugummikauen ersetzt das Zähneputzen.

Irrtum! Zwar regen Kaugummis den Speichelfluss an und sorgen so dafür, dass Säuren im Mund schneller neutralisiert werden. Sie entfernen aber Zahnbeläge bei weitem nicht so gut wie die Zahnbürste - und zwischen den Zähnen gar nicht. Deshalb taugen Kaugummis allenfalls als Notlösung für unterwegs.

Die Milchzähne fallen sowieso aus, die müssen nicht gut gepflegt werden.

Irrtum! Kinder sollten sich die Zähne sogar besonders sorgfältig putzen. Denn der Zahnschmelz der Milchzähne ist weich und Kinder essen oft viele Süßigkeiten - leichtes Spiel für die Kariesbakterien.

Muss der Zahnarzt einen kranken Milchzahn ziehen, kann es passieren, dass die benachbarten Zähne in die Lücke hineinrücken. Die Folge: schiefe Zähne! Die Zahnlücke kann auch die Sprachentwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Studien zeigen außerdem, dass bei Karies an den Milchzähnen die Gefahr groß ist, dass auch an den bleibenden Zähnen Karies entsteht.

Wenn das Zahnfleisch blutet: nicht weiterputzen!

Irrtum! Auch wenn's wehtut: Putzen Sie an dieser Stelle besonders gründlich (aber nicht heftig!), auch mit Zahnseide und Interdentalbürstchen. Das Zahnfleisch nämlich blutet, weil es entzündet ist - und schuld daran sind Bakterien, die Sie wegschrubben müssen.

Mundspülungen mit Salbeitee sind ein bewährtes Hausmittel gegen Zahnfleischentzündung. Hört das Zahnfleisch nach ein paar Tagen nicht auf zu bluten: ab zum Zahnarzt! Der kann abklären, ob Paradontitis dahinter steckt.

Text: Angelika Unger Fotos: iStockphoto.com (6), Fotolia (1)

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