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#projektgrenzenlos So schön können "Makel" sein!

Projekt Grenzenlos
© Koldunova Anna / Shutterstock
In den Sozialen Medien zeigen sich die meisten Menschen makellos und perfektionistisch. Doch Makel können auch schön sein – das zeigt Fotografin Saskia Frietsch mit ihrem Projekt Grenzenlos.

Projekt Grenzenlos: Von Betroffenen für Betroffene

Seitdem Saskia Frietsch 16 Jahre alt ist, leidet sie an der chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn. "Ich musste vieles mit mir und meinem Körper durchmachen. Bin geprägt und gezeichnet und doch habe ich mir immer gesagt, dass mir diese Krankheit niemals das nehmen wird, was mir am wichtigsten ist: Die gesunde Liebe zu mir selbst!", schreibt sie auf der Facebook-Seite des Projekts. Irgendwann habe sie einen künstlichen Darmausgang bekommen, bis sie die Kock-Pouch-Methode operiert bekam. Das ist ein aus ihrem Dünndarm geformter Beutel, der an ihrem Bauch anliegt.

Doch wegen Narben oder künstlicher Darmausgänge verstecken? Kommt nicht infrage. Aus diesem Grund rief sie im April 2016 gemeinsam mit Freund Patrick das Projekt Grenzenlos ins Leben, das Betroffenen Mut spenden und das Selbstbewusstsein steigern soll. Und nicht nur das: Sie möchten zeigen, dass Makel auch schön sind. "Glücklich zu sein, heißt zu akzeptieren, wer man ist und wie man aussieht, sich nicht in ein Bild vorgegebener Perfektion drängen zu lassen, sondern zu entscheiden, dass man perfekt ist, wie man ist", heißt es auf der Homepage.

Persönliche Geschichten sollen Mut machen

Mit ihrem Fotoprojekt gibt die 23-jährige Saskia anderen Betroffenen die Chance, ihre Story zu erzählen – und zu zeigen, dass Makel auch schön sein können. Auf Instagram folgen ihr mittlerweile über 9000 Menschen, unter dem Hashtag #projektgrenzenlos zeigen andere Betroffene, dass sie zu ihren Narben und körperlichen Mängeln stehen. Auf der Homepage erzählen sie ihre persönlichen Geschichten...

Benni, 27 Jahre: "Ich habe die Diagnose Darmkrebs bereits 2010, kurz vor meinem 21. Geburtstag erhalten und bin immer noch damit "beschäftigt". Darmkrebs in dem Alter ist extrem selten. Von den 4 OPs habe ich eine lange Bauchnarbe. Seit 2011 habe ich einen Portkatheter für die Chemotherapie. Das ist ein kleiner "Knubbel" unter der Haut aus Titan und Silikon, den man für Infusionen ansticht, damit die Venen am Arm geschont werden. Außerdem habe ich seit 2010 einen künstlichen Darmausgang, da der Krebs nahe am Ausgang saß und das insgesamt einfach die beste Lösung ist. Meine Ausscheidungen landen also in einem Beutel, der auf dem Bauch klebt. Seit der letzten OP 2016 habe ich auch noch eine künstliche Harnableitung, also einen 2. Beutel für Urin, am Bauch."

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Ilka, 25 Jahre: "Ich wurde mit einer Gesichtsspalte geboren und meine Atemwege in der Nase waren nicht richtig ausgebildet. Außerdem fehlte mir auf der rechten Seite der Tränenkanal, sodass die permanente natürliche Befeuchtung des Auges dazu geführt hat, dass mir rechts immer Tränen aus dem Auge gelaufen sind."

Silvia, 26 Jahre: "Ich leide mittlerweile seit 4 Jahren an Morbus Cushing, einer seltenen Krankheit, bei der immer und überall im Körper Tumore entstehen können. (...) Meine Symptome waren: Muskelschwund in Armen und Beinen, Stammfettsucht, Mondgesicht, Ödeme, Stiernacken, hoher Blutdruck, Striare (das sind diese blau-rötlichen Kortisonnarben), Atemnot, unstillbaren Durst, Kopfweh, Steroidakne. Meine heutigen Begleiterkrankungen: Rheuma, RlS. Geheilt werden kann man nie."

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Karina, 20 Jahre: "Ich leide an einer Wachstumsstörung. Ich habe seit meiner Geburt ein extrem verkürztes Bein. Mein rechtes Bein ist nie wirklich mitgewachsen. Also wurde ich das erste Mal im Alter von 5 Jahren unters Messer gelegt und bekam einen sogenannten Fixateur. Wenn der Fixateur eingesetzt wird, wird der Oberschenkelknochen gebrochen und es kommen ober- und unterhalb des Knochens jeweils 3 Schrauben rein, die an der Schenkelaußenseite rausgucken."

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Das Projekt Grenzenlos ist übrigens ständig auf der Suche nach Menschen, die das Projekt unterstützen möchten. Wir ziehen unseren Hut vor so viel Mut und Ehrlichkeit, die die betroffenen Menschen nach außen tragen.

jg

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