Psychische Erkrankungen: Dieser unterschätzte Fehler verkürzt dein Leben um 20 Jahre

Viele unterschätzen sie, dabei können sie uns 20 Jahre Lebenszeit kosten. Eine neue Studie belegt, dass psychische Erkrankungen fatale Folgen nach sich ziehen können.

Obwohl sie maßgeblich zu unserem Wohlbefinden beiträgt, wird sie noch immer unter den Teppich gekehrt: Die Psyche hat einen unterschätzten Einfluss auf unsere Gesundheit.

Dabei besetzen psychische Erkrankungen Statistiken nach derzeit den dritten Platz der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit – und stehen damit sogar weit vor Infektionen oder Verdauungsbeschwerden.

Psychisch Kranke sterben bis zu 20 Jahre früher

Wie gefährlich es ist, psychische Probleme zu ignorieren, zeigt eine neue Studie der Western Sydney University aus Australien. Das Ergebnis: Wer an einer psychischen Erkrankung leidet, hat im Vergleich mit Personen ohne derartige Beschwerden ein bis zu doppelt so hohes Risiko, Begleiterscheinungen zu entwickeln. Das können Herzkreislauferkrankungen, Diabetes oder schlichtweg ständige Infektionen sein. Und dieser Zusammenhang sorgt wiederum dafür, dass die Lebenserwartung um bis zu 20 Jahre sinkt!

Für die Studie begutachteten Forscher um die 100 vorangegangene Studien und Meta-Analysen zu psychischen Erkrankungen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachmagazin "The Lancet“.

Die Betroffenen starben laut den Untersuchungen somit nicht primär an einer psychischen Erkrankung, sondern an deren Folgen. Dazu zählt zwar auch Suizid. Der Hauptgrund für die verminderte Lebenserwartung war jedoch ein schlechter Gesundheitszustand infolge von Begleiterkrankungen.

Melissa fotografiert ihre Mutter

Wenn Depressionen zu Bluthochdruck führen

Besonders hoch war das Risiko für besagte Folgekrankheiten bei Depressionen. Betroffene sollen demnach ein 40 Prozent erhöhtes Risiko für eine Begleiterkrankung wie Bluthochdruck oder einen damit verbundenen Schlaganfall entwickeln.

Ähnliche Ergebnisse brachte bereits eine Meta-Übersicht der Universität Oxford im Jahre 2014. Damals konnte ein signifikant erhöhtes Sterberisiko in Verbindung mit verschiedenen psychischen Erkrankungen festgestellt werden – Betroffene einer bipolaren Störung sterben demnach neun bis 20 Jahre früher. Menschen mit Schizophrenie büßen zehn bis 20 und Depressive sieben bis elf Jahre Lebenszeit ein.

Bewusstsein für psychische Erkrankungen stärken

Wer kennt nicht die Bauchschmerzen vor Aufregung, die Migräne nach stressigen Tagen oder das Herzrasen, wenn uns mal wieder alles zu viel wird? Die Psyche ist so unkontrollierbar wie der Körper. Nur weil Beschwerden psychosomatisch sind, heißt es nicht, dass diese weniger ernst genommen werden sollten.

Im Gegenteil: Das Forscherteam der australischen Universität empfiehlt als Maßnahme gegen die verkürzte Lebenserwartung eine verstärkte Achtsamkeit für psychische Erkrankungen. Denn je früher ein Problem – sei es psychisch oder physisch – erkannt wird, desto besser lässt es sich oftmals behandeln.

mjd
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