Warum nur fünf Minuten im Wald so gesund sind

Viele Menschen zieht es in den Wald, um einen freien Kopf zu bekommen. Ein Waldspaziergang ist jedoch so viel mehr als reine Entspannung - er wirkt sich positiv auf unseren gesamten Körper aus.

Der Schönheit des Waldes widmeten schon zahlreiche Poeten ihre Gedichte, die sich zum Teil noch heute in Schutzhütten finden lassen. Warum der Wald? Weil es kaum einen besseren Ort gibt, um abzuschalten und seine Gedanken neu zu ordnen. Ein Spaziergang durch die Bäume belebt, erfrischt und ist viel mehr, als reine Entspannung. Studien und Bücher belegen, dass die Natur einen großen gesundheitlichen Nutzen bietet. Tatsächlich kann ein Waldspaziergang Stress lindern, das Immunsystem stärken und das Selbstwertgefühl heben – und das in kürzester Zeit.

Blasen am Fuß: Die besten Hausmittel

Auftanken in fünf Minuten

Beim Spaziergang schlägt das Herz messbar langsamer, der Blutdruck fällt und die Muskeln entspannen sich. Stress und Erschöpfung fallen von uns ab und die positiven Gefühle rücken in den Vordergrund. Um dieses Ergebnis zu erzielen, benötigt man keine Stunde im Wald, sondern lediglich fünf Minuten. Das haben Forscher der University of Essex in einer Studie herausgefunden.

Der Analyse zufolge steigern Waldspaziergänge das Selbstwertgefühl, heben die Stimmung und bauen Stress ab. Diese Wirkung soll sich verstärken, wenn auf dem Weg ein See liegt oder ein Bach dahinplätschert. Stimmung und Selbstwertgefühl sind zentrale Indikatoren für unsere physische und psychische Gesundheit. Immerhin beeinflussen sie unsere Fähigkeit, mit stressigen Situationen umzugehen. Und liefern uns ein momentanes Glücksgefühl.

Waldspaziergänge beeinflussen das Immunsystem

Wie der Biologe Clemens G. Arvay in seinem Buch "Der Biophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald" schreibt, stärken Waldspaziergänge – insbesondere im Winter – das Immunsystem. Grund dafür: Der Wald wirkt sich positiv auf das parasympathische System aus, den "Nerv der Ruhe", der gegen chronischen Stress wirkt und die Stimmung hebt. "Gleichzeitig atmen wir im Wald von den Bäumen abgegebene Terpene ein, die unser Immunsystem stärken und unsere Abwehrzellen gegen gefährliche oder kranke Zellen vermehren", so Arvay.

Terpene sind Botenstoffe, die im menschlichen Körper die Anzahl und die Aktivität der natürlichen Killerzellen erhöhen. Diese Killerzellen wirken dann gegen Viren, wie Schnupfenviren, aber auch gegen potenzielle Krebszellen. "Wer viel im Wald ist, kommt auf jeden Fall gesünder durch den Winter", ist sich der Biologe sicher.

Übrigens: Laut einer Studie am Zentrum für Gesundheit genügen rund 3000 Schritte täglich, um das Risiko für Arterienverkalkung zu reduzieren – und damit auch die Gefahr für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Und diese 3000 Schritte sind besser an der frischen Waldluft als in der Stadt getan.

Persönlichkeit entscheidet über positive Wirkung

Natürlich hat der Wald nicht für jeden Menschen den gleichen positiven Einfluss auf die Stimmung und das Selbstwertgefühl. Eine schöne Landschaft kann für den einen ein weites Feld oder eine Dünen- oder Wüstenlandschaft sein, für den anderen ist es das Meer oder die Berge. Nicht alle Orte haben die gleiche Wirkung, die Persönlichkeit spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Wie US-Forscher herausgefunden haben, fühlen sich introvertierte Menschen in den Bergen am wohlsten, extrovertierte Menschen lieben hingegen das Meer. Warum das so ist? Die Experten vermuten, dass Extrovertierte sich zu Stränden hingezogen fühlen, da diese ihre innere Offenheit widerspiegeln. Introvertierte können sich in bergigen Landschaften besser zurückziehen, was ihrem Charakter mehr entspricht.

Ob das stimmt, sei mal dahingestellt. Wir halten es eher mit den Worten des Malers Vincent van Gogh: "Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön."

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.