Reflux: Was ist das und was hilft dagegen?

Beim sogenannten Reflux läuft Magensäure zurück in die Speiseröhre, was unangenehme Beschwerden verursachen kann. Wir erklären die Ursachen und was hilft.

Was ist ein Reflux?

Beim Reflux ("gastroösophageale Refluxkrankheit") läuft der saure Mageninhalt übermäßig stark zurück in die Speiseröhre, was unter anderem zu Sodbrennen führen kann. Derzeit leidet etwa jeder fünfte Deutsche unter dem Reflux. Als Ursache kommt meist eine Störung des sogenannten Speiseröhren-Schließmuskels in Betracht, der die Speiseröhre dem Magen gegenüber nicht mehr richtig abdichtet. Mithilfe von Medikamenten und einer angepassten Ernährung lassen sich die Beschwerden beim Reflux oft gut in den Griff bekommen.

Reflux: Wenn uns die Magensäure plötzlich schadet

Eigentlich hat unsere Magensäure eine sehr praktische Funktion: Mit ihrem niedrigen pH-Wert zwischen 1 und 4 hilft sie bei der Zersetzung und Verdauung von Nahrungsmitteln. Durch eine spezielle Schutzschicht kann sie den Magen auch nicht beschädigen. Gelangt sie jedoch durch einen Rückfluss in die Speiseröhre, greift sie die dortige Schleimhaut an und verursacht Beschwerden. Besonders beim Bücken oder im Liegen kommt es leicht zum Reflux, wenn der Schließmuskel der Speiseröhre nicht mehr richtig arbeitet. Bleibt das Problem unbehandelt, kann eine Entzündung mit Schleimhautveränderung entstehen, die sehr schmerzhaft ist. 

Ursachen und Varianten der Refluxkrankheit

Es gibt verschiedene Varianten bei einem Reflux:

  • Reflux ohne Schleimhautveränderung (nicht-erosive gastroösophageale Refluxkrankheit = NERD)
  • Reflux mit Schleimhautveränderung (erosive Refluxkrankheit = ERD)

Außerdem unterscheidet man zwischen einem primären und einem sekundären Reflux:

  • Primärer Reflux: Die häufigste Form der Krankheit. Die Ursache dafür ist noch größtenteils unklar, aber bei dieser Variante kann der Schließmuskel seine Funktion nicht mehr oder nur noch eingeschränkt erfüllen. Bekannt ist, dass die Ernährung eine große Rolle bei der Entstehung der Beschwerden spielt. Aber auch eine Zwerchfellschwäche oder ein Zwerchfellbruch erhöhen das Risiko für einen primären Reflux.
  • Sekundärer Reflux: Die seltenere Form des Refluxes tritt vor allem durch körperliche Veränderungen (z. B. Schwangerschaft) oder als Folge anderer Erkrankungen des Verdauungssystems auf, z. B. einer Verengung des Magenausgangs oder durch einen Magentumor.
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Welche Symptome kann ein Reflux verursachen?

Da die Speiseröhre auf Dauer durch einen Reflux geschädigt werden kann, ist es wichtig, typische Symptome der Krankheit zu erkennen und zeitnah zum Arzt zu gehen. Dazu zählen:

  • Sodbrennen
  • Aufstoßen von Luft oder Magensäure, sowohl in die Speiseröhre als auch in den Mund
  • Druckgefühl oder Druckschmerz hinter dem Brustbein
  • Mundgeruch (beim Aufstoßen)
  • Schluckbeschwerden
  • Husten
  • Beschädigung der Atemwege
  • Schädigungen am Zahnschmelz

Symptome bei Babys und Kleinkindern

Auch Babys und Kleinkinder können bereits am Reflux leiden. Bei ihnen erkennt man es daran, dass sie Schwierigkeiten beim Trinken oder der Nahrungsaufnahme haben. Babys sind sehr unruhig, schreien viel und überstrecken den Kopf, Kleinkinder müssen sich häufiger nach dem Essen übergeben.

Behandlung: Was hilft gegen den Reflux?

Neben Medikamenten, die die Säureproduktion hemmen, helfen auch Anpassungen des eigenen Lebensstiles dabei, den Reflux in den Griff zu bekommen. Folgende Maßnahmen sind sinnvoll:

  • Lockere Kleidung: Egal ob Hosen oder Röcke – Kleidung sollte am Bauch locker sitzen. Ist sie zu eng, erhöht sie den Druck im Bauchraum, wodurch der Mageninhalt leichter in die Speiseröhre gelangen kann.
  • Bewegung: Mindestens zwei- bis dreimal pro Woche sollten wir uns für je mindesten 30 Minuten bewegen.
  • Bei Übergewicht: Eine Gewichtsabnahme kann die Beschwerden lindern.
  • Schlafposition: Patienten schlafen am besten mit leicht erhöhtem Oberkörper und linksseitig, so kann die Schwerkraft den Reflux verhindern.
  • Ernährung: Der Reflux wird oft von generellen Verdauungsstörungen begleitet. Sinnvoll ist eine proteinreiche Ernährung – Proteine regen die Produktion des Peptidhormons Gastrin an, das die Muskelspannung des Schließmuskels der Speiseröhre erhöht. Generell essen Patienten besser mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt, die möglichst Low-Carb und Low-Fat sein sollten. Die letzte Mahlzeit des Tages wird am besten einige Stunden vor der Nachtruhe gegessen. Genussmittel wie Alkohol und Nikotin sollten bestenfalls komplett vermieden werden.
  • Kamillentee: Die Kamille wirkt entzündungshemmend und kann die Produktion der Magensäure drosseln.

Operation beim Reflux

Schlägt die medikamentöse Behandlung des Refluxes nicht an, kann in einigen Fällen auch eine Operation sinnvoll sein. Dabei wird eine Manschette aus dem oberen Magenbereich gebildet und um das untere Ende der Speiseröhre befestigt. Das soll den Speiseröhren-Schließmuskel stabilisieren und den Rückfluss der Säure verhindern.

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