5 Tipps, wie ihr besser mit PMS umgehen könnt

Für manche Frauen sind die Tage vor den Tagen eine einzige Qual. Wir haben ganz unterschiedliche Expertinnen gefragt, wie man besser mit PMS umgehen kann.

Die Frauenärztin

Viele Frauen fühlen sich während der Tage vor dem Beginn der Regelblutung unwohl, sie sind depressiv, ängstlich und angespannt, ihre Stimmung schwankt; hinzu können Brustspannen, ein Blähbauch und Wassereinlagerungen kommen. Diese Symptome werden oft unter dem Begriff des prämenstruellen Syndroms (PMS) zusammengefasst. Ob es sich dabei aber wirklich um dieses handelt, muss sehr gut diagnostiziert werden.

Frauen über 40 Jahren befinden sich unter Umständen auch schon in der Vorphase des Klimakteriums (der Wechseljahre). Bei diesen Frauen liegt dann oft eine hormonelle Störung vor, die entweder durch zu viel Östrogen und zu wenig Gelbkörperhormon (Progesteron) im Körper bedingt ist oder umgekehrt durch zu wenig Östrogen und zu viel Progesteron.

Um die jeweiligen Beschwerden gut beschreiben und bewerten zu können, sollte die Patientin über zwei Zyklen ein Symptom-Tagebuch führen. Das erleichtert es, eine klare Diagnose zu stellen. Leichte Beschwerden kann ein Präparat aus Keuschlammfrüchten (Agnus castus) bessern, das über Monate – auch während der Regel – täglich genommen werden muss. Bei der sogenannten Prämenstruellen Dysphorie (PMDD), der schwersten Form des PMS, von der drei bis acht Prozent der Frauen betroffen sind, lässt sich mit Hormonen oder Psychopharmaka viel erreichen.

Die Psychologin

Auch wir raten zum Führen eines Symptom-Tagebuchs. Notiert zudem eure Gedanken und Gefühle zu den Beschwerden. Versucht, negative und hinderliche Gedanken wie "Das schaffe ich nicht wegen meiner Beschwerden" in neutrale Gedanken umzuwandeln, etwa "Es ist okay, dass ich mich nicht gut fühle. Ich mute mir jetzt weniger zu". Um Stress zu reduzieren, solltet ihr verstärkt an euch selbst denken und öfter "Nein" sagen. Überlegt euch, was ihr einer Freundin raten würdet, der es gerade so geht wie jetzt euch.

Wir empfehlen allen Frauen, die unter PMS leiden, ein Entspannungsverfahren wie autogenes Training zu lernen und nicht nur in der PMS-Phase, sondern täglich zu praktizieren. Sport trotz Beschwerden reduziert das Schmerzempfinden und verbessert eure Stimmung. Frauen, die sich regelmäßig sehr stark durch ihr PMS beeinträchtigt fühlen, können sich auf die Warteliste für unser Online-Selbsthilfetraining Praemensis setzen lassen, dessen Wirksamkeit wir gerade wissenschaftlich untersuchen. Ziel des Trainings ist es, dass die Teilnehmerinnen besser mit ihren Beschwerden umgehen können.

Die Pflanzenmedizinerin

Die Naturheilkunde versucht, die Eigenregulation anzuregen, den Zyklus und damit letztlich den inneren Rhythmus zu unterstützen. Ich empfehle für alle prämenstruellen Beschwerden einen Tee aus Frauenmantel und Schafgarbenkraut. Bei Vorblutungen, Brustspannen oder Unausgeglichenheit hilft Alchemilla Urtinktur (Frauenmantel), bei Unterleibsschmerzen, Völlegefühl und zögerlichem Blutungsbeginn Achillea millefolium Urtinktur (Schafgarbe).

Nehmt jeweils zweimal täglich drei Tropfen ab dem Eisprung oder dem Beschwerdebeginn bis zum Einsetzen der Monatsblutung. Bei Kopfschmerzen und depressiver Stimmung kann das Homöopathikum Natrium muriaticum D12 Linderung verschaffen, bei starken Stimmungsschwankungen hilft Sepia D12. Bei Unterleibsschmerzen und eher schwacher oder unterbrochener, schmerzhafter Menstruation bringt Pulsatilla D12 Erleichterung. Die jeweilige Dosierung: zweimal täglich fünf Stück.

Die Yogalehrerin

Spürt ihr eine innere Unruhe und geistige Angespanntheit als Folge von PMS, kann die Nasenwechsel-Atmung (Nadi shodhana), bei der man abwechselnd ganz tief und nur durch ein Nasenloch atmet, helfen, wieder klarer zu werden.

Um Verspannungen im Rücken und Unterleib zu lösen, solltet ihr die Übung Apanasana ausprobieren. Stellt in Rückenlage eure Füße vor dem Gesäß auf. Den rechten Fuß heben und die rechte Hand auf das rechte Bein legen, die linke auf den Unterbauch. Atmet bewusst ein und lasst dann mit der Ausatmung die Bauchdecke leicht nach innen sinken. Zugleich führt die rechte Hand das Knie in Richtung Oberkörper. Bei der nächsten Einatmung entfernt sich der Oberschenkel vom Körper, weil sich die Bauchdecke nach oben wölbt.

So einige Male auf dieser Seite wiederholen und zur linken Seite wechseln. Auch bei dieser Übung ist es wichtig, den Atem leicht fließen zu lassen und in der Bewegung weich zu bleiben.

Die TCM-Ärztin

Nach der Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) liegt bei prämenstruellen Symptomen vor allem eine Stagnation der Leber- und Milz-Energie (Qi) vor. Um diese zu regulieren, solltet ihr während der Beschwerden auf kalte, fettige und rohe Speisen sowie Kaffee und Alkohol verzichten. Besonders gedünstetes Gemüse und Meeresfrüchte tun euch jetzt gut.

Esst drei Mahlzeiten bis 19 Uhr und gönnt eurem Organismus dann eine Pause. Trinkt auch zu den Mahlzeiten warme Getränke. Übergießt fünf bis sieben getrocknete Rosenblüten und drei entkernte rote Datteln mit kochendem Wasser und lasst den Tee zehn Minuten ziehen. Dann entnehmt ihr die Datteln, esst diese und trinkt den abgeseihten Tee dazu. Oder ihr bereitet euch ein Heißgetränk mit drei Scheiben Ingwer und zehn Gramm braunem Zucker zu. Beide Tees regen euren Qi-Fluss wieder an. Ebenso helfen ein heißes Fußbad und ein heißer Umschlag auf dem Bauch.

Interview: Kirsten Hoffmeister BRIGITTE WOMAN 03/2016
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