Gynäkologe fordert Menstruationsurlaub für Frauen

Viele Frauen fühlen sich während ihrer Periode unwohl. Ein britischer Gynäkologe fordert daher bis zu drei Tage bezahlten Menstruationsurlaub pro Monat.

Ob Kreislaufprobleme, Unterleibs- oder Rückenschmerzen: Viele Frauen fühlen sich während ihrer Periode nicht wohl und quälen sich durch den Arbeitstag. Das müsste nicht sein, findet der britische Gynäkologe Gedis Grudzinskas. Beim "Festival of Ideas" der Cambridge University stellte er seine Idee vor, Frauen pro Monat ein bis drei Tage Menstruationsurlaub zu ermöglichen und sie so zu entlasten. Gegenüber der Daily Mail erklärte er: "Wenn Sie sich elend fühlen, arbeiten Sie auch schlechter. Arbeitgeber sollten sich das bewusst machen und darauf reagieren."

Ein solcher Menstruationsurlaub würde seiner Meinung nach nicht nur die Motivation der Frauen steigern, sondern auch ihre Leistung. "Was viele vergessen: Die Hälfte der Erwerbstätigen sind Frauen. Wenn sie sich unterstützt fühlen, werden sie glücklich und produktiv bei der Arbeit sein", argumentiert Grudzinskas. Eine Benachteiligung der Männer sieht der Professor darin nicht. Im Gegenteil - es sei nur fair: "Es sind nicht die Männer, die schwanger werden, die durch eine künstliche Befruchtung und Entbindung gehen müssen. Sie müssen das einfach akzeptieren."

Ähnlich wie der Mutterschaftsurlaub solle auch der Menstruationsurlaub keine negativen Auswirkungen auf die Karriereplanung der Frauen haben. Aber bedeutet das, dass Frauen ihre Menstruation dem Chef gegenüber auch nachweisen müssen? "Ein Beweis sollte keine Bedingung sein", findet Grudzinskas. "Der Arbeitgeber sollte seinen Angestellten vertrauen."

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In vielen asiatischen Ländern ist der Menstruationsurlaub längst ein gesetzlich verankertes Recht arbeitender Frauen. Taiwan gestattet seinen Bürgerinnen pro Jahr drei Tage Menstruationsurlaub. In Südkorea dürfen Frauen während ihrer Periode einen Tag im Monat der Arbeit fernbleiben, in Indonesien sogar zwei Tage im Monat. In Japan durften Bus-Schaffnerinnen und Textilarbeiterinnen den Menstruationsurlaub mangels sanitärer Anlagen schon in den 1920er Jahren in Anspruch nehmen, schreibt Alice J. Dan von der amerikanischen University of Illinois im Gesundheitsjournal "Health Care for Women International". Aus Sorge um ihre Karriere würden jedoch immer weniger Frauen darauf zurückgreifen.

Auch in anderen Ländern wurde bereits über Menstruationsurlaub diskutiert. In Russland rief die Debatte im vergangenen Jahr Menschenrechtler auf den Plan. Sie halten die Idee für sexistisch und lehnen sie entschieden ab. Auch die Sorge um die Gleichbehandlung am Arbeitsplatz steht im Raum: Könnten Frauen durch ein Recht auf Menstruationsurlaub bei der Bewerbung benachteiligt werden?

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Nicole Wehr

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