Restless-Legs-Syndrom: Was ist das?

Das Restless-Legs-Syndrom sorgt für einen ständigen Bewegungsdrang der Beine, besonders in der Nacht. Hier erfährst du, was dagegen helfen kann.

Was ist das Restless-Legs-Syndrom?

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS), hierzulande auch als "unruhige Beine“ bekannt, sorgt dafür, dass man den ständigen Drang hat, die Beine und Füße zu bewegen. Besonders nachts oder generell bei Ruhe, weshalb das Syndrom auch zu den Schlafstörungen gezählt wird. In manchen Fällen sind auch die Arme betroffen.

RLS macht sich vor allem durch Kribbeln oder Ziehen bemerkbar, was den Schlaf stört und daher auf lange Sicht oft auch zu Erschöpfung und Müdigkeit führt. Es gibt verschiedene mögliche Ursachen für Restless Legs. Oft steht das Syndrom im Zusammenhang mit einer Störung des Dopaminstoffwechsels: Der Botenstoff Dopamin spielt eine große Rolle für die gezielte Steuerung von Bewegungen.

Wer ist vom Restless-Legs-Syndrom betroffen?

RLS tritt verhältnismäßig häufig auf: Etwa zehn von 100 Menschen leiden an dem Restless-Legs-Syndrom, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Aber auch Kinder können erkranken.

Symptome: Wie macht sich das Restless-Legs-Syndrom bemerkbar?

Folgende Symptome deuten auf RLS hin:

  • Kribbeln, Ziehen, Schmerzen, Wärmegefühl, Spannen in Beinen und Füßen, dadurch andauernder Bewegungsdrang, vor allem nachts.
  • Linderung, wenn man die Beine tatsächlich bewegt, zum Beispiel durch Laufen, Kniebeugen, Anspannen der Muskeln. Sobald man wieder ruht, treten die Beschwerden erneut auf.
  • In manchen Fällen Zuckungen in Beinen oder Armen, während der Betroffene schläft. Dadurch kann er auch kurzfristig aufwachen, wovon er aber nicht direkt etwas merkt. Erst später macht sich der dadurch entstehende Schlafmangel durch Erschöpfung, anhaltende Müdigkeit Konzentrationsstörungen, Leistungsstörungen und Vergesslichkeit bemerkbar. 

Wird das Restless-Legs-Syndrom nicht behandelt, werden die Symptome mit der Zeit stärker und könnten später auch häufiger in Ruhephasen am Tag auftreten. Das macht sich dann beispielsweise beim Autofahren oder im Kino bemerkbar und kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Schlimmstenfalls kann RLS auch zu einer Depression oder – bei anhaltendem Schmerz – einem chronischen Schmerzsyndrom führen. 

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Welche Ursachen gibt es für das Restless-Legs-Syndrom?

Restless Legs können verschiedene Auslöser haben, vollständig geklärt sind sie aber noch nicht. Zu den Ursachen zählen:

  • Eisenmangel
  • Nervenschäden
  • Fortgeschrittene Nierenschwäche
  • Schwangerschaft
  • Bestimmte Medikamente, z. B. gegen Übelkeit oder Antidepressiva
  • Genetische Faktoren
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Anämie (auch oft durch Eisenmangel ausgelöst)

Entsteht RLS durch eine Schwangerschaft, verschwindet das Phänomen nach der Geburt oft von allein wieder. 

Ob das Restless-Legs-Syndrom vorliegt, kann der Arzt oft durch eine einfache Untersuchung und einen Bluttest feststellen. In manchen Fällen kann auch ein Aufenthalt im Schlaflabor Aufschluss bringen.

Behandlung: Was hilft gegen Restless Legs?

Das Syndrom der ruhelosen Beine wird je nach Ursache behandelt. Lässt es sich auf einen Eisenmangel zurückführen, kann man es also mithilfe von Eisentabletten in den Griff bekommen. Ist nicht klar, welchen Auslöser RLS hat, können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen.

Wird zum Beispiel eine Störung des Dopaminstoffwechsels vermutet, können sogenannte Dopaminanatagonisten bei der Behandlung verwendet werden, die das Dopamin quasi im Gehirn ersetzen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass diese Medikamente gegen die Beschwerden des RLS wirken können. Allerdings können durch diese Mittel Nebenwirkungen wie Übelkeit oder stärkere Schlafstörungen auftreten. Und: Sie können die Symptome des RLS während der Behandlung sogar verstärken („Augmentation“).

Patienten sollten während der Einnahme deshalb in regelmäßigem Austausch mit ihrem Arzt stehen. Doch auch das hilft nicht immer: Etwa jeder fünfte Betroffene bricht die Behandlung mit den Medikamenten ab, weil sie entweder nicht die gewünschte Wirkung erzielen oder die Nebenwirkungen zu stark sind.

Tipps im Umgang mit der Erkrankung RLS

Es gibt ein paar grundsätzliche Tipps, die das Leben mit RLS erleichtern können. Nicht jeder Tipp hilft bei jedem Betroffenen gleich gut, aber es lohnt sich, verschiedene Methoden einfach auszuprobieren. Folgende Tipps können bei Restless Legs helfen:

  • Eisenzufuhr beachten: Es ist immer besser, den Eisenvorrat durch Lebensmittel mit viel Eisen aufzufüllen, statt über entsprechende Präparate. Eisenhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel Schweineleber, Weizenkleie und Kürbiskerne. Ob ein Eisenmangel vorliegt, kann ein Bluttest zeigen.
  • Auf Nachtruhe einstellen: Damit der Körper herunterfahren und sich auf die Nacht einstellen kann, sollten wir ihm Zeit zur Entspannung geben. Das geht zum Beispiel durch ein warmes Bad oder Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Hatha Yoga.
  • Auf Mittagsschlaf verzichten: Wer wegen seiner Beschwerden schlecht schläft, sollte eher auf einen Mittagsschlaf verzichten, da dieser die Schlafprobleme noch verstärken kann.
  • Genussmittelverzicht: Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten können Schlafstörungen verstärken und den Körper aufputschen. Dasselbe gilt für koffeinhaltige Getränke – abends verzichtet man besser darauf.
  • Stress reduzieren: Stress und innere Unruhe können die Symptome bei RLS noch verstärken. Es ist daher wichtig, sich Erholungszeiten in den Alltag einzubauen, in denen man nur das unternimmt, worauf man wirklich Lust hat und wobei man sich erholen kann.
  • Schlafenszeit einhalten: Wer immer zur gleichen Zeit ins Bett geht, unterstützt seinen Wach-Schlaf-Rhythmus. Auch das hilft bei RLS.
  • Beine verwöhnen: Wechselduschen, leichte Massagen, warme Wadenwickel sowie Dehn- und leichte Sportübungen vermindern die Symptome ebenfalls.
  • Leichtes Abendessen: Der Magen sollte vor dem Schlafengehen nicht stark belastet werden. Statt reichhaltiger Mahlzeiten sollten abends deshalb nur leichte Snacks eingenommen werden.

Lesetipps: Wie du einen Eisenmangel erkennst und was bei Wadenkrämpfen und Muskelkrämpfen hilft, erfährst du hier. Außerdem stellen wir mehr eisenhaltige Lebensmittel vor, verraten die besten Einschlaftipps und erklären, was unruhiger Schlaf bedeuten kann und wieso Wadenkrämpfe nachts auftreten.

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