Wann soll ich ins Bett gehen?

Bekommen wir zu wenig Schlaf, fühlen wir uns am nächsten Tag wie gerädert. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um ins Bett zu gehen?

Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für unsere Stimmung, unser Denkvermögen und unser Wohlbefinden. Aber woher wissen wir, wann wir ins Bett gehen sollten?

Mit einer einfachen Faustregel lässt sich die optimale Uhrzeit herausfinden - damit wir uns am nächsten Morgen ausgeruht und erfrischt fühlen. Ausgedacht hat sie sich der Schlafexperte Michael Breus. "Der durchschnittliche Schlafzyklus dauert 90 Minuten. Und der durchschnittliche Mensch durchläuft fünf solcher Zyklen pro Nacht", erklärt er gegenüber Yahoo Health.

Das bedeutet, dass die meisten Menschen etwa 7,5 Stunden Schlaf pro Nacht brauchen. Die weit verbreitete Acht-Stunden-Regel hält Breus für falsch. Die richtige Schlafenszeit finden wir heraus, indem wir von unserer Aufwachzeit 7,5 Stunden zurückrechnen: Klingelt der Wecker um sieben Uhr morgens, sollten wir spätestens um 23.30 Uhr das Licht ausmachen.

Wenden wir diese Regel für zehn Tage am Stück an, so Breus, gewöhnt sich unser Körper an diesen Schlafrhythmus, sodass wir schon einige Minuten vor dem Wecker aufwachen. Um sich auf den eigenen Tag- und Nachtrhythmus verlassen zu können, sei es jedoch entscheidend, konsequent zur gleichen Uhrzeit schlafen zu gehen und aufzustehen. "Das Ausschlafen am Wochenende bringt unseren Rhythmus durcheinander - wir wollen später ins Bett gehen und später aufwachen", sagt Breus. Die typische Erschöpfung am Montagmorgen nennt er "soziales Jetlag".

Faustregel schön und gut, doch was, wenn ich um 23 Uhr einfach noch nicht einschlafen kann? Auch das ist Breus zufolge kein Problem: "Wenn du immer um 6.30 Uhr aufstehst, wird sich dein Körper anpassen", verspricht er. Für das schnelle Einschlafen empfiehlt er, sich auch abends einen Wecker zu stellen - eine halbe Stunde vor der geplanten Schlafenszeit. So bleibt genügend Zeit, sich bettfertig zu machen.

Am Morgen sollten wir uns dann möglichst schnell die Sonne ins Gesicht scheinen lassen (oder zumindest Tageslicht, wenn die Wolken mal wieder dicker sind). Es muss ja nicht gleich die Zeitungslektüre auf dem Balkon sein: Beim Kaffee- oder Teetrinken aus dem Fenster zu schauen, hilft ebenfalls. Denn das Sonnenlicht justiert unsere innere Uhr, die unsere Schlaf- und Wachphasen steuert. Vielleicht können wir den Wecker also tatsächlich bald verschenken.

Nicole Wehr

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